Proteste gegen AfD-Kundgebung in Coerde Aktion von "Keinen Meter den Nazis" am 7. Februar auf dem Hamannplatz

Die AfD will eine Kundgebung in Coerde abhalten, der Gegenprotest ist bereits angemeldet. (Archivbild: Carsten Pöhler)
Die AfD will eine Kundgebung in Coerde abhalten, der Gegenprotest ist bereits angemeldet. (Archivbild: Carsten Pöhler)

(Update, 3. Februar, 15:47 Uhr) – Die Gegenkundgebung von „Keinen Meter den Nazis“ findet ab 9:00 Uhr auf der Kreuzung am Hohen Heckenweg/Ecke Königsberger Straße statt.


Für Samstag, 7. Februar 2026, kündigt das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ zusammen mit der Initiative „Coerde ist bunt“ Proteste gegen eine AfD-Kundgebung in Münster-Coerde an. Eine Gegenkundgebung sei ab 9 Uhr auf dem Hamannplatz angemeldet.

„Unser Protest wirkt und deshalb werden wir ihn selbstverständlich fortsetzen“, sagte Bündnissprecher Carsten Peters. „Egal, wo die extreme Rechte in Münster aufläuft, muss sie mit Widerstand rechnen. Wenn die AfD glaubt, sie hätte abseits des Prinzipalmarkts ihre Ruhe und Raum für ihre menschenverachtende Hetze, dann irrt sie sich gewaltig.“ Das Bündnis verweist auf Proteste im vergangenen Jahr und führt Absagen beziehungsweise Einschränkungen früherer Veranstaltungen rechter Gruppen in Münster auf zivilgesellschaftlichen Widerstand zurück – wie das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ in einer Medienmitteilung erklärt.

In der Mitteilung äußert sich das Bündnis auch zur angekündigten Rednerliste der AfD-Veranstaltung am 7. Februar. Genannt werden unter anderem NRW-Landesvorsitzender Martin Vincentz und der Landtagsabgeordnete Christian Blex. Beide werden in der Mitteilung kritisch bewertet: Vincentz sei demnach parteiintern „extrem angeschlagen“, Blex sei „zwischenzeitlich wegen Ermittlungen“ nach Reisen nach Syrien und Russland aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen worden. Weitere angekündigte Redner bezeichnet das Bündnis als eher wenig bekannte Parteivertreter. Auch der angekündigte „Influencer“ Serge Menga falle nach Darstellung des Bündnisses vor allem durch den Vertrieb eigenen Merchandises auf, überregional bekannte oder einflussreiche AfD-Politiker habe der Kreisverband Münster nicht gewinnen können.

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Carsten Peters, Sprecher von "Keinen Meter den Nazis". (Archivbild: Carsten Pöhler)
Carsten Peters, Sprecher von „Keinen Meter den Nazis“. (Archivbild: Carsten Pöhler)

Die Wahl des Kundgebungsortes Coerde deutet das Bündnis als strategische Entscheidung. „Die AfD versucht sich nun in Schadensbegrenzung und geht nun dahin, wo sie vermutet, in Münster noch Unterstützung zu finden“, erläutert Liza Schulze-Boysen, Pressesprecherin des Bündnisses, in der Mitteilung. Weiter heißt es: „Die AfD will sich als Unterstützerin derer präsentieren, die von Armut bedroht sind und (angeblich) keine Lobby haben. Wir kennen dieses ‚Kümmererprinzip‘ noch von der NPD und es ist hier genauso verlogen. Die extreme Rechte löst keine sozialen Probleme, sie verschärft sie. Niemandem wird es mit der AfD besser gehen, höchstens anderen noch schlechter – das ist ein zynisches Kalkül, dem es entschieden zu widersprechen gilt.“

Peters betonte, das Bündnis wolle soziale Fragen in den Mittelpunkt stellen. „Unser Bündnis hat sich seit seiner Gründung für soziale Gerechtigkeit stark gemacht und wird dies weiterhin tun. Wir lösen soziale Probleme gemeinsam und solidarisch, nicht durch Ausgrenzung, Polarisierung und Hetze. Münster wird auch am 7. Februar kein gutes Pflaster für die extreme Rechte sein.“

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