Kinderschutz bleibt Herausforderung Jugendamt entwickelt Schutzkonzept weiter / Intensive Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Justiz und Medizin

Bei der Aufarbeitung der Geschehnisse aus dem Jahr 2020 ist deutlich geworden, dass die Zusammenarbeit der Akteure im Kinderschutz in Münster verbessert werden sollte. (Foto: Symbolfoto)
Bei der Aufarbeitung der Geschehnisse aus dem Jahr 2020 ist deutlich geworden, dass die Zusammenarbeit der Akteure im Kinderschutz in Münster verbessert werden sollte. (Foto: Symbolfoto)

Im zweiten Jahr nach der Aufdeckung der vielfachen sexuellen Gewalt gegen Kinder in Münster und der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Falles, haben das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien die Weiterentwicklung der Verfahren im Kinderschutz in den Fokus gerückt.

Bei der Aufarbeitung der Geschehnisse aus dem Missbrauchskomplex aus dem Jahr 2020 ist deutlich geworden, dass die Zusammenarbeit der Akteure im Kinderschutz in Münster verbessert werden sollte. Hierzu ist der „Runde Tisch gegen sexualisierte Gewalt in Münster“ unter Federführung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien ins Leben gerufen worden. Hier sind unter anderem Vertreter aus den Bereichen Justiz, Medizin, Politik, Schule, Sport, öffentliche und freie Träger der Jugendhilfe, Wissenschaft und Betroffenenbeteiligung vertreten.

Verantwortlich für den Kinderschutz ist der Kommunalen Sozialdienstes (KSD), der sein Kinderschutzkonzept überarbeitet hat. Hilfe bekam er von spezialisierten Fachkräften sowie von Prof. Christian Schrapper von der Universität Koblenz. Der Schwerpunkt des Konzeptes ist eine verbesserte Gefährdungseinschätzung, das Einbeziehen von Kinderrechten und die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen. Aktuell befindet sich das neu erarbeitete Konzept in einer Testphase. Es werden Fortbildungen durchgeführt, etwa zu Täter und Täterinnenstrategien, Interventionsmöglichkeiten im Themenfeld sexualisierte Gewalt oder zur Entwicklung von Schutzkonzepten. Außerdem soll amtsintern ein Netzwerk von speziell ausgebildeten Beratenden im Kinderschutz entstehen, die miteinander und auch mit externen Fachleuten im Austausch stehen.

Eine Herausforderung bei der Umsetzung ist die hohe Fluktuation von Mitarbeitern sowie der Fachkräftemangel. Neu geschaffene und freiwerdende Stellen können nicht zeitnah besetzt werden.

Fazit: „Die Gestaltung des Arbeitsfeldes Kinderschutz bleibt eine dauerhafte Herausforderung, der nur in einer Verantwortungsgemeinschaft aller Akteure und Akteurinnen der Stadtgesellschaft begegnet werden kann“, so Sabine Trockel, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien.

Hintergründe zum Missbrauchsfall in Münster-Kinderhaus in der Chronologie (Auszug):

Kindesmissbrauch: „Abscheulicher Dreck“, 6. Juni 2020

„Missbrauch im Ansatz verhindern“, 21. Juni 2020

Kindesmissbrauch: Neue Tatverdächtige, 28. August 2020

Zum Geburtstag Kinder missbraucht, 4. September 2020

Kindesmissbrauch: Festnahme in Warendorf, 18. November 2020

Missbrauch billigend in Kauf genommen, 19. Mai 2021

Kindesmissbrauch: 39-Jähriger angeklagt, 1. März 2022

Transparenzhinweis: Dieser Inhalt wurde uns von der Stadt Münster zur Verfügung gestellt.

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