„Flyover“ erstmal auf Eis gelegt Umwandlung der Aegidiistraße in eine Fahrradstraße / Neues Gesamtkonzept am Knotenpunkt soll erstellt werden

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Der geplante Flyover am Aegidiitor ist erst einmal vom Tisch. (Foto: Thomas Hölscher)
Der geplante Flyover am Aegidiitor ist erst einmal vom Tisch. (Foto: Thomas Hölscher)

Die Verwaltung der Stadt Münster ist in der Hauptausschusssitzung (als Ersatz für die Ratssitzung) am Mittwochabend von der Politik aufgefordert worden, ein neues Verkehrsgesamtkonzept zum Thema „Flyover Aegidiitor“ zu erstellen. Damit liegt die geplante Fahrradbrücke, die von der Promenade zur Bismarckallee führen soll, erst einmal auf Eis liegt.

Der „Flyover“ soll nach dem Willen unter anderem der Koalition aus Grünen, SPD und Volt mithilfe eines kurzfristig erstellten Gesamtkonzeptes für den Knotenpunkt Aegidiitor neu bewertet werden. Es sollen alle Wegebeziehungen vor Ort in den Blick genommen und möglichst verbessert werden, heißt es in ihrem Antrag. „Dabei werden sowohl Varianten mit als auch ohne Brückenlösung erarbeitet.“ Planungen, die nur den „Flyover“ beinhalten, sollen erst einmal pausieren.

Es habe viele Einwürfe unter anderem von Bürgern gegeben, erläuterte Jule Heinz-Fischer (Grüne). „Mit dem Änderungsantrag geben wir dem ,Flyover‘ noch eine Chance. Wir wollen das Ganze aber neu bewerten.“ Vielleicht sei ja eine Planung in der Ebene besser. Die Verwaltung soll Alternativen vorstellen, „um eventuell auch am Boden zu bleiben“, sagte auch Marius Herwig von der SPD. „Wir wollen uns nicht nur eine oder zwei Wegebeziehungen angucken, sondern den gesamten Knotenpunkt“, stellte auch Jörg Berens für die FDP klar. Ulrich Tholden von den Linken hält das „monströse Projekt“ ebenfalls nicht für zustimmungsfähig, es fördere höchstens den Autoverkehr. Als letzten Ausweg nannte er gar einen Bürgerentscheid, der angestrengt werden könnte. CDU-Fraktionschef Stefan Weber hielt das alles für eine „kleinkarierte Debatte“ und sein Parteikollege, Oberbürgermeister Markus Lewe, appellierte noch einmal an den „Mut, große Lösungen anzupacken“. „Wir müssen die Mobilitätswende steuern – nur wie?“, fragte er in die Runde.

Am Ende aber war der „Flyover“ erst einmal vom Tisch. Die Politik entschied mit Mehrheit, das Zehn-Millionen-Euro-Projekt genauer zu analysieren und beauftragte die Verwaltung auch, eine Förderung für ebenerdige Querungen zu beantragen. Die Umwandlung der Aegidiistraße in eine Fahrradstraße soll in das Konzept der Veloroutenplanung integriert werden.

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