Ein Licht für Existenzen Mitarbeiter und Selbständige aus Gastronomie und Veranstaltungsbranche setzen Zeichen ihrer Unzufriedenheit

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In der Nacht vor dem erneuten Lockdown nahmen über 60 Menschen an der Mahnwache vor dem Rathaus teil. (Foto: Tim Theodor)
In der Nacht vor dem erneuten Lockdown nahmen über 60 Menschen an der Mahnwache vor dem Rathaus teil. (Foto: Tim Theodor)

In der vergangenen Nacht setzten über 60 Wirte, Angestellte aus der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche sowie Kulturschaffende aus Münster ein friedliches Zeichen der Unzufriedenheit vor dem Münsteraner Rathaus. Um fünf vor zwölf wurden am Rathaus Kerzen für die durch den erneuten Lockdown geschlossenen Betriebe und gefährdeten Arbeitsplätze entzündet. Organisiert wurde die Aktion von Damian Werg.

Die Idee dazu hatte der gelernte Hotelfachmann von einem befreundeten Barkeeper aus Hamburg übernommen. „Dort und in anderen Städten Deutschlands wurden Grablichter vor die Gastronomiebetriebe gestellt“, sagt Damian Werg. „Meiner Meinung nach haben die Grablichter aber gebündelt mehr Symbolik und Aussagekraft. Daher habe ich mich dazu entschieden, das ganze als Veranstaltung anzumelden und durchzuführen.“ Der 26-Jährige ist zutiefst bestürzt darüber, die Branche, die er seit 10 Jahren sein Zuhause nennt, so leiden zu sehen. „Wir sind eines der ältesten Gewerbe der Welt und werden immer noch nicht adäquat respektiert.“ Doch auch bei den Freischaffenden, Künstlern, Veranstaltern und Dienstleistern in der Branche ist die Lage derzeit nicht weniger schlimm, daher wurden auch sie zu der Aktion eingeladen.

„Die Gastronomen in Münster sind einfach nur fassungslos“, weiß Werg, der selber in verschiedenen Restaurants und Bars hinter dem Tresen gestanden hat. „Nach all den Auflagen, Umbauten, Aufstockungen und Umstrukturierungen gibt es als Dank nochmal einen Monat Schließung.“ Um den vom Lockdown Betroffenen ein wenig unter die Arme zu greifen, plant er mit Freunden und Kollegen einen exklusiven Adventskalender mit Aktionen und Wertgutscheinen von den betroffenen Betrieben. „Hier soll der Erlös direkt an die Teilnehmer und ein Teil an gemeinnützige Organisationen gehen.“ Für Damian Werg steht jetzt erstmal der nächste Monat Kurzarbeit an. Für die Harbourside, einem Co-Working Space, sollte er ursprünglich für Neueröffnungen gastronomische Konzepte planen. Doch auch das liegt nun erstmal auf Eis.

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