„Pauschale Schließung nicht notwendig!“ (Update) Zoo-Verband bittet um Augenmaß beim Lockdown / „Christmas Garden“ abgesagt

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Lockdown im Allwetterzoo oder nicht? So oder so: Die Pflege der Tiere muss gewährleistet sein. (Archivbild: Stephan Günther)
Lockdown im Allwetterzoo oder nicht? So oder so: Die Pflege der Tiere muss gewährleistet sein. (Archivbild: Stephan Günther)

Update (30.10.20) – Gemäß der heute veröffentlichten NRW-Coronaschutzverordnung muss der Allwetterzoo ab Montag nun auch schließen.


Auch wenn für den Allwetterzoo Münster bis jetzt unklar ist, ob er am Montag wegen des Corona-Lockdowns seine Türen bis Ende November schließen muss, appelliert der Verband der Zoologischen Gärten an die Regierungschefs der Länder, bei der Umsetzung der neu beschlossenen Pandemie-Maßnahmen Augenmaß walten zu lassen.

Bund und Länder haben gestern einen weiteren Lockdown ab kommender Woche beschlossen. So gelten ab Montag weitreichende Kontaktverbote. In dem gemeinsamen Beschluss heißt es auch, dass „Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind“, geschlossen werden. Nach Ansicht des Zoo-Verbands ist eine pauschale Schließung aller Zoos und Tierparks nicht notwendig „Nach dem ersten Lockdown hatten unsere Mitglieder umfangreiche Hygiene-Konzepte umgesetzt, die die volle Zustimmung der verantwortlichen Behörden gefunden und im Anschluss auch den Praxistest bestanden haben“, so der Präsident Professor Jörg Junhold. „Es wäre deswegen also enttäuschend, wenn nicht Folgendes in die neuen Überlegungen einfließen sollte: Unsere zoologischen Gärten sind im Wesentlichen eine Aktivität im Freien, bei der sich problemlos Abstand organisieren lässt und die somit für das Infektionsgeschehen kaum eine entscheidende Rolle spielen.“

Wie auch andere Unternehmen hatten Tierparks und Zoos massiv unter dem ersten Lockdown im Frühjahr gelitten. Anders als in anderen Branchen lässt sich ein Zoo allerdings nicht einfach stilllegen: Tierärzte und Pfleger müssen weiterhin ihrer Verantwortung für die anvertrauten Tiere nachkommen. Während also die Kosten im Lockdown kaum sinken können, brechen gleichzeitig die wichtigen Einnahmen durch die Besucher weg. Vielfach hatten die Verbandszoos seit der Wiedereröffnung weiterhin mit umfangreichen Einschränkungen operieren müssen: Obergrenzen für Besucher, eingeschränkte Zeitslots für den Besuch, geschlossene Tierhäuser. Die NRW-Landesregierung hatte Corona-Hilfen für Zoos und Tiergärten in Höhe von insgesamt 11,8 Millionen Euro bereitgestellt. Für die kommenden Wochen rechnet VdZ-Chef Junhold ohnehin mit weniger Besuchern. „Man darf bei der Betrachtung der aktuellen Lage nicht vergessen, dass unsere typische Hauptsaison bereits zu Ende gegangen ist.“ Seiner Ansicht nach können Zoos zudem in dieser angespannten gesellschaftlichen Situation einen sicheren Erholungsort im urbanen Raum bieten.

Unterdessen wurde der „Christmas Garden“ im Allwetterzoo, der am 14. November starten sollte, bereits abgesagt. „Wir waren uns dank unseres umfangreichen Hygienekonzepts sicher, dass der Christmas Garden auch in diesem Jahr stattfinden würde“, hieß es dazu von den Veranstaltern am Donnerstag. „Die jüngste Entwicklung des Infektionsgeschehens und die eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie führen nun aber dazu, dass auch der Christmas Garden nicht durchgeführt werden kann. Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht, sie ist aber richtig.“

 

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