
Staus am Morgen, Staus am Abend: Ein Umdenken in der Verkehrspolitik scheint dringend notwendig zu sein, auch in Münster. Der Parking Day, erstmals 2005 in San Francisco umgesetzt, hat sich inzwischen weltweit zu einem Aktionstag etabliert, der zum Nachdenken darüber anregen soll, wie der innerstädtische Raum anders als zum Abstellen von Autos genutzt werden könnte.
Während Baustellen und Umleitungen meist mehr oder weniger zähneknirschend inkauf genommen werden, stoßen vergleichsweise kurzfristige Aktionen wie der „Parking Day“ noch immer bei manchen Bürgerinnen und Bürgern auf Unverständnis: „Ein bisschen Kritik kommt immer rein, aber damit muss man leben“, zeigt sich der Organisator des Parking Days Münster, Konstantin Kubina, vergleichsweise entspannt, während um ihn herum die Infostände unterschiedlicher Vereine, Organisationen und Einzelpersonen die Straße erobern, die üblicherweise dem Autoverkehr vorbehalten ist.

Fahrradparcours, Yoga-Kurse, DJ-Sets und jede Menge Infostände: Das Spektrum des Parking Days 2025 ist denen vergangener Jahre zwar ähnlich, wirkt jedoch in diesem Jahr stellenweise etwas ausgedünnt: „Es kommt immer vor, dass einzelne Initiativen kurzfristig nicht teilnehmen können. Doch die Anwohnerinnen und Anwohner sind herzlich eingeladen, die Lücken zu besetzen. Das ist ja auch die Idee des Parking Days“, wir Kubina erläutert. So scheint auch die Information, dass an diesem Tag der Autoverkehr auf dem Weg zur Weseler Straße nicht über die Geiststraße läuft, nicht bei allen Autofahrern angekommen zu sein. Ein einsamer Fahrer zeigte sich von den Schildern, Sperrungen, bunten Ständen und Kreidemarkierungen auf dem Boden unbeeindruckt und fuhr in aller Ruhe die Straße entlang.
Parking Day
Der Parking Day ist eine jährliche Aktion, bei der Parkplätze für einen Tag in Orte der Begegnung, Erholung oder Kreativität umgewidmet werden, um die Nutzung des öffentlichen Raums kritisch zu hinterfragen. Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie viel Fläche Autos stehend oder rollend beanspruchen, und alternative Nutzungen aufzuzeigen. Die Organisatorinnen und Organisatoren des diesjährigen Parking Days kritisieren, dass die Stadtverwaltung bestehende Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung oft nicht ausschöpft. Mitmachen konnten wie in jedem Jahr alle Interessierten, indem sie eine Parklücke gestalten und eigene Ideen einbrachten.
Fotos: Bührke
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