Vainstream Festival auf Sparflamme Beer & BBQ Livestream im und aus dem Biergarten der Sputnikhalle

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Das Haus so voll wie gerade möglich bei der Vainstream Night - Beer & BBQ (Foto: Benni Meier)
Das Haus so voll wie gerade möglich bei der Vainstream Night – Beer & BBQ (Foto: Benni Meier)

Soviel ist sicher; das Virus steht wohl nicht auf Punk, Metal & Hardcore: Die Coronapandemie machte auch vor der Absage des Vainstream-Rockfests in diesem Jahr nicht Halt. Eigentlich wären am Samstag -wie in den letzten Jahren auch- rund 16.000 Musikfans auf das Freigelände neben der Halle Münsterland geströmt, um die 15.Jubiläumsausgabe des Festivals mit Bands wie The Offspring, Sum 41, BoySetsFire, Enter Shikari und vielen anderen Acts mehr zu feiern – die Gitarrensause findet jetzt mit (fast) allen beteiligten Künstlern im kommenden Jahr statt. Ein von der Besucherzahl her reduziertes „Festival im Taschenformat“ fand aber dennoch statt. 

So ganz konnte und wollte Veranstalter Timo Birth als Kingstar-Firmenchef dann doch nicht auf das liebgewonnene Event im Jubiläumsjahr verzichten. Rund 75 im Vorverkauf erhältliche, zu reservierende Tischkarten waren blitzschnell ausverkauft; noch einmal dieselbe Anzahl an Pressevertretern, VIP`s und Freunden des Hauses Kingstar bevölkerten brav an Biertischen sitzend die Freifläche vor der Sputnikhalle. Gesponsort vom Lingener Heavy-Textil-Giganten EMP sowie dem rockaffinen Sender Radio Bob startete ab 21 Uhr ein Livestream vom Hawerkampgelände, der von Donots-Sänger Ingo Knollmann und Benny Hilleke (Neaera) unterhaltsam moderiert wurde.

Bereits am Tag zuvor hatten es sich die beiden Vokalisten mit Festivalmacher Birth zum gemütlichen Talk auf dem Konzertgelände mit Sofagarnitur häuslich eingerichtet, um über die vergangene Historie des Events, Geschichten und Logistik rund um 15 Jahre Vainstream zu plaudern – sowie einen vagen Ausblick auf das nachzuholende Feier im kommenden Jahr zu werfen. Interviews, Stories und „Behind-The-Scenes“-Schnipsel mit Musikern, Security-Leuten und Zuschauern reicherten diese Ausführungen informativ-gehaltvoll und sympathisch an und verwiesen nochmals auf den familiären Charakter dieses innerstädtischen „Festivals der kurzen Wege“.

Sonderschule begeisterten mit Ihrer Interpretation des K.I.Z.-Hits "Hurra die Welt geht unter". (Foto: Benni Meier)
Sonderschule begeisterten mit Ihrer Interpretation des K.I.Z.-Hits “Hurra die Welt geht unter”. (Foto: Benni Meier)

Das erste kurze Liveset des Abends übernahm die münstersche Metalcore-Formation Neaera, die besetzungsmässig auf der Bühne zunächst jedoch nur zu viert auszumachen waren. Sänger Benny sang den ersten Song vom Dach der Sputnikhalle, stimmungsvoll und atmosphärisch von roten Bengalos umrahmt. Nach rund vier Songs warf sich das Moderatorengepann Knollmann / Hilleke dann wieder rhetorisch versiert die Bälle zu und stellte nochmals den gemeinnützigen „Trinken-für-einen-guten-Zweck“-Grundgedanken der samstäglichen Miniaturfeier in den Vordergrund: Denn sämtliche Einnahmen des Abends stellt Veranstalter Kingstar der Kinderkrebshilfe e.V. in Münster zur Verfügung.

BoySetsFire-Sänger Nathan Gray wurde aus seinem Haus in Delaware per Stream zugeschaltet und performte drei Songs auf der Gitarre, bevor das HipHop-Duo MNYPNK (mit Vokalen ausgeschrieben Moneypunk) dann für rund drei Songs Beats, Loops und Sprechgesang in den Bühnenfokus rückte. Eindeutiges musikalisches Highlight des Abends war die beseelte Unplugged-Version von Sondaschule-Sänger Tim und seiner Band, der dem ohnehin schon apokalyptischen K.I.Z.-Song „Hurra die Welt geht unter“ mit seinen sonoren Vocals nochmal ein zusätzliches Gänsehaut-Feeling verlieh. An den überschwenglichen (jedoch zur emotionalen Zurückhaltung gezwungenen) Publikumsreaktionen auf diese Livemusik-Situation im Laufe des gesamten Abends ließ sich deutlich ablesen, wie sehnsüchtig und ausgehungert die Menschen der Rückkehr von Kulturgütern wie Musik, Geselligkeit und öffentlichem Leben mittlerweile entgegenfiebern – Corona; Du kannst gerne jetzt endlich abhauen!

Wer nicht vor Ort war, aber dennoch seinen Obolus für die Kinderkrebshilfe spenden möchte, der kann dies hier online noch nachholen.
Frank Möller

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