Jubiläumsfeier zum 180. Geburtstag von Professor Landois

Lesezeit: 3 Minuten.
Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Naturkundemuseum (li.) und Zoosprecherin Stefanie Heeke mit Gerhard Schneider als Professor Landois und seinem Affen „Lehmann“. (Foto: th)
Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Naturkundemuseum (li.) und Zoosprecherin Stefanie Heeke mit Gerhard Schneider als Professor Landois und seinem Affen „Lehmann“. (Foto: th)

Allwetterzoo Münster und LWL-Naturkundemuseum laden zum großen Familientag

Am kommenden Sonntag, den 19. April jährt sich der Geburtstag des Zoogründers und Theologen Hermann Landois zum 180. Mal. Grund genug für das LWL-Naturkundemuseum und den Allwetterzoo Münster, sich intensiver mit dieser Persönlichkeit zu beschäftigen, schließlich gehen doch beide Institutionen auf Landois zurück.

So ganz sei diese auf ihre Art und Weise schillernde Persönlichkeit ja nie in Vergessenheit geraten, meint Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Naturkundemuseum, aber ihm Rahmen der anstehenden Feierlichkeiten werden noch einmal einige Schätze hervorgeholt, die den einstigen Zoodirektor etwas genauer illustrieren. Der studierte Theologe war sehr umtriebig und für seine Zeit sehr fortschrittlich – sei es in der Wahl seiner Vorschläge für Unterrichtsmethoden des Biologieunterrichts, in denen sich moderne, darwinistische Erkenntnisse widerspiegeln, die durchaus einen Spagat zwischen den Lehren der Kirche bedeuteten oder aber seine Methoden, um Aufmerksamkeit zu erregen. „Landois war ja ein Marketing-Experte und deshalb ist er auch mein Vorbild“, meint Pressesprecherin Stefanie Heeke scherzend mit Blick auf Landois‘ präparatorisches Meisterwerk: Um mehr Besucher in den Zoo zu locken, ließ sich der gewitzte Direktor etwas Besonderes einfallen – er präsentierte seinem Publikum ein präpariertes Tier, das einen Ziegenkopf auf einem Gänsekörper nebst Euter hatte: die Ziegengans! Solche Scherze trugen ihm durchaus nicht nur Respekt und Wohlwollen ein: „Wissenschaftliche Scherze in einer Universitätsstadt wurden damals übel genommen“, so Tenbergen. Nebendem hat er erst den Anstoß für das Naturkundemuseum gegeben und auch der Aasee, wenngleich er ihn nicht mehr erlebte, geht auf seine Ideen zurück. Hier waren Erkundungen auf Bauernhöfen und die dortige Ernährung der Erkenntnis vorausgegangen, dass die Menschen zu viel Schweinefleisch äßen. Eine Fischzucht im nahegelegenen See würde eine gesündere Ernährung begünstigen, so Landois‘ Vorstellung.

Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Naturkundmuseum stellt das Geburtstagsprogramm vor. (Foto: th)
Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Naturkundmuseum stellt das Geburtstagsprogramm vor. (Foto: th)

Wer mehr über diesen vielseitigen Zoodirektor und seine Wirkungsstätten erfahren möchte, der hat am Sonntag viele Gelegenheiten dazu: Der Allwetterzoo Münster und das LWL-Landesmuseum bieten in Zusammenarbeit mit der Abendgesellschaft Zoologischer Garten (AZG) und dem Westfälischen Naturwissenschaftlichen Verein viele Einzelaktionen an. So startet beispielsweise eine Fahrradexkursion um 11 Uhr am Domplatz und führt über etliche Stationen in Landois‘ Leben. Um 15 Uhr haben Besucher dann die Gelegenheit, beim Anschneiden der Geburtstagstorte den alten Zoodirektor, Hermann Landois, nebst seinem amtierenden Kollegen, Jörg Adler, zu begrüßen und mit ihnen zu feiern. Immer wieder wird es über den Tag verteilt Möglichkeiten geben, aktuelle und historische Persönlichkeiten des Zoos zu fotografieren.

Detaillierte Informationen zum Programmablauf am 19. April sind unter www.allwetterzoo.de oder www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de zu erfahren.

Eintritt am 19. April:
Allwetterzoo: Kinder 4,90 Euro, Erwachsene 9,90 Euro.
LWL-Museum für Naturkunde: die Aktionen sind kostenfrei, im Museum zahlen: Kinder 3,00 Euro, Erwachsene 5,50 Euro, Familien 12,00 Euro.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.