Fair Play Preis für Preußen-Fans Auszeichnung in zwei Kategorien geht nach Münster

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Der Fair Play Preis des Sports geht an die Fans des SC Preußen. (Archivbild: Carsten Pöhler)
Der Fair Play Preis des Sports geht an die Fans des SC Preußen. (Archivbild: Carsten Pöhler)

Das Sport-Jahr 2020 war geprägt von abgesagten Wettkämpfen, leeren Stadien und erschwerten Trainingsbedingungen für die Athleten*innen, auf politischer Ebene instrumentalisierten rechte Gruppen die Pandemielage. In dieser Zeit gaben die Fans von Preußen Münster und das Duo Joshua Kimmich und Leon Goretzka klare Antworten auf gesellschaftspolitische Herausforderungen und erhalten dafür jeweils den Fair Play Preis des Deutschen Sports 2020.  

Kategorie „Sport“: Ein lautstarkes Signal gegen Rassismus 

Bei einem Spiel der 3. Liga im Februar 2020 kam es in Münster zu einem rassistischen Zwischenfall. Der ghanaisch-stämmige Spieler der Würzburger Kickers, Leroy Kwadwo, wurde durch einen Zuschauer mit Affenlauten beleidigt. Spontan reagierte das ganze Stadion eindrücklich mit „Nazis raus!“-Rufen. Mehrere Zuschauer wiesen den Ordnungsdienst auf den Täter hin, sodass dieser des Stadions verwiesen und der Polizei übergeben werden konnte. Die Klarheit und Konsequenz dieser Reaktion beeindruckten die Jury.

„Fair Play, Zivilcourage und respektvoller Umgang miteinander gehören zu den Werten des Sports – auf und neben dem Platz. Genau das haben die Fans von Preußen Münster eindrucksvoll gezeigt. Dieses Verhalten ist Ausdruck eines beispielhaften Zusammenhalts von Aktiven und ihren Anhänger*innen in unserer Sportfamilie. Ihre Reaktion verdient eine besondere Würdigung und Anerkennung durch die Auszeichnung mit dem Fair Play Peis des Deutschen Sports“, so Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, die als Vizepräsidentin den Preisstifter DOSB in der Fair Play Preis Jury vertritt.

Der Würzburger Spieler Leroy Kwadwo (re.), hier im Zweikampf mit SCP-Spieler Julian Schauserte. (Archivbild: Carsten Pöhler)
Der Würzburger Spieler Leroy Kwadwo (re.), hier im Zweikampf mit SCP-Spieler Julian Schauerte. (Archivbild: Carsten Pöhler)

Kategorie „Sonderpreis“: Eine besondere Aktion in einem besonderen Jahr

Die Auszeichnung in der Kategorie „Sonderpreis“ ging an die Aktion #wekickcorona von Leon Goretzka und Joshua Kimmich. Die beiden Profifußballer riefen im März 2020 die Initiative We Kick Corona ins Leben, mit welcher sie Spenden für soziale Einrichtungen sammeln. Hinter ihrem Aufruf versammelten sich auch weitere Größen des Sports und der Gesellschaft, sodass bis heute mehr als fünf Millionen Euro Spenden für gemeinnützige Einrichtungen verbucht werden konnten. „Leon Goretzka und Joshua Kimmich sind nach eigener Aussage ‚nicht nur Nationalspieler, sondern Teil unserer Gesellschaft, die mehr denn je aufgefordert ist, zusammenzuhalten und Verantwortung zu übernehmen‘. Mit #wekickcorona haben sie bewiesen, dass junge Profifußballer auch bereit sind, für die Gemeinschaft einzutreten. Das ist äußerst bemerkenswert und von daher auszeichnungswürdig“, erklärte Erich Laaser, Präsident des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS).

Der Fair Play Preis des Deutschen Sports wird jährlich durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) vergeben. Ziel ist es, Aktionen, Gesten oder Initiativen zu ehren, die in besonderem Maße von Fair Play geprägt sind.  Sportler*innen sollen ermutigt werden, sich für ein faires Miteinander und Sporttreiben einzusetzen.​

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