
Die Stadt Münster hat am Dienstag zwölf Belüftungsgeräte im Aasee in Betrieb genommen. Sie sollen angesichts der starken Algen- und Cyanobakterienbildung vorsorglich die Sauerstoffversorgung verbessern und Rückzugsräume für Fische schaffen. Ein akuter Sauerstoffmangel besteht nach Angaben der Stadt derzeit allerdings nicht.
Noch Anfang August waren die Geräte ausgeschaltet geblieben. Als die Stadt vor erhöhten Konzentrationen von Cyanobakterien – umgangssprachlich Blaualgen – im Aasee warnte, bewegte sich der Sauerstoffgehalt nach damaligen Angaben in einem stabilen Bereich. Die Belüfter waren jedoch betriebsbereit und sollten bei Bedarf kurzfristig eingeschaltet werden. Dieser Schritt ist nun erfolgt.
Warum die Belüfter jetzt laufen
Grund dafür sind die anhaltende Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen sowie die starke Bildung von Algen und Cyanobakterien. Der Sauerstoffgehalt im Aasee sei weiterhin stabil, wie die Stadt Münster in einer Medienmitteilung erklärt. Die Geräte werden daher vorsorglich eingesetzt.
Eine Rolle spielt dabei auch der Wetterumschwung. Algen können dadurch absterben. Beim anschließenden Abbau der abgestorbenen Biomasse wird Sauerstoff verbraucht. Besonders in tieferen Wasserschichten kann es dann zu Sauerstoffmangel kommen. Die Belüfter durchmischen das Wasser und reichern es örtlich mit Sauerstoff an.
Flache Gewässer wie der Aasee erwärmen sich im Sommer besonders schnell. Zudem können sich unterschiedlich warme Wasserschichten bilden, wodurch kaum noch Sauerstoff in tiefere Bereiche des Sees gelangt. Das kann Fische und andere Wasserlebewesen belasten.
Belüfter schaffen Rückzugsräume
Die Geräte können allerdings nicht den gesamten Aasee mit zusätzlichem Sauerstoff versorgen. Auch eine Abkühlung des Wassers ist damit nicht möglich. Stattdessen sollen sie örtlich Bereiche mit höherem Sauerstoffgehalt schaffen, in die sich Fische bei kritischen Bedingungen zurückziehen können.

Wie gravierend Sauerstoffmangel im Aasee werden kann, zeigte sich im Sommer 2018. Damals kam es nach einer ausgeprägten Algenblüte und einem anschließenden Einbruch des Sauerstoffgehalts zu einem massenhaften Fischsterben. Cyanobakterien treten im Aasee immer wieder auf. Trotz ihrer umgangssprachlichen Bezeichnung „Blaualgen“ handelt es sich dabei nicht um Algen, sondern um Bakterien. Einige Arten können Giftstoffe bilden. Anfang August hatte die Stadt wegen erhöhter Konzentrationen im Aasee erneut vor einem Kontakt mit dem Wasser gewarnt.
Geräte sollen nur so lange wie nötig laufen
Die Stadt überwacht die Wasserqualität während der Sommermonate eng, um kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Weil der Betrieb der zwölf Belüftungsgeräte viel Energie benötigt, sollen sie nur so lange wie nötig eingesetzt werden. Die Belüftung gehört zur städtischen Resilienzstrategie und zum Handlungskonzept für den Aasee. Ziel ist es, das Ökosystem langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
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