„Richtiger Schritt, dem weitere folgen sollten“ IHK Nord Westfalen und CDU Münster äußerten sich zu den geplanten Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen

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Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen (Foto: IHK)
Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen (Foto: IHK)

Als wichtiges Signal für die regionale Wirtschaft wertet die IHK Nord Westfalen (mit Sitz in Münster) die gestern gefassten Beschlüsse zur Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen. „Dass Einzelhandelsgeschäfte bis 800 Quadratmeter ab Montag wieder öffnen dürfen, ist ein richtiger Schritt“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel. Diesem Schritt sollten aber schnell weitere Folgen, wenn die gesundheitspolitische Lage dies zulasse.

Die Differenzierung allein aufgrund der Verkaufsfläche hält Jaeckel für schwierig. „Auch in größeren Handelsunternehmen können mit baulichen Vorkehrungen wirksame Schutz- und Hygienemaßnahmen umgesetzt werden“, meint Jaeckel. Entscheidend für die Öffnung müsse letztendlich sein, dass sich ein Unternehmen an die Sicherheits- und Hygienevorschriften halte. Moderne Möglichkeiten zur Kundensteuerung würden nicht berücksichtigt.

„Gerade die größeren Handelsunternehmen bilden in vielen Klein- und Mittelzentren den zentralen Motor für die Innenstädte, ohne den in vielen Fällen auch der übrige Handel dort nicht funktionieren wird“, schätzt der IHK-Hauptgeschäftsführer die Situation ein. Auch im Tourismus- und Gastgewerbe sieht er „Spielraum für Geschäftsmodelle mit reduzierten Kontaktrisiko“ beispielsweise durch Mindestabstände in Restaurants oder Abstandszonen im Kassenbereich. Unter anderem auch für diese Anliegen werde die IHK Nord Westfalen weiter gegenüber der Landes- und Bundespolitik werben.

Hendrik Grau (Foto: CDU Münster)
Hendrik Grau (Foto: CDU Münster)

„Jetzt über Konzepte nachdenken, wie wir unsere heimische Wirtschaft stärken können!“ Dazu fordert der Kreisvorsitzende der CDU Münster, Hendrik Grau, auf. „Natürlich ist es aus epidemiologischer Sicht richtig, wenn die Wiederöffnung des Handels und der Gastronomie nicht zum unkontrollierten Ansturm auf die Geschäfte führt“, sagt Grau und fügt hinzu: „Wir müssen beobachten, wie groß der Andrang der Kunden wirklich sein wird. Auf der einen Seite wird es Menschen geben, die nur darauf warten wieder in die Läden zu strömen. Auf der anderen Seite wird es Menschen geben, die aus Eigenschutzinteresse zunächst noch vorsichtig sein und trotz teilweise wieder geöffneter Geschäfte den Weg dorthin meiden werden. Auch hier gilt: Gesetze und Verordnungen bilden das Mindestmaß, aber in der Hand eines jeden selbst muss es liegen, was er darüber hinaus persönlich tun kann und will.“

Um die Unternehmer in der Innenstadt zu unterstützen und die Besucherfrequenz zu erhöhen, schlägt Hendrik Grau unter anderen folgende Instrumente an: zeitweise kostenfreies Parken auf städtischen Parkplätzen und in städtischen Parkhäusern, kostenlosen ÖPNV in die Innenstadt und die Stadteilzentren sowie eine Erweiterung der Flächen für die Außengastronomie. Wichtig sei, „dass wir sämtliche Maßnahmen und die Auswirkungen genau beobachten, damit wir die Erfahrungen in die weitere, nachhaltige Stadtentwicklung einfließen lassen können.“

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