Neu & modern – mit Witz & Charme: Das Phantom der Oper

Christine (Deborah Sasson) und ihr Engel der Musik – Das Phantom der Oper (Axel Olzinger) (Foto: sg)
Christine (Deborah Sasson) und ihr Engel der Musik – Das Phantom der Oper (Axel Olzinger) (Foto: sg)

Ihr Gesang hat nicht nur das Phantom verführt, sondern ganz Münster berührt. Jedoch anders… ganz anders, als der Zuschauer es vielleicht erwartet hätte. In der Halle Münsterland war Ende vergangener Woche „Das Phantom der Oper“ zu Gast – ausdrucksstark neu-inszeniert.

Deborah Sasson ist nicht nur die Christine des Phantoms, sondern die Echo Klassik Preisträgerin ist auch die Schöpferin dieser Inszenierung. Zusammen mit Jochen Sautter, der auf der Bühne Christines geliebten Raoul verkörpert, schrieb die gebürtige Bostonerin die Musik und die Texte. „Dieses Projekt ist mein Baby!“ Bei diesen Worten strahlt die Künstlerin und man sieht ihr ihre Leidenschaft und ihr Herzblut für dieses Projekt an.

Der Kampf zwischen Verstand und Herz

„Das Musical ist der Roman-Vorlage von Gaston Leroux inhaltlich näher als die bisherigen Versionen“, erklärt der Weltstar weiter. „Zudem zeigen wir stärker die Konkurrenz zwischen dem Phantom und Christines Verehrer Graf Raoul de Chagny“, ergänzt Jochen Sautter. Deborah Sasson glänzt in ihrer Rolle der Christine und zeigt gefühlvoll, wie das ehemalige Chormädchen zwischen Verstand, welcher für das Phantom spricht, und ihrem Herzen hin und her gerissen ist. Axel Olzinger verkörpert Erik, das Phantom und den Engel der Musik, der Christine das Singen lehrt.

Perfekt insziniert

Christine wird als neuer Opernstar gefeiert. Ihren Erfolg hat die dem Phantom zu verdanken. Dankt sie es ihm auch? (Foto: sg)
Christine wird als neuer Opernstar gefeiert. Ihren Erfolg hat die dem Phantom zu verdanken. Dankt sie es ihm auch? (Foto: sg)

Aber nicht nur das Spiel der Darsteller überzeugt, sondern auch der Witz in den Dialogen und vor allem das Bühnenbild. Eindrucksvoll kreiert modernste 3D Videotechnik die perfekte Bühnenillusion.
 Die Fotos, die zur Gestaltung des Bühnenbildes eingesetzt worden sind, sind alles Originalaufnahmen aus der Pariser Oper. „Die markanten Orte, die für die Geschichte des Phantoms bedeutend sind, habe ich selbst fotografiert“, schildert Jochen Sautter, der seit längerer Zeit direkt neben dem Pariser Opernhaus wohnt.
Keine Illusion, sondern aus Platzmangel versteckt, war das Live-Orchester, was sich unter der Bühne befand und die Aufführung musikalisch begleitete.

Gefühlvoll, romantisch, dramatisch und beschwingt… Nicht nur Musical-Fans kamen an diesem Abend auf ihre Kosten, sondern auch Liebhaber von Opern und Operetten. Gekonnt verpackt, tauchten immer wieder Elemente aus bekannten Stücken auf. Und hörte man genau hin, versteckte sich unter den Melodien etwas, was uns Münsteraner die vergangenen Tage bestimmt während der Karnevalszeit begleitet hat…

Nichts vermisst…

Dieser Mix aus Musical und Oper überzeugte das Münsteraner Publikum. Tosender Applaus und stehende Ovationen zeugten von Begeisterung. Enttäuschung, dass bekannte Meldodien an diesem Abend nicht gehört wurden? Fehlanzeige! „Genau aus diesem Grund sind wir heute Abend hergekommen. Wir waren gespannt und sind begeistert“, verrieten drei Zuschauerinnen nach der Vorstellung.

Und wer die Geschichte nicht kennt…

Herzlichen Dank für das Gespräch: Jochen Sautter (Raoul), Deborah Sasson (Christine) & Axel Olzinger (Erik) (Foto: sg)
Herzlichen Dank für das Gespräch: Jochen Sautter (Raoul), Deborah Sasson (Christine) & Axel Olzinger (Erik) (Foto: sg)

…sie spielt in der Pariser Oper. Das Chormädchen Christine vertritt die Solisitin Carlotta, die erkrankt ist. Was für einige Anwesende verwirrend ist, Christine singt ein Stück von Puccini klar und vor allem fehlerfrei. Wie kommt das? Heimlich lehrt das Phantom – der Engel der Musik – Christine das Singen. Die Gegenleistung: ihre Liebe. Aber Christines Herz ist bereits vergeben, es gehört Graf Raoul de Chagny. Nun beginnt ein hin und her. Das junge Mädchen steht zerrissen zwischen diesen zwei Männern. Der Verstand sagt Phantom, das Herz hört auf Raoul. Der Rest ist bekannt: Der Kronleuchter kracht, die Flucht in die Katakomben der Oper, Christine reißt dem Phantom die Maske vom Gesicht, ist geschockt, empfindet aber auch gleichzeitig Mitleid mit dem Engel der Musik… Und am Ende… gewinnt die Liebe!

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