Grüne holen in Münster zwei Direktmandate Dorothea Deppermann und Dr. Robin Korte ziehen für die Grünen in den NRW-Landtag ein, Simone Wendland erneut für die CDU / AfD kommt in Münster nur auf 2,16 %

Robin Korte und Dorothea Deppermann wurden für ihren Erfolg als Direktkandidaten von Münsters Grünen im "Floyd" am Domplatz kräftig gefeiert. (Foto: Thomas Hölscher)
Robin Korte und Dorothea Deppermann wurden für ihren Erfolg als Direktkandidaten von Münsters Grünen im „Floyd“ am Domplatz kräftig gefeiert. (Foto: Thomas Hölscher)

Der Trend aus der letzten Bundestagswahl setzt sich fort: Die Grünen sind bei uns die großen Wahlgewinner. Sie holten bei der Landtagswahl in der Stadt Münster mit 32,54 % nicht nur den größten Anteil an den Zweitstimmen, sondern auch zwei der drei Direktmandate. Die Grünen Dorothea Deppermann und Dr. Robin Korte setzten sich gegen die Kandidaten der CDU durch, nur Josefine Paul unterlag knapp der bisherigen Inhaberin des Direktmandats, Simone Wendland. Die SPD ist in Münster nur noch die drittstärkste Kraft und blieb mit Zweitstimmen-Ergebnissen von 19,99 % (im Wahlkreis 85) bis 21,01 % (im Wahlkreis 84) noch deutlich hinter dem NRW-Gesamtergebnis von 26,7 %. Erfreulich ist, dass die AfD in Münster nur auf 2,16 % kommt, weniger erfreulich die auch hier gesunkene Wahlbeteiligung von 66,84 % (2017: 72,2 %).

Von den 12,46 % bei der letzten Landtagswahl 2017 steigerten Die Grünen in Münster sich gestern auf 32,54 % und wurden hier die stärkste Partei. Alle anderen mussten mehr oder weniger Federn lassen, die CDU nur leicht, SPD und FDP mit jeweils ca. 7,5 Prozentpunkten sehr deutlich. Bei zwei von den drei Direktmandaten für Münster boten sich die Kandidaten von CDU und Grünen bis zum Schluss ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, das im Wahlkreis 83 letztlich Simone Wendland (CDU) für sich entschied, während der Wahlkreis 85 überraschend an Dorothea Deppermann (Grüne) ging. Nur beim einzigen Wahlkreis, der ausschließlich in Münster liegt, war die Sache schon ziemlich früh klar: Dr. Robin Korte zieht für die Grünen mit einem satten Vorsprung von 35,26 % vor Teresa Küppers (CDU, 30,70 %) für den Wahlkreis 85 in den Landtag ein.

Das Zweitstimmenergebnis für alle Stimmbezirke in der Stadt Münster. Unter den "Sonstigen" verbergen sich auch die Linke mit 2,78 %, die AfD mit 2,16 %, Volt mit 1,73 % und Die PARTEI mit 1,02 %. (Grafik: Citeq / Amt für Bürger- und Ratsservice der Stadt Münster)
Das Zweitstimmenergebnis für alle Stimmbezirke in der Stadt Münster. Unter den „Sonstigen“ verbergen sich auch die Linke mit 2,78 %, die AfD mit 2,16 %, Volt mit 1,73 % und Die PARTEI mit 1,02 %. (Grafik: Citeq / Amt für Bürger- und Ratsservice der Stadt Münster)

2017 waren die beiden traditionellen Wahlkreise für Münster noch mit deutlicher Mehrheit an die CDU gegangen, damals sicherten sich Simone Wendland und Dr. Stefan Nacke die Sitze im Landtag. Dieses Mal musste Simone Wendland lange zittern, ob sie oder die Grüne Josefine Paul das Direktmandat im Wahlkreis 83 (Münster I – Steinfurt IV) holt. Ihren Erfolg hat sie letztlich dem Zuschnitt dieses neuen Wahlkreises zu verdanken. Denn mit den Stimmen aus Altenberge im Landkreis Steinfurt konnte Wendland letztlich die knappe Mehrheit von 33,40 % gegenüber 32,76 % für Paul erreichen, die sie alleine mit den münsterschen Stimmbezirken ihres Wahlkreises nicht bekommen hätte. Schließlich gab es für Münster erstmals drei statt der bislang zwei Wahlkreise, und – ebenfalls eine Premiere – zwei davon überschritten die Stadtgrenzen.

Grüne Politiker hatten vor dem Wahltag diese nicht mit ihnen und der SPD abgesprochene Umstrukturierung als „Gerrymandering“ kritisiert, also als „politisch motivierte Änderung des Wahlgesetzes durch die regierende Koalition von CDU und FDP zu deren eigenem Vorteil“. Denn würden die Menschen weiter so abstimmen wie bei der letzten Kommunalwahl 2020, dann hätte die CDU bei der Landtagswahl alle drei Direktmandate bekommen. Falls das der Plan war, ist er einmal nur knapp und einmal gar nicht aufgegangem. Im Wahlkreis 85 (Münster III – Coesfeld III), der mit Nottuln und Havixbeck am weitesten ins Umland herausragt, unterlag Dr. Julian Allendorf (CDU) schließlich der Grünen Dorothea Deppermann. Das war allerdings erst nach 22:30 Uhr mit der Auszählung des letzten von insgesamt 108 Simmbezirken klar, ihr Vorsprung fiel bei insgesamt 21.392 mit lediglich 163 Stimmen denkbar knapp aus. Sie sah es trotz allem positiv: „Die Ergebnisse zeigen, dass wir auch in Havixbeck und in Nottuln relativ viele Stimmen geholt haben. Und das wir auch da mit grünen Konzepten und Ideen durchaus Menschen gefunden haben, die davon angetan waren“, erzählte uns Dorothea Deppermann im Kurzinterview.

Die Mitglieder und Freunde der Grünen feierten ihren Erfolg im „Floyd“ am Domplatz mit großem Jubel. Und die künftigen Landtagsabgeordneten Dorothea Deppermann und Dr. Robin Korte freuen sich schon auf ihre neuen Aufgaben. Welche das sind, erzählen sie im folgenden Video-Interview:

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