Da wird man doch meschugge …? Teil 13 unserer Masematte-Kolumne: Unserer Autorin reicht's so langsam mit den guten Tipps für's Zu Hause bleiben!

Lesezeit: 3 Minuten
Bei soviel Tipps für's zu Hause bleiben, wird der Hund auch ohne Pfanne verrückt. (Stockfoto: Pexels / CC0)
Bei soviel Tipps für’s zu Hause bleiben, wird der Hund auch ohne Pfanne verrückt. (Stockfoto: Pexels / CC0)

Also, ihr kochumen Seegers und Kalinen, so langsam hege ich nen Rochus. 

Als ob dat mit dat Corona-Virus und die Malessen mit die Kotens, die toflen und kranken Seegers und Kalinen unter uns (und dat mit dat Home-office von unsere Mischpoke, die jetzt den Küchentisch in Beschlag nehmen) nicht reicht…

 Ich brauche ömmes:

 

  1. keine Bastelanleitungen für Kotens mehr, von dat Basteln kriege ich die Pimpelgicht! (Und die ist ömmes hamel schovler als den Kabuff-Koller.) Und die Kotens ausse Nachbarschaft wollen mein Gebasteltes nicht mehr haben. 
  2. keine Videos, wie ich bei Beis Sport makeimen soll. Ich bösch anne Öle spazieren, dat muss reichen!
  3. keine Hügerei, wen ich jetzt alles mein Moos inne Strotte werfen soll!
  4. Hinweise, datt ich Gutscheine biggen soll für irgendwelchen Tinnef, den ich nicht brauche! 
  5. keine Anleitungen, wie ich mir einen Lobben-Schutz nähen soll (ich bin keine Kowerin). Und damit sehe ich aus wie so ne Bambulenbunken-Kaline beim Banküberfall.  
  6. keine Rezepte zum Backen mit Hefe. Dat Brot für die Knierften kann ich mich immer noch bei meinem Bäcker biggen. Und dat schmeckt joveler. 
  7. keine Online-Rund-Bösch-Gänge von langweiligen Museen, wo vorher und nachher auch keiner hinböschen würde. 
  8. keine Witze über Klopapier mehr, ich hege da keinen Jontev mit …
  9. ich brauch auch keine Zeitschriften-Abos (von Zeitungen, die ich sonst nur stikum beim Schmarrer lese).
  10. keine Tipps, wie ich den „Home-office Tisch“ von meine Mischpoke kurant dekoriere (da sollte ömmes malocht werden und Maloche is Maloche, auch ohne Oster-Jebberos und bunte Jarrikes …) 
  11. Jetzt wichtig: Nicht nur Applaus und Mukke von Balkon für die, die inne Teewinde wullachen, sondern ömmes ne Bewirche, die sich langfristig lohnt und die endlich zeigt, wie wichtig die Maloche für uns alle ist!
  12. Keine schoflen Kneisterblicke ausse Döppen, wenn mal einer hustet, als ob dat son Amok-Attentäter wär, der uns alle mulo makeimen will!
  13. keine Tipps, wie ich die Schonte ohne Klopapier von den Tokus wegkriege!!!!!

Und ….

  1. bitte soll niemand mehr schmusen: Bleib gesund! Sonst werde ich so kolone in mein Schero, dat ihr später allesamt inne Teewinde müsst. Oder direkt aufn Machullenkamp …

Ach, am besten ich schmeiß den Kneisterkasten ausse Fenete und den Laberzomen hinterher. Und dann noch die Waage, die is auch hamel nerbelo geworden (siehe Punkt zwei!) …, vielleicht böscht ja grad jemand von meine Mischpoke da unten her … 

Tokusmalokus! Mascheminus! Maschemau …, und bei euch so? Alles jovelino? 

Glossar: meschugge: verrückt / Mischpoke: Verwandtschaft / bei Beis: Zuhause / kochum: klug / Seegers: Kerle / Kalinen / Frauen / Malessen: Probleme / Kotens: Kinder / tofel: alt / ömmes: tatsächlich / hamel: sehr / schovel: schlecht / Kabuff-Koller: Budenkoller (Erfindung M.L.-B. ) / böschen: laufen / Öle: Kanal / Hügerei: Geld leihen / Moos: Geld / Strotte: Hals / biggen: einkaufen / Tinnef: Quatsch / Lobben-Schutz: Mundschutz (Erfindung M.L.-B.) / Kowerin: Schneiderin / Bambulenbunken-Kaline: Räuberbraut / Knierfte: Butterbrot / Jontev: Spaß / stikum: heimlich / Schmarrer: Arzt / kurant: hübsch / Jebbero: Kaninchen, hier Osterhase / Jarriken: Ei / Teewinde: Krankenhaus / wullachen: schwer arbeiten / Bewirche: Lohn, Gehalt / Kneisterblicke: Blicke / Döppen: Augen / mulo makeimen: tot machen / Schonte: Scheiße / Tokus: Hintern / kolone: verrückt / Schero: Kopf / Machullenkamp: Friedhof / Kneisterkasten: Fernseher / Laberzomen: Laberknochen, Handy (Erfindung M.L.-B.) / nerbelo: verrückt / Tokusmalokus: Donnerwetter / Mascheminus maschemau: ach je, oh ja, ach nein, ach herrje … / alles jovelino? : Alles gut? 

Wortkunde Masematte: Warum Teewinde für Krankenhaus? Sehr interessant: Das Wort kommt aus dem Rotwelschen, einer alten Räubersprache aus dem Mittelalter. „Winde“ bedeutet Haus und Tee, eben Tee … Das Haus, wo mit Tee geheilt wird. Ach, nein, bitte nicht!!!!!!

Marion Lohoff-Börger

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