Eröffnung des Weltgartens im Allwetterzoo Münster

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Projektleiter Manfred Belle erläutert den Aufbau des Weltgarten-Pavillons. (Foto: th)
Projektleiter Manfred Belle erläutert den Aufbau des Weltgarten-Pavillons. (Foto: th)

Zum zweiten Mal gastiert die Weltgarten-Ausstellung im Allwetterzoo Münster. Bereits vor 8 Jahren hatte das weithin sichtbare, weiße Kuppelzelt für zwei Jahre in Folge seinen Platz mitten im Allwetterzoo eingenommen. Und dass der Zoo auch dieses Mal der beste Platz für die neue Ausstellung sein wird, daran lässt Zoodirektor Jörg Adler keinen Zweifel: „Es gibt in Münster keinen besseren Platz; nicht nur zum Schutz vor Vandalismus, sondern weil auch wir uns seit langem mit dem Artenschutz auseinandersetzen und dazu informieren.“ Denn Nachhaltigkeit ist das große Thema des Weltgartens, der zum Mitmachen einlädt. Auf 75 qm Grundfläche geht es nicht einfach um Schautafeln zum Lesen, sondern die Besucher können erkunden, puzzeln, aufklappen, innehalten. Eine Station des Weltengartens ist z. B. die Kartoffelkiste. Durch verschiedene Vorrichtungen an der Kiste können Kinder auf interaktivem Wege herausfinden, woher Kartoffeln kommen, wie sie produziert werden und welche Produkte Kartoffeln oder Bestandteile von Kartoffeln enthalten. Eine andere Station sind die „Hipporoller“, die in Ländern ohne richtiges Wassernetz dem Wassertransport dienen. Sie stehen in der Ausstellung symbolisch für die Wasserversorgung.

Mitunter kann das Gezeigte brutal wirken, weiß Manfred Belle vom Eine-Welt-Netz NRW: „Globale Nachhaltigkeit kann sehr niederschmetternd sein, wenn man die Katastrophen und Ungerechtigkeiten sieht.“ Das Ziel, was hier verfolgt wird, ist ein Bewusstmachen, „ es soll ermutigen und fokussieren: was kann ich machen?“, so Manfred Belle weiter. Auch hier gibt es große Überschneidungen mit dem Zoo, denn der Allwetterzoo Münster setzt sich seit langem für Nachhaltigkeit ein, etwa, indem bestimmte Zuchtprogramme für Tiere wie z. B. die Gorillas laufen und auf die Lage der bedrohten Tierarten aufmerksam gemacht wird oder durch gezielte Informationen zur Umweltzerstörung.

Betont die Wichtigkeit von Artenschutz und Umweltschutz: Zoodirektor Jörg Adler. (Foto: th)
Betont die Wichtigkeit von Artenschutz und Umweltschutz: Zoodirektor Jörg Adler. (Foto: th)

So gibt es eine Handysammelstelle, die den Zusammenhang zwischen unserem Konsum hier in den westlichen Industrienationen einerseits und dem Raubbau der Natur und der Vertreibung von Menschen im Kongo andererseits zeigt. Im Übrigen sei man auch sehr froh, dass man für den Zoo einen Gastronom habe gewinnen können, der fair gehandelten Kaffee und nachhaltige Produkte anbiete. Dass ein bewusster Umgang auch bei der eigenen Person durch verantwortungsvolles Konsumverhalten beginnt, erläutert Adler, als er sich über einen Zeitungsartikel ärgert, in dem der Verzehr von Scholle nur zu einer bestimmten Zeit empfohlen wird, obwohl diese Art von Überfischung bedroht ist: „Wann man Scholle essen sollte? Gar nicht!“

Die Ausstellung richtet sich an Zoobesucher jeder Art – egal, ob Einzelpersonen, Familien oder Schulklassen. 12 Stationen wurden von der pädagogischen Mitarbeiterin des Eine-Welt-Netzes, Simone Lenz, schulgerecht gestaltet. Damit ist für Schulklassen ein Programm buchbar, das kostenfrei ist. Darüber hinaus ist der Weltgarten derart konzipiert, dass wöchentlich der Fokus wechselt: jede Woche wird eine neue Gruppe/Initiative mit eigenem Schwerpunkt inhaltlich zur Ausstellung beitragen. Kommenden Sonntag wird die Eröffnung der Ausstellung um 14 Uhr stattfinden. Ihr schließt sich eine Talkrunde mit den Schirmherren und prominenten Ehrengästen an. Der Pavillon wird bis nach den Herbstferien im Oktober geöffnet sein.

Weitere Informationen zum Weltgarten: www.eine-welt-netz-nrw.de/seiten/190/

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