Münster will Fairtrade-Hauptstadt werden

Lesezeit: 3 Minuten
Mit Platz 2 beim Wettbewerb um die "Hauptstadt des Fairen Handels" will sich die Stadt Münster nicht zufriedengeben. (Foto: TransFair e.V.)
Mit Platz 2 beim Wettbewerb um die “Hauptstadt des Fairen Handels” will sich die Stadt Münster nicht zufriedengeben. (Foto: TransFair e.V.)

Nach dem zweiten Platz im Wettbewerb um die “Hauptstadt des Fairen Handels 2019” soll es in der nächsten Runde in zwei Jahren Platz 1 werden. “Der Titel wäre schön. Hauptziel ist jedoch, dass der Faire Handel in dieser Stadt zur Selbstverständlichkeit wird. Die Vorbereitung auf die Bewerbung 2021 dient diesem Ziel”, so Michael Radau, der Sprecher der 16-köpfigen “Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Münster”.

Die Unterstützung der Stadt auf diesem Weg ist ihr sicher. Oberbürgermeister Markus Lewe dankte der Steuerungsgruppe bei ihrem jüngsten Treffen im Stadtweinhaus. “Dass Münster seit 2011 das Qualitätssiegel Fairtrade-Stadt führen darf, beruht wesentlich auf dem nun schon fast zehnjährigen ehrenamtlichen Einsatz der Steuerungsgruppe”, so Lewe. Ihr sei es gelungen, viele Engagierte zu erreichen und neues Engagement zu wecken, um den Fairen Handel in den Strukturen der Stadtgesellschaft zu verankern. “‘Wenn Münster in diesem Jahr unter den bundesweit 100 Bewerbungen den zweiten Platz belegt hat, ist das auch das Verdienst der Steuerungsgruppe”, sagte der Oberbürgermeister. “Sie ist Garant, dass das vom Rat in der ‘Nachhaltigkeitsstrategie 2030’ beschlossene Ziel ‘Fairer Handel’ tatsächlich erreicht wird.”

Exakte Zahlen zum Umfang fair gehandelter Produkte in Münster gibt es nicht. Schätzungsweise dürften aber weit über hundert Geschäfte Waren mit dem Fairtrade-Siegel im Sortiment haben. Hinzu kommen mehr als 50 gastronomische Betriebe und Kantinen, die fair gehandelte Produkte verwenden, außerdem zahlreiche Schulen, Vereine und Initiative, die für fairen Handel werben und teilweise selbst Waren verkaufen. In der Steuerungsgruppe sind vertreten: Einzelhandel, Gastronomie, Universität, Unternehmen, Verbände, Kirchen, Eine-Welt-Gruppen, Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit und Stadtverwaltung. Sie alle haben Kontakt zu Akteuren und potenziellen Mitstreitern für die Sache des Fairen Handels. “Wo ein Produkt aus Fairem Handel verfügbar ist, muss dieses Produkt Priorität bekommen – im Handel, in der Gastronomie, bei den Konsumenten”, so Michael Radau. Dafür werde in den nächsten zwei Jahren Überzeugungsarbeit geleistet.

Münster zeigt Gesicht für Fairen Handel

Dabei wird die Aktion “Münster zeigt Gesicht für den Fairen Handel” helfen. Gefragt sind Männer und Frauen, die hinter einer gerechten Wirtschaftsweise stehen und auf weltweite Handelsgerechtigkeit, Transparenz und langfristige Handelspartnerschaften setzen. Gesicht zeigen kann jeder und jede mit seinem Foto und einem Statement, das die Steuerungsgruppe in der Öffentlichkeitsarbeit verwendet. Sie hat dafür ihren Infostand – wie zuletzt beim Interkulturellen Fest – mit einem Fotoautomaten ausgestattet. Unternehmen, Vereine, Einrichtungen, Schulen, Kitas, Geschäfte und Büros können ihre Unterstützung signalisieren, indem sie das Logo “Fairer Handel Münster – Ich unterstütze die Bewerbung der Stadt Münster ‘Hauptstadt Fairer Handel 2021′” auf ihren Webseiten veröffentlichen. Die Steuerungsgruppe bedankt sich, indem sie im Gegenzug die Logos der Unterstützer auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Schulen und Kitas lassen sich zertifizieren

Neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter für den Fairen Handel verspricht sich die Steuerungsgruppe aus den Stadtbezirken und ihren Stadtteilen. “Dort haben die Bürgerinnen und Bürger gut funktionierende Netzwerke, in diese möchten wir uns gerne einbringen und ‘Fairtrade-Netzwerke’ aufbauen”, sagte Michael Radau. Das Vorhaben wurde bereits in allen sechs Bezirksvertretungen vorgestellt. Mit Hiltrup befindet sich der erste “Faire Stadtteil” schon auf dem Weg. Dort haben sich inzwischen auch die ersten Schulen und Kitas als Fairtrade-Schulen und Fairtrade-Kitas anerkennen lassen oder sind im Zertifizierungsverfahren. Darunter sind fast alle weiterführenden Schulen Hiltrups. Georg Knipping, stellvertretender Sprecher der Steuerungsgruppe: “Wir freuen uns über alle, die mitmachen und andere zum Mitmachen bewegen.”

Mehr zum Thema: www.fairtradetownmuenster.de | Susanne Rietkötter, Amt für Bürger- und Ratsservice, 02 51/4 92-33 26, rietkoetter@stadt-muenster.de.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.