Intensives Erlebnis, das viel Spaß gemacht hat Projekt Schaufensterradio von medienforum münster e. V. zusammen mit Radio Q und Beatnetz Münster am Verspoel erfolgreich abgeschlossen

Paul Sattler (li.) und René Back lassen sich beim Schaufensterradio beim Radio machen beobachten. (Foto: Dennis Welpelo)
Paul Sattler (li.) und René Back lassen sich beim Schaufensterradio beim Radio machen beobachten. (Foto: Dennis Welpelo)

Ein sonst meist leeres Schaufenster am Verspoel und eine sonst eher triste Durchfahrt direkt daneben wurden in den letzten drei Tagen mit viel Leben und ganz unterschiedlichen Klängen gefüllt. Mal waren es klassische Radiosendungen mit Gesprächen zu ganz unterschiedlichen Themen, mal Beats und Breaks von Atwashere und anderen DJs, mal Klangkunst von Anja Kreysing oder Lieder von der Türmerin Martje Thalmann mit dem singenden Stadtführer Clemens August Homann auf münsterländischem Platt. Organisiert hat dieses Schaufensterradio das medienforum münster zusammen mit Radio Q und dem Beatnetz Münster.

Als sich Karsten Hannig vom Vorstand des medienforum münster e. V. am Sonntag nach 19 Uhr bei allen Mitwirkenden bedankte, merkte man ihm an, dass dabei ein Stein von seinem Herzen fiel. Denn das Ergebnis war trotz mancher technischen Herausforderung besser, als die Initiatoren selbst erwartet hatten. „Wir sind einfach mal gestartet und wollten es ausprobieren,“ bekannte Dennis Welpelo, der sich das Ganze mal zusammen mit Albert Ruppelt vom Beatnetz Münster ausgedacht und nun zusammen mit Paul Sattler von Radio Q organisiert hat. Welpelo zeigte sich nicht nur erleichtert, sondern sogar begeistert: „Wir hatten Mut zur Lücke. Aber es hat hundertprozentig funktioniert, weil so viele mitgezogen haben.“

Die Redaktion von Radio Q sendete nicht nur das tägliche Magazin "Abwasch" aus dem gläsernen Studio am Verspoel, sondern auch die Schallplattenplauderei "Quadrophonie". (Foto: Dennis Welpelo)
Die Redaktion von Radio Q sendete nicht nur das tägliche Magazin „Abwasch“ aus dem gläsernen Studio am Verspoel, sondern auch die Schallplattenplauderei „Quadrophonie“. (Foto: Dennis Welpelo)

So sendet der Campus-Sender Radio Q sein tägliches Abendmagazin „Abwasch“ normalerweise von einem Kellerstudio am Aasee, aber in den letzten drei Tagen konnten Passanten sie dabei durch das Schaufenster in der Innenstadt beobachten. Und auch diejenigen, die sonst ihre Sendungen für den Bürgerfunk mindestens drei Tage vor der Ausstrahlung an Antenne Münster übergeben müssen, versuchten sich am Verspoel in dem für sie ungewohnten Live-Betrieb und ließen sich dabei noch auf die Finger sehen. Zu hören war das Schaufensterradio von Freitag bis Sonntag auf www.webradio-muenster.de – einiges davon wird demnächst dort sicher wiederholt. So entstanden die aktuellen Ausgaben von „Antenne Antifa“, „Der LeseWurm“, „Radio Kaktus“, dem „B-Side Funk“ oder „Renés Rock-&-Blues-Shop“ live in dem gläsernen Studio.

Viele Bürgerfunker präsentierten bei dieser Gelegenheit andere Vereine und Initiativen der Stadt, vom Netzwerk Pflegefamilie oder dem MuM Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum bis NetzStecker, dem Büro für inklusive Medienbildung der Lebenshilfe Münster. Oder von Fahrradstadt Münster, die über den Parking Day informierten, bis UPLA e.V., die nicht nur für ihre 13. Lateinamerikawochen in Münster warben, sondern auch noch Vertreterinnen der karitativen Vereine pan y arte und musicamento mitbrachten.

Kinder beim Familienrundgang des Kulturrucksack NRW zum "Schauraum" führten ein kleines Klangkunstwerk vor, das live übertragen wurde. (Foto: Dennis Welpelo)
Kinder beim Familienrundgang des Kulturrucksack NRW zum „Schauraum“ führten ein kleines Klangkunstwerk vor, das live übertragen wurde. (Foto: Dennis Welpelo)

Am Samstag kamen zudem noch viele Kinder mit ihren Eltern beim Familienrundgang des Kulturrucksack NRW zum „Schauraum“ vorbei. Sie ließen sich dabei nicht nur zeigen, wie Radio gemacht wird, sondern führten selbst ein kleines Klangkunstwerk vor, das ebenfalls live übertragen wurde. Angeleitet von René Haustein hatten sie es kurz zuvor auf dem Weg von einer Kunstausstellung bis zum Verspoel geprobt. Andere kamen, weil sie zu Gast in einer Sendung waren, an einem der angebotenen Workshops teilnehmen oder einfach nur mal die Bürgerfunk-Studios sehen wollten. „Wir haben hier mehrere hundert Leute zusammengebracht, weil jede Stunde wieder eine neue Gruppe da war“, hob Dennis Welpelo hervor. „Immer wieder waren neue Menschen da, die an Führungen teilgenommen haben oder an Workshops. Und sie haben sich inspirieren lassen, mal ‚mit den Ohren zu denken‘.“

„Ein sehr sehr intensives Erlebnis, das total viel Spaß gemacht hat“, fasste Paul Sattler die drei Tage aus seiner Sicht zusammen. „Durch dieses Schaufenster wurden viele Menschen geschleust, die viele sehr unterschiedliche Sachen tun. Die sind sich hier am Verspoel rund um das Schaufensterradio begegnet und haben sich irgendwie ergänzt, gerade weil sie so unterschiedlich waren.“ Und Dennis Welpelo fügte hinzu: „Ich glaube, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, das wir so etwas gemacht haben: Uns zu zeigen mit dem was wir tun, nämlich Radio machen.“

Das Schaufensterradio haben Radio- und Audio-Begeisterte rund um das medienforum münster veranstaltet, zusammen mit Radio Q und dem Beatnetz Münster. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und von der LAG Soziokultur NRW.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.