Stadtwerke setzen auf Wärme aus dem Kanal Stadtwerke Münster nehmen zweite Großwärmepumpe in Betrieb

In der vergangenen Woche nahmen die Stadtwerke Münster ihre zweite Großwärmepumpe in Betrieb. In der kommenden Heizperiode erzeugt sie einen Teil der Fernwärme und nutzt dafür Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal. (Foto: Stadtwerke Münster)
In der vergangenen Woche nahmen die Stadtwerke Münster ihre zweite Großwärmepumpe in Betrieb. In der kommenden Heizperiode erzeugt sie einen Teil der Fernwärme und nutzt dafür Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal. (Foto: Stadtwerke Münster)

Am münsterschen Stadthafen ist eine zweite Großwärmepumpe der Stadtwerke Münster in den Regelbetrieb gegangen. Die Anlage befindet sich in der Gebäudehülle des ehemaligen Kohleheizkraftwerks und nutzt Wärme aus dem Wasser des Dortmund-Ems-Kanals.

Die Wärmepumpe hat eine Leistung von zwei Megawatt und kann damit rechnerisch den Wärmebedarf von rund 800 Haushalten decken. Nach Angaben der Stadtwerke lassen sich dadurch jährlich mehr als 3.000 Tonnen lokale CO₂-Emissionen einsparen, weil im Hafenkraftwerk entsprechend weniger Erdgas zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden muss.

Die Anlage bringt das Wasser auf Temperaturen von knapp 100 Grad Celsius. Diese sind notwendig, damit die Wärme in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Die Wärmepumpe ist Teil eines sogenannten innovativen Systems für Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK), das vom Bund gefördert wird.

Fernwärme soll erneuerbarer werden

In Münster werden jährlich mehr als 550 Gigawattstunden Fernwärme genutzt. Das entspricht etwa einem Fünftel des gesamten Wärmebedarfs der Stadt. Die Stadtwerke wollen die Fernwärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energiequellen umstellen.

Neben Großwärmepumpen setzen sie dabei unter anderem auf Tiefengeothermie und Solarthermie in Verbindung mit Wärmespeichern. Nach den gesetzlichen Vorgaben soll Fernwärme bis 2045 aus erneuerbaren Wärmequellen erzeugt werden.

„Fernwärme wird zukünftig deutlich vielfältiger erzeugt als bisher. An die Stelle eines zentralen Kraftwerks treten unterschiedliche kleinere Wärmeerzeuger, die dezentral dort entstehen können, wo erneuerbare Wärmequellen und Möglichkeiten zur Netzanbindung verfügbar sind“, sagt Markus Bieder, Leiter der Wärme- und Stromerzeugung der Stadtwerke Münster.

Als mögliche Wärmequellen nennt er neben Gewässern auch Industriestandorte mit nutzbarer Abwärme sowie geeignete Standorte für Geothermie.

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