Gestohlenes Bild zur Galerie gebracht Galerie Ostendorff identifizierte gestohlenes Gemälde von Peter August Böckstiegel / Als Dauerleihgabe an Museum vermittelt

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Freuen sich über die Rückkehr des Böckstiegel-Gemäldes: Direktor Christian Schöppner von der DRV Westfalen, Galerist Andreas Gattinger und Museumsleiter David Riedel. (v. lks.; Foto: Iris Plate, Galerie Ostendorff)
Freuen sich über die Rückkehr des Böckstiegel-Gemäldes: Direktor Christian Schöppner von der DRV Westfalen, Galerist Andreas Gattinger und Museumsleiter David Riedel. (v. lks.; Foto: Iris Plate, Galerie Ostendorff)

Peter August Böckstiegels Gemälde „Westfälischer Buchenwald“ verschwand 1994 aus der Salzetalklinik der Deutschen Rentenversicherung Westfalen in Bad Salzuflen. Die Umstände des Kunstdiebstahls konnten nie geklärt, geschweige denn Täter ermittelt werden. Das Bild blieb verschollen – bis Ende vergangenen Jahres: Im Dezember 2019 taucht es in der Galerie Ostendorff am Prinzipalmarkt in Münster auf!

Der Mitarbeiterin der Galerie, Dr. Iris Plate, wurde ein Foto gezeigt und gefragt, ob sich eine Restaurierung und Neurahmung für ein Gemälde lohnen würde, das vermutlich von Böckstiegel stammt. Eine schnelle Recherche im Werkverzeichnis ergab, dass es sich wirklich um ein frühes Gemälde des Künstlers handeln könnte. Hier stand dann aber auch, dass das Bild als gestohlen gemeldet wurde.

Noch am selben Abend begutachtete der Galerist Andreas Gattinger das Gemälde im Original und identifizierte es als das gestohlen gemeldete Kunstwerk. „Ein Umstand, welcher der Dame allerdings nicht bekannt war, sonst wäre sie kaum zu uns gekommen. Zumal sie uns dann sofort beauftragte, mit der DRV Westfalen als ursprünglichem Eigentümer Kontakt aufzunehmen“, wie Gattinger betont. Ihr wurde das Bild von einer Nachbarin geschenkt, die es vor gut 25 Jahren auf dem Sperrmüll entdeckt hatte. Ihr habe das Bild aber irgendwann nicht mehr gefallen. Es sei in den Keller gebracht und dort vergessen worden – bis die Dame, die in die Galerie gekommen ist, ein passendes Bild für ihr Wohnzimmer suchte. Da erinnerte sich die Nachbarin an das Fundstück. Was zwischen dem Diebstahl in der Klinik und dem Fund auf dem Sperrmüll mit dem Böckstiegel-Bild passiert ist, bleibt weiter ungeklärt.

Der Maler Peter August Böckstiegel (1889-1951) gehört zu den wichtigsten Vertretern des westfälischen Expressionismus. Ausstellungen und Informationen gibt es in Werther bei Bielefeld, im Museum Peter August Böckstiegel, das neben dem 2018 eröffneten Neubau auch eine Stiftung und das Geburtshaus des Künstlers umfasst. Im breit gefächerten Programm der Galerie Ostendorff in Münster bilden seit jeher die Werke westfälischer Künstler, somit auch die von Peter August Böckstiegel, einen wichtigen Schwerpunkt. Anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens zeigte die Galerie 2014 die Ausstellung: „Peter August Böckstiegel und Conrad Felixmüller – Eine Künstlerfreundschaft“. Die Eröffnungsrede hielt der Leiter des Museums Peter August Böckstiegel, David Riedel. Galerie und Museum stehen in regelmäßigem Kontakt und Austausch. Für Andreas Gattinger war somit die Vermittlung zwischen dem Eigentümer des einzigartigen Fundes und dem Museum eine Herzensangelegenheit: Die DRV Westfalen wird das Bild als Dauerleihgabe dem Peter August Böckstiegel Museum zur Verfügung stellen. Der Fund des „Westfälischen Buchenwalds“ ist somit nicht nur für die DRV Westfalen ein Glücksfall. „Das Bild ist ein wichtiges Werk aus dem frühen Schaffen des Künstlers. Auch deshalb ist es wichtig, dass es wieder da ist!“, betont David Riedel.

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