Friedenskonzert des Jungen Sinfonieorchesters In Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren

Lesezeit: 2 Minuten.
Das Junge Sinfonieorchester der WWU lädt im Sommersemester zu zwei großen Friedenskonzerten ein. (Foto: WWU /Judith Kraft)

Mystische Streicherakkorde schieben sich knirschend durch die Landschaft, lichte Stimmungen wechseln abrupt mit schwärzesten Farben, aus der Ferne klingt das Klagelied einer menschlichen Stimme: Mit zwei großen Friedenskonzerten möchte das Junge Sinfonieorchester der WWU Münster unter der Leitung von Bastian Heymel an das Ende des Ersten Weltkriegs erinnern, das sich 2018 zum 100. Mal jährt.

Die Konzerte beginnen jeweils um 20.00 Uhr, am Mittwoch, dem 27. Juni, in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen (St. Mauritz-Freiheit 44) und am Freitag, dem 29. Juni, in der Überwasserkirche. Der Eintritt ist frei, stattdessen bittet das Orchester um Spenden für das Johannes-Hospiz.

Im Zentrum der Konzerte steht die von Ralph Vaughan Williams 1922 komponierte „Pastoral Symphony“. Darin verarbeitet der Komponist mit allen Mitteln des spätromantischen Orchestersatzes die Schrecken des Ersten Weltkriegs, die er selbst als Sanitäter auf den Schlachtfeldern in Flandern miterlebte: eine Musik der inneren und äußeren Nacht, umweht von einem kühlen Hauch, der das Blut in den Adern gefrieren lässt – noch eindringlicher könnte ein Appell gegen das Vergessen des Ersten Weltkriegs kaum gestaltet sein!

Die Sopranistin Cornelia Ptassek ist Solistin in den „Vier letzten Liedern“ von Richard Strauss.(Foto: Caroline Wirthle)

Mit den „Vier letzten Liedern“ von Richard Strauss wird zuvor ein Höhepunkt der Gattung Orchesterlied erklingen. Zwischen 1946 und 1948 ebenfalls vor dem Hintergrund eines vergangenen Krieges und in Vorahnung seines baldigen Todes entstanden, gelten sie als Weltabschiedswerk des Komponisten, in welchem er die Themen Tod und Abschied mit den schillerndsten Orchesterfarben beschreibt. Den Solopart übernimmt die international tätige Sopranistin Cornelia Ptassek, die sich nach ihrem Wechsel ins jugendlich-dramatische Fach besonders als Wagner- und Strauss-Interpretin einen Namen gemacht hat und mit bedeutenden Dirigenten wie Kurt Masur, Adam Fischer und Thomas Hengelbrock konzertierte. Eröffnet werden die Konzerte mit Gustav Mahlers berühmtem „Adagietto“ aus seiner 5. Sinfonie, eine Musik von fast metaphysischer Schönheit, in der die Begriffe Zeit und Ewigkeit eine besondere Bedeutung erfahren.

Programm

Gustav Mahler
„Adagietto“ aus der Sinfonie Nr. 5 (1901/02)

Richard Strauss
„Vier letzte Lieder“ für Singstimme und Orchester (1948)

Ralph Vaughan Williams
Sinfonie Nr. 3 „Pastoral Symphony“ (1922)

Cornelia Ptassek, Sopran
Junges Sinfonieorchester an der WWU Münster
Bastian Heymel, Musikalische Leitung

Mittwoch, 27. Juni 2018, 20.00 Uhr
Mutterhauskirche der Franziskanerinnen
St. Mauritz-Freiheit 44, 48145 Münster
Die Mutterhauskirche ist vom Hohenzollernring aus über die links der Kirche gelegene Liegendanfahrt des St. Franziskus-Hospitals zu erreichen.

Freitag, 29. Juni 2018, 20.00 Uhr
Überwasserkirche
Überwasserkirchplatz 4, 48143 Münster

Das Junge Sinfonieorchester an der WWU Münster e. V. ist ein studentisch geprägtes Ensemble mit derzeit rund 85 aktiven Mitgliedern. Das Orchester besteht seit 1986 und ist Mitglied der Jeunesses Musicales Deutschland, des European Network of University Orchestras (ENUO) und des Bundes Deutscher Liebhaberorchester (BDLO). Als erste Kulturgruppe überhaupt erhielt das Junge Sinfonieorchester Anfang 2018 den Studierendenpreis der WWU Münster für sein kulturelles Engagement. Mehr ist unter ihrer Homepage www.jusi-muenster.de zu erfahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.