Anne-Katrin Böhm gefangen im Alltagswahnsinn

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Wie man das Leben trotz Eltern mit Musik und Humor meistert

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Macht nicht nur als verführerische Femme Fatale eine gute Figur: Anne-Katrin Böhm (Foto: Pressefoto)

Man kennt das: Gