Drei Tote bei Attentat am Kiepenkerl (aktualisiert)

Der Bereich um den Kiepenkerl ist weiträumig abgeriegelt. (Foto: th)
Der Bereich um den Kiepenkerl ist weiträumig abgeriegelt. (Foto: th)

Die Lage am Kiepenkerl ist inzwischen nicht mehr ganz so unklar. Am Nachmittag fuhr ein Kleinlaster in die Sitzgruppen eines Restaurants und tötete dabei zwei Menschen und verletzte etwa 20 weitere, sechs davon schwer. Danach erschoss er sich selbst. Zwischenzeitlich wurde von insgesamt vier Toten gesprochen. Es ist zwar immer noch nicht offiziell bestätigt worden, aber es gab offenbar keinen terroristischen Hintergrund. Laut verschiedenen Medienberichten soll es sich bei dem Täter um einen Deutschen handeln, der psychisch auffällig war. (sg / kd / th / rc / mb / so) 

 

Die Rettungskräfte befinden sich noch im Großeinsatz wir berichten weiter…

Aktualisiert um 17:25 Uhr

Die Polizei gab soeben erste Einzelheiten bekannt. Ein Täter fuhr in einem Kleinlastwagen in die Außengastronomie zweier Restaurants am Kiepenkerl und tötete 3 Menschen. 20 weitere Personen wurden verletzt, davon 6 schwer. Augenscheinlich, so die Polizei, hat sich der Täter selbst gerichtet. Momentan gibt es den Verdacht, dass sich im Auto des Täters noch Sprengstoff befinden könnte und der Bereich wird für den Fall einer Entschärfung großräumig geräumt.

Kiepenkerl Anschlag Münster | Erstes Statement Polizei | ALLES MÜNSTER

 

17:40 Uhr

Oberbürgermeister Markus Lewe äußerte sich mittlerweile zu den Geschehnissen: ” Ganz Münster trauert. auch wenn die Hintergründe noch völlig unklar sind, gilt unser mit Gefühl den Angehörigen der Toten.”

Dass es sich um einen Anschlag handelt wurde indes noch nicht offiziell bestätigt. Die Situation ist weiterhin unüberschaubar.

Die Innenstadt von Münster ist abgeriegelt. (Foto: th)
Die Innenstadt von Münster ist abgeriegelt. (Foto: th)

18:05 Uhr

Wie immer in solchen Fällen, schlagen die Wellen in den sozialen Medien hoch. Die Polizei Münster versucht auch hier die Bürger zu beruhigen und ruft per Twitter dazu auf, keine Gerüchte und Spekulationen zu verbreiten.

18:10 Uhr

Die kreisenden Hubschrauber sind übrigens kein zwingendes Indiz für die Suche nach weiteren Tätern, sondern vielmehr ein Standardprozedere bei solchen Lagen. Sie sollen für Luftbilder sorgen oder um sich einen Überblick zu verschaffen, ob Kräfte verlegt werden müssen.

18:40 Uhr

Mittlerweile ist bekannt, dass der Fahrer sich aus Richtung Prinzipalmarkt kommend dem Tatort genähert hat. Zur Zeit sind mehrere hundert Beamte im Einsatz. Zum Zeitpunkt des Attentats befanden sich aufgrund einer Demonstration von Kurden am Nachmittag schon mehr Beamte als normal in der Stadt.

19:20 Uhr

In wenigen Minuten wird ein Gegenstand, der aus dem Auto des Täters stammt, von Sprengstoffexperten untersucht. Der Evakuierungsradius wurde noch einmal erweitert, falls man den Gegenstand vor Ort eliminieren muss.

Immer mehr Medien berichten, dass es sich offenbar nicht um einen Terroranschlag, sondern um eine Einzeltat eines psychisch auffälligen 48jährigen Deutschen handeln soll.

19:34 Uhr

Uns liegen Videoaufnahmen vor, in der eine Wohnung im Südviertel gestürmt wurde. Ob dies im Zusammenhang mit dem Attentat steht, lässt sich aber zur Zeit nur vermuten.

An der Friedrich-Ebert-Str. / Frie-Vendt-Str. fordert die Polizei Passanten auf, nach Hause zu fahren und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Wenig später wird im Viertel eine Wohnung durchsucht. (Foto: mb)
An der Friedrich-Ebert-Str. / Frie-Vendt-Str. fordert die Polizei Passanten auf, nach Hause zu fahren und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Wenig später wird im Viertel eine Wohnung durchsucht. (Foto: mb)

20:27 Uhr

NRW-Innenminister Reul sprach gerade zur Presse, konnte aber auch keine wirklichen Neuigkeiten bekanntgeben. Er bestätigte aber auf Nachfrage, dass es sich beim Täter um einen Deutschen handelt.

