Rechte Straftaten bleiben in Münster hoch In NRW wurde 2025 ein neuer Höchstwert erreicht

Protest gegen rechts in Münster. Im Jahr 2025 wurden in der Stadt 80 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst. (Archivbild: Thomas Hölscher)
Protest gegen rechts in Münster. Im Jahr 2025 wurden in der Stadt 80 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst. (Archivbild: Thomas Hölscher)

Im Jahr 2025 sind in Münster 80 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst worden. Damit liegt die Zahl weiterhin über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, den die Grüne Landtagsfraktion mit 67 Fällen angibt. Die Daten gehen auf eine Abfrage der Grünen-Landtagsfraktion beim NRW-Innenministerium zurück, wie das Wahlkreisbüro der Münsteraner Landtagsabgeordneten Dorothea Deppermann in einer Medienmitteilung erklärt.

Die Abkürzung PMK-Rechts steht für „politisch motivierte Kriminalität im Phänomenbereich rechts“. Erfasst werden darunter Straftaten, bei denen die Behörden eine rechte politische Motivation annehmen. Landesweit stieg die Zahl der PMK-Rechts demnach von 5.641 Fällen im Jahr 2024 auf 6.268 Fälle im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von rund elf Prozent. Nach Angaben der Grünen-Landtagsfraktion handelt es sich damit um den höchsten Wert seit Einführung des entsprechenden Erfassungssystems im Jahr 2001.

Höchststand bei PMK-Rechts

„Jeden Tag werden in NRW im Schnitt 17 rechtsextreme Straftaten verübt“, sagt Dorothea Deppermann, Landtagsabgeordnete für Münster. Es sei unerträglich, „dass sich die Anzahl der rechtsextremen Straftaten landesweit und auch bei uns vor Ort weiter auf hohem Niveau befinde“. Die Grünen-Politikerin fordert, menschenverachtendem Gedankengut entschieden zu widersprechen.

Auch bei mehreren Phänomenbereichen der Hasskriminalität weist die Auswertung steigende Zahlen aus. Die Zahl antisemitischer Straftaten stieg landesweit von 695 Fällen im Jahr 2024 auf 786 Fälle im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von rund 13 Prozent. Islamfeindliche Straftaten gingen dagegen leicht zurück, von 338 auf 330 Fälle.

Straftaten gegen die sexuelle Orientierung nahmen den Angaben zufolge von 203 auf 257 Fälle zu. Das ist ein Anstieg um rund 27 Prozent. Bei antiziganistischen Straftaten wurden 44 Fälle erfasst, nach 30 Fällen im Vorjahr. Die Zahl der Gewalttaten im Bereich der PMK-Rechts stieg landesweit von 154 auf 191 Fälle. Die meisten dieser Gewaltdelikte waren Körperverletzungsdelikte.

Deppermann verweist auf Gegenmaßnahmen

Deppermann bezeichnet Rechtsextremismus als „auch in NRW weiterhin die größte Gefahr für unsere Demokratie“. Die anhaltend hohen Umfragewerte der AfD machten deutlich, „wie sehr rassistische, antisemitische und rechtsextreme Positionen in der Gesellschaft normalisiert worden sind“. Der Anstieg der Gewalttaten lasse erkennen, „dass aus Worten Taten werden“.

Als Maßnahmen der schwarz-grünen Landesregierung nennt Deppermann unter anderem eine erhöhte Finanzierung der Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus, eine Stärkung der Landeszentrale für politische Bildung sowie weitere Meldestellen für rassistische Vorfälle und Queerfeindlichkeit. Außerdem verweist sie auf die Reform des Verfassungsschutzgesetzes, mit der auf eine veränderte Sicherheitslage reagiert worden sei.

Unterstütze unsere Arbeit

Unser Lokaljournalismus ist dir mehr wert als nur ein Like? Jetzt spenden!

EUR
Du wirst zu PayPal weitergeleitet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert