Mathieu Spinosi in „Zu Ende ist alles erst am Schluss“ (Les Souveniers): Premiere im Schlosstheater

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Madeleine (Annie Cordy) und ihr Enkelsohn Romain (Mathieu Spinosi) vergnügen sich im Altersheim mit rätselhafter Kunst. (Foto: Neue Visionen Filmverleih)
Madeleine (Annie Cordy) und ihr Enkelsohn Romain (Mathieu Spinosi) vergnügen sich im Altersheim mit rätselhafter Kunst. (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Einen noch sperrigeren Titel konnte sich der deutsche Filmverleih offenbar nicht ausdenken, zu allgemein wohl der Originaltitel dieser Komödie. Ganz anders der Schauspieler Mathieu Spinosi, der den Film scherzhaft mit seinen Deutschkenntnissen ankündigt: Presslufthammer, Schmetterling und Kartoffelsalat! Das sind offenbar die wichtigsten Vokabeln, wenn man als Franzose in Deutschland überleben will!

Ein junger Student (Mathieu Spinosi), der nebenbei jobbt, ein frischer Pensionär (Michel Blanc), der die gewonnene Freizeit alles andere als genießt, und eine alte Dame (Annie Cordy), die von ihren Kindern quasi selbst wie ein Kind behandelt wird. Diese Familienkonstellation und die daraus resultierenden Konflikte sind die Zutaten für die am Donnerstag in Deutschland gestartete Komödie. Gerade der von Michel Blanc gespielte Vater ist kein Sympathieträger, wie er mit seiner Frau (Chantal Lauby) und seiner Mutter umgeht. Ein Mann, dessen größtes Vergnügen in freien Parkplätzen vor dem Haus besteht, taugt nicht zur Identifikationsfigur. Sein Sohn macht vor, wie es richtig geht.

Hauptdarsteller Mathieu Spinosi gibt Autogramme nach der Premiere. (Foto: ar)
Hauptdarsteller Mathieu Spinosi gibt Autogramme nach der Premiere. (Foto: ar)

Man spürt allenthalben, wie sich der Enkel mit der Großmutter verbündet und sieht es auch. Interessanterweise scheint das liebenswürdige Verhalten des Enkels an der einen oder anderen Stelle zu stark von der Norm abzuweichen – mal wird er als gerontophil bezeichnet, mal wird gar Pädophilie befürchtet. Dabei scheint die Filmfigur gar nicht so stark von der Realität abzuweichen: „Ich habe auch im realen Leben einen guten Kontakt zu meinen Großeltern“, bekennt Spinosi, „auch wenn sie etwas weiter weg wohnen. Im Übrigen habe ich jetzt auch noch eine Oma: Mit Annie Cordy habe ich mich sehr gut verstanden, wir telefonieren jetzt häufig.“

Neben vielen rührenden Szenen gibt es auch immer wieder schräge Filmfiguren, die den Film liebenswert machen. Dennoch war das Ende ein bisschen zu zuckrig – die Ehefrau, die sich von dem griesgrämigen Mann immer mehr entfremdet, findet problemlos in die Arme ihres Gatten zurück, auch der Sohn findet sein Glück und alles ist gut. Der Film wirft die Frage auf: Wie wollen wir mit unseren Alten umgehen? Und wie gehen wir denn mit ihnen um? Ein ernstes Thema, das nicht wirklich zufriedenstellend behandelt wird. Und während man geneigt ist zu denken: „Ach ja, die Franzosen können das, diese leichtfüßigen Komödien“, bekennt der Protagonist, dass er in Wirklichkeit nicht so langmütig wie seine Filmfigur gewesen wäre. Es sind im Endeffekt eben moderne Märchen, die die Zuschauer in eine Welt entführen, wie sie sein könnte.

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