„Münster ist dran, und zwar jetzt!“ UKM fordert im "Masterplan 2025" zugesicherte Landesmittel ein

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(v.l.:) Univ.-Prof. Dr. med. Claudia Rössig (stellv. Ärztliche Direktorin), Dr. rer. pol. Christoph Hoppenheit (stellv. Vorstandsvorsitzender und Kaufmännischer Direktor), Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Robert Nitsch (Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor), Univ.-Prof. Dr.med. Mathias Herrmann (Dekan der Medizinischen Fakultät) und Thomas van den Hooven (Pflegedirektor). (Foto: UKM)
(v.l.:) Univ.-Prof. Dr. med. Claudia Rössig (stellv. Ärztliche Direktorin), Dr. rer. pol. Christoph Hoppenheit (stellv. Vorstandsvorsitzender und Kaufmännischer Direktor), Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Robert Nitsch (Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor), Univ.-Prof. Dr.med. Mathias Herrmann (Dekan der Medizinischen Fakultät) und Thomas van den Hooven (Pflegedirektor). (Foto: UKM)

Der Appell an die Landesregierung, endlich die zugesagten Mittel für die Universitätsmedizin Münster zur Verfügung zu stellen, und die Stabilisierung der Wirtschaftlichkeit waren die großen Themen beim Neujahrsempfang des Universitätsklinikums Münster (UKM) und der Medizinischen Fakultät (MFM) der Westfälischen Wilhelms-Universität – aber nicht ausschließlich. Das Klinikum soll „Magnetkrankenhaus“ werden, zudem wird die Beteiligung an zwei neu entstehenden Deutschen Gesundheitszentren angestrebt.

Per Videobotschaft meldete sich Oberbürgermeister Markus Lewe zu Wort und würdigte unter anderem den Einsatz beim Kiepenkerl-Attentat und die bürgernahe Präsenz bei der Langen Nacht der Universitätsmedizin im vergangenen Herbst. Auch gab Lewe einen kleinen Wink nach Düsseldorf: „Denken Sie daran, es gibt auch Westfalen und da brauchen wir ein bisschen Geld für – und nicht nur ein bisschen, das geht in die Millionenhöhe.“

Auf diese Thematik und die zuletzt zahlreichen Gespräche mit dem Ministerium ging auch Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, bei seiner Rede ein. „Das UKM ist vom Land immer wieder auf Entscheidungen im nächsten Jahr vertröstet worden. Mir hat man zum Amtsantritt zur Aufgabe gestellt, das, was man im Masterplan 2025 zwischen Land und UKM vereinbart hatte, umzusetzen. Dazu muss das Land, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft, dem UKM die Mittel geben. Münster ist dran, und zwar jetzt!“, appellierte Nitsch. „Die bisher zugesagten 370 Millionen Euro reichen bei weitem nicht aus, vergleichbare Universitätsklinika werden derzeit für etwa eine Milliarde Euro neu aufgestellt.“ Nach wie vor seien dringend notwendige Investitionen auf dem Campus nötig, allein in den vergangenen zehn Jahren wurden in Münster mehr als 300 Millionen Euro selbst erwirtschaftet. Ein Spitzenwert unter den Uniklinika nicht nur in NRW, kein anderes der rheinischen Universitätsklinika musste diesen Eigenbeitrag erbringen, so Nitsch. Dennoch verschwieg er nicht die eigenen Baustellen, ein Millionen hohes Defizit, zeigte sich aber optimistisch: „Trotz der Bettensperrungen durch den Fachkräftemangel in der Pflege greift unser Beitrag zur Konsolidierung, nachhaltig, Schritt für Schritt. Wir haben in 2018 ein erstaunliches Leistungsgeschehen gesehen. Das UKM ist eines der leistungsstärksten Uniklinika in NRW, wenn nicht in Deutschland.“ Insgesamt sind aktuell mehr als 10.800 Menschen am UKM und bei den Töchterfirmen beschäftigt.

Erfolgreiche Anerkennung und Integration der ausländischen Pflegekräfte

In der Pflege trägt vor allem die Einstellung von 170 ausländischen Kräften Früchte, von denen im Anschluss an die Anerkennungsverfahren bereits 35 nach erfolgreicher Prüfung fachlich vollständig als Gesundheits- und Krankenpfleger anerkannt sind. 90 weitere durchlaufen die Prüfung im ersten Halbjahr 2019, bis zum nächsten Jahreswechsel wird dieser Prozess dann nahezu abgeschlossen sein. „Darüber hinaus soll das UKM ein sogenanntes, Magnetkrankenhaus‘ werden, ein Qualitätsmodell, das neue Formen der Zusammenarbeit aller Berufsgruppen vorsieht“, kündigte Nitsch an. Außerdem werde an der Antragstellung für die Beteiligung an zwei durch den Bund geförderten Zentren gearbeitet: ein Deutsches Zentrum für psychische Gesundheit und ein Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. Seit Jahren belegt Münster in diesen Bereichen, die eine immer größere Rolle in der Gesellschaft spielen, Spitzenpositionen in Patienten- und Expertenbefragungen.

All dies geschieht im Schulterschluss mit der Medizinischen Fakultät, an der es zur Freude von Dekan Prof. Dr. Mathias Herrmann vergangenes Jahr Zusagen für zahlreiche neue Forschungsprojekte in Sonderforschungsbereichen und Forschergruppen gab. „Dass der Exzellenzcluster ‚Cells in Motion‘ ab Ende 2019 keine Weiterförderung mehr erhält, ist sicher enttäuschend, gleichwohl: Durch die erfolgreiche Arbeit sind beispielgebende Strukturen entstanden, die die Fortführung der wissenschaftlichen, den wissenschaftlichen Nachwuchs besonders fördernden Arbeiten von CiM auch für die kommenden Jahre sicherstellen werden“, sagte Herrmann. Der Schwerpunkt soll für 2019 auf dem weiteren Aufbau forschungsförderlicher Strukturen liegen, die eine schnelle und effiziente Umsetzung präklinischer Forschung in klinische Entwicklung unterstützen. Dieses Ziel – darin sind sich Nitsch und Herrmann einig – erfordert auch weiterhin eine enge Abstimmung zwischen MFM und UKM im Sinne einer gemeinsam gestalteten Universitätsmedizin.

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