„Muenster_dings“ geht durch die Decke Über den Erfolg von Münsters beliebtester Memeseite bei Instagram

(Foto: Screenshot / Instagram / muenster_dings)
(Foto: Screenshot / Instagram / muenster_dings)

Mittlerweile verzeichnet „muenster_dings“ über 23.000 Follower:innen (Stand: 24.02.21) und Posts werden von zahlreichen User:innen geteilt. Auch Oberbürgermeister Markus Lewe ist unter den Follower:innen. Um der Frage nach dem Erfolg dieser Instagramseite auf den Grund zu gehen, muss zunächst geklärt werden, was genau ein Meme eigentlich ist.

Wer kann das besser wissen, als der Betreiber von „muenster_dings“ selbst, der noch anonym bleiben möchte. „Memes sind Insider mit Menschen, mit denen man unbewusst eine Gruppe bildet“, erklärt er. „Sie müssen für möglichst viele Menschen dieser Gruppe nachvollziehbar sein.“ In diesem Fall ist der gemeinsame Nenner also Münster. „Muenster_dings“ nutzt dafür Bilder und wenig Text, um das Geschehen aus Münster humoristisch zu beschreiben und um auf kleine Wunderlichkeiten der Domstadt aufmerksam zu machen.

Und das mit Erfolg: Begonnen hat alles im Oktober 2019. „Ich habe gemerkt, dass viele andere Städte schon Memeseiten haben, Münster hatte aber noch keine“, erzählt der Münsteraner. So kam es dann zum ersten Post von „muenster_dings“. Seitdem folgten etliche Posts, die von den Follower:innen fleißig versendet und geteilt werden. Gerade während des Schneechaos habe sich seine Reichweite wahnsinnig vergrößert. Aber auch vorher war die Resonanz schon sehr positiv: „Ich bekomme echt viele nette Nachrichten und fast ausschließlich positives Feedback.“ So konnte er durch einen Repost sogar schon zwei Follower:innen zu einem Date verhelfen. Auch die Bezeichnungen „Hansa Hanna bzw. Hannes“ und „Münster Mareike bzw. Manni“ für Münster verliebte Bürger:innen stammen von „muenster_dings“.

(Foto: Screenshot / Instagram / muenster_dings)
(Foto: Screenshot / Instagram / muenster_dings)

Fast jeden Tag kommt mindestens ein neues Meme. „Wenn ich ein Ereignis spannend oder lustig finde, mache ich mir sofort Notizen. Bei dem Erstellen der Memes gehe ich danach, was ich selbst lustig finde. Worüber ich selbst bei Instagram lachen würde“, berichtet der Meme-Macher. Dabei wolle er vor allem respektvoll bleiben. „Ich mache mir darüber schon im Vorfeld viele Gedanken, aber das gelingt mir leider manchmal auch nicht.“ Er sei dann froh, wenn ihn jemand darauf hinweise, damit die zukünftigen Posts noch sensibler werden. „Witze, also Sprache generell, sind ein Machtinstrument. Unterschiede und Ungleichheiten werden durch Sprache sichtbar gemacht. Oder können diese sogar verstärken. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.“ So gendert er zum Beispiel in seinen Posts, auch wenn das für einige zunächst ungewohnt sein könnte. Seine Inspiration ist dabei das tägliche Geschehen in Münster. Aber natürlich inspirieren ihn auch seine Freund:innen. So sei es schon fast eine Berufskrankheit geworden, dass er Neuigkeiten zu Münster immer mit einem gewissen Hintergedanken aufnehme. „Ich möchte mich durch Memes humoristisch, aber auch kritisch, mit dieser vermeintlichen Perfektion auseinandersetzen, die Münster manchmal ausstrahlt“, erzählt er.

Mit einer großen Reichweite kommt natürlich auch eine gewisse Verantwortung. „Anfangs wollte ich mich nicht politisch äußern, da „muenster_dings“ eine Memeseite bleiben sollte. Mittlerweile höre ich da aber auf mein Bauchgefühl und tue es teilweise doch.“ So gibt der Macher der Münster-Memes  zwar manchmal seine eigene Meinung preis, kennzeichnet diese dann aber auch als solche. Er macht auch klar, dass er zum Beispiel im Rahmen von rassistischen Debatten nicht zum betroffenen Personenkreis zählt. „Muenster_dings“ verweist dann häufig auf andere Accounts, die sich intensiver mit sensiblen Thematiken auseinandersetzen. „Nach politischeren Posts verliere ich zwar im Vergleich zu anderen Posts die meisten Follower:innen, aber ich bekomme auch die größte Zahl positiver Nachrichten. Und das ist für mich ein wichtigeres Feedback.“

(Foto: Screenshot / Instagram / muenster_dings)
(Foto: Screenshot / Instagram / muenster_dings)

Gerade aber, weil er anonym ist, möchte er eine zu starke Politisierung des Accounts vermeiden. Denn eine so große, aber anonyme Reichweite kann auch Gefahren bergen. „Als öffentlicher anonymer Account möchte ich auch nicht zu sehr die moralische Keule schwingen. Als der Aasee zugefroren war, habe ich deshalb die Statements der Feuerwehr geteilt, um meine Follower:innen zu informieren. Die Meinungsbildung habe ich dann aber ihnen überlassen“, erklärt er. Ob er irgendwann die Anonymität verlassen möchte, hält er für wahrscheinlich. „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich das irgendwann mal sage. Ich wünsche mir dann aber, dass „muenster_dings“ weiterhin unabhängig von mir als Mensch gesehen werden kann“. Wann und wie, das ist noch offen. Alle, die sich hier also mehr Informationen bezüglich der Identität des Memecreators gewünscht haben, werden jetzt vermutlich ein bisschen enttäuscht sein. Nur so viel: Er ist ein weißer cis-Mann und Student. Diese Informationen hat er bei Instagram schon selbst bekannt gegeben.

„Muenster_dings“ versucht also, den Spagat zwischen Humor und Verantwortung auf seinem Account zu vereinen. Ohne die offene und aktive Community wäre dieses Format aber sicher nicht so erfolgreich.

Ein Kommentar

  1. Alles Münster !!! Da bin ich gerade zum ersten Mal !! Kein Problem die Stadt ist sehr interessant, viele Geschichten, Krimis, Dramas, Thrillers, fast wie Hitchcock. Habe immer noch das Fenster zur Strasse. Würde mich freuen, mehr zu erzählen Annegret Lemmermöhle Eckenerstr. 5 48147 Münster NRW Germany

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