Von Seiten der Polizei wurde noch einmal betont, dass Ermittlungen ihre Zeit brauchen und man daher darum bittet, von Spekulationen abzusehen. Ebenso teilte man mit, dass es schwer ist, die genaue Zahl der Verletzten zu ermitteln, da es keine zentrale Erfassung gibt.

20:36 Uhr

Das UKM (Universitätsklinikum Münster) hat den am Nachmittag gebildeten Krisenstab wieder aufgelöst. Die Versorgung der vier Schwerstverletzten und zwei Schwerverletzten sowie einiger Leichtverletzter läuft weiter. „Wir haben innerhalb kürzester Zeit 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Klinikum einsatzbereit gehabt und waren bereit, 15 Schwerstverletzte zu versorgen“, sagt Prof. Dr. Michael Raschke, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und stellvertretende Ärztliche Direktor des UKM.

Oberbürgermeister Markus Lewe am Abend. (Foto: th)
Oberbürgermeister Markus Lewe am Abend. (Foto: th)

21:30 Uhr

“Wir sind immer noch sehr geschockt,” sagte OB Markus Lewe am Abend. “Wir haben heute erlebt, wie sich eine ganze Stadt über den ersten Frühlingstag freute. Eine heitere Stadt, ich war selber in der Stadt, als es passierte. Es konnte eigentlich keiner begreifen. Einige haben an Übung gedacht, weil das keiner von Münster kennt. Münster ist eine heitere Stadt, eine junge Stadt, eine friedvolle Stadt. Und so reiben sich viele die Augen und können gar nicht glauben, was hier passiert ist.” Aussagen über den Täter und die Tatumstände ließ er sich nicht entlocken, sondern gedachte lieber den Toten und Verletzten. Sein Dank galt den Rettungskräften und der Polizei, die einen guten Dienst leisten und helfen, das Ereignis in den Griff zu bekommen.

21:47 Uhr

“Ich bin zutiefst erschüttert und fassungslos”, erklärte Bischof Felix Genn am Abend. “Die Menschen haben das herrliche Wetter genossen, und dann geschieht so etwas. Wir kennen die genauen Hintergründe noch nicht. Doch davon unabhängig gilt: Das, was geschehen ist, ist schrecklich. In meinen Gedanken und Gebeten bin ich bei den Opfern und ihren Familien. Ich lade alle Menschen im Bistum Münster ein, sich heute miteinander im Gebet für die Opfer zu verbinden. Mein ausdrücklicher Dank gilt schon jetzt den Einsatzkräften der Polizei und auch den Notfallseelsorgern. Was sie gerade leisten, verdient höchsten Respekt.“

22:16 Uhr

Die Polizei meldet per Twitter, dass der Bereich rund um den Einsatzort weiterhin abgesperrt bleibt. Sie dankt allen, die sie unterstützen und an die Abperrungen halten. Für die Anwohner des gesperrten Bereichs hat die Feuerwehr Münster eine Anlaufstelle im Stadttheater eingerichtet.

22:37 Uhr

Morgen Abend um 19.30 Uhr findet ein Ökumenischer Gottesdienst im Dom statt. In dem Gottesdienst soll, wie es in der Einladung heißt, „für all diejenigen gebetet werden, deren Leben durch die Vorfälle am Samstag auf so schreckliche Weise aus den Angeln gehoben wurde.“

00:37 Uhr

Die Polizei meldet, dass vom Tatfahrzeug keine Gefahr mehr ausgehe. Wir beenden die Berichterstattung an dieser Stelle vorerst.

 

Stephan Günther
Social

Stephan Günther

(sg) - Gründer bei ALLES MÜNSTER
In Münster geboren und aufgewachsen, ist Stephan Günther dieser Stadt bis heute treu geblieben. Zusammen mit Thomas Hölscher brachte er im Frühjahr 2014 das Onlinemagazin „auf die Welt“. Fasziniert von der Vielfältigkeit der Musik, findet man ihn am häufigsten auf Konzerten, meistens hinter einer Kamera, gerne aber auch mit Notizblock und Stift. Ansonsten hält er seine Augen aber auch für alles andere offen, was in seiner Heimatstadt so passiert.

sg@allesmuenster.de
Stephan Günther
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4 Kommentare

  1. Finden Sie nicht auch, dass Sie nicht emotionalisieren sollten bei dieser Sachlage? Polarisierende, hetzende Neigungen fördern nicht Ihr Karma Herr Heinz!

  2. Ich habe mal die Leserkommentare dazu in der ausländischen Presse verfolgt. Es überwiegt die Häme. Merkel wird häufig explizit die Schuld gegeben. Ein Wortlaut aus abc.es: “No habra sido alguíen de la religion de la paz?”
    P.S: Es ist nicht so, dass ich keine eigene Meinung hätte. Es gibt gute Gründe dafür, dass ich nur zitiere…

    1. Merkel hat also Schuld, dass ein psychisch kranker Mann in eine Menschenmenge rast? Da musst du mir mal erklären, wie das geht. Hat Merkel den Mann angestiftet?

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