
Im Aasee sind erneut erhöhte Konzentrationen von Blaualgen festgestellt worden. Menschen sollen den Kontakt mit dem Wasser vermeiden, auch Hunde sollten derzeit weder in den See gelassen werden noch daraus trinken. Es ist nicht das erste Mal, dass Blaualgen im Aasee in größeren Mengen auftreten. Ein Blick zurück zeigt: Das Problem beschäftigt Münster bereits seit Jahrzehnten.
Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei Blaualgen nicht um Algen. Es sind Bakterien, genauer gesagt Cyanobakterien. Einige Arten können Giftstoffe bilden. In höheren Konzentrationen können sie deshalb für Menschen und Tiere gesundheitlich problematisch sein. Aktuell sind die Blaualgen an mehreren Stellen sichtbar, unter anderem an der Freitreppe bei den Aasee-Kugeln. Betroffen ist auch die Münstersche Aa stromabwärts im Bereich der Westerholtschen Wiese.
Wie die Stadt Münster in einer Medienmitteilung erklärt, sind die Möglichkeiten zur akuten Bekämpfung des erhöhten Blaualgenaufkommens begrenzt. Die Entwicklung werde deshalb vor Ort engmaschig beobachtet und kontrolliert. Die im Aasee installierten Belüfter dienen dazu, bei Bedarf zusätzlichen Sauerstoff in das Wasser einzubringen. Sie sind keine unmittelbare Maßnahme gegen die aktuell erhöhte Konzentration der Blaualgen. Da sich der Sauerstoffgehalt des Aasees derzeit in einem stabilen Bereich bewegt, laufen die Belüfter momentan nicht. Sie seien jedoch jederzeit betriebsbereit und könnten bei Bedarf kurzfristig eingeschaltet werden.
Blaualgen schon seit Jahrzehnten ein Thema
Blaualgen sind im Aasee kein neues Phänomen. Bereits Anfang der 2000er-Jahre dokumentierten Untersuchungen zeitweise erhebliche Konzentrationen von Cyanobakterien und der von ihnen gebildeten Giftstoffe. Die Stadt setzte in den folgenden Jahren unter anderem darauf, Phosphat zu binden und den Blaualgen damit einen Teil ihrer Nährstoffgrundlage zu entziehen. Dennoch kam es beispielsweise 2008 erneut zu einer deutlichen Cyanobakterienblüte mit sichtbaren Ansammlungen auf der Wasseroberfläche.
Besonders einschneidend war der Sommer 2018. Damals meldete die Stadt eine erhöhte Blaualgenbildung im Aasee. Wenig später verschlechterte sich die Situation im Gewässer dramatisch: Rund 20 Tonnen Fische sowie zahlreiche Wasservögel verendeten. Das Fischsterben war nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Mehrere Faktoren kamen zusammen, darunter ein massiver Sauerstoffmangel nach einem plötzlichen Algensterben. In den Folgejahren war die Blaualgenbelastung nicht durchgehend hoch. Für die heißen und trockenen Jahre 2019 und 2020 berichtete die Stadt rückblickend von nur wenigen Blaualgen. Auch Anfang Juli 2025 war die Algenkonzentration trotz hoher Temperaturen noch niedrig.
2023 wieder hohe Konzentrationen
Im Sommer 2023 wurden Blaualgen erneut zu einem akuten Thema. Im Juli berichtete die Stadt zunächst von einer sprunghaften Zunahme von Grünalgen und Cyanobakterien. Während die gesamte Algenmenge anschließend bereits wieder zurückging, erhöhte sich der Anteil der Cyanobakterien weiter.
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Schließlich wurden im Aasee hohe Konzentrationen von Cyanobakterien nachgewiesen. Menschen sollten den Kontakt mit dem Wasser möglichst gering halten und es keinesfalls verschlucken. Auch Hunde sollten nicht ins Wasser und nicht daraus trinken. Erhöhte Konzentrationen wurden ebenfalls in der Aa im Bereich der Westerholtschen Wiese festgestellt.
2024 hielt das Problem über Wochen an
Auch im folgenden Sommer traten größere Mengen Blaualgen auf. Mitte Juli 2024 sammelten sie sich vor allem im Bereich der Freitreppe an. Die Stadt ließ die Ansammlungen absaugen und warnte vor dem Kontakt mit dem Wasser. Die Blaualgenkonzentration im Aasee wurde zu diesem Zeitpunkt als verhältnismäßig hoch beschrieben. Eine schnelle Entspannung blieb aus. Noch im August meldete die Stadt erhöhte Konzentrationen im gesamten Aasee und in der Aa unterhalb des Sees. Im innenstadtnahen Bereich waren großflächige Blaualgenteppiche sichtbar und teilweise auch zu riechen.
Erst im September verbesserte sich die Situation deutlich. Die Stadt berichtete von gesunkenen Blaualgenkonzentrationen. Warme und windstille Tage, hohe Wassertemperaturen und der Nährstoffreichtum des Gewässers hatten zuvor die starke Vermehrung der Cyanobakterien begünstigt.
2026 erneut erhöhte Konzentrationen
Die aktuelle Warnung reiht sich damit in mehrere dokumentierte Blaualgenereignisse ein. Anders als während der Krise 2018 besteht derzeit allerdings kein akutes Sauerstoffproblem. Nach Angaben der Stadt sind die Werte stabil, die Entwicklung wird weiter engmaschig kontrolliert. Erhöhte Blaualgenkonzentrationen sind damit im Aasee seit mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder dokumentiert. Eine dauerhaft hohe Belastung lässt sich daraus allerdings nicht ableiten: Zwischen den problematischen Phasen gab es auch Jahre, in denen deutlich geringere Konzentrationen festgestellt wurden.
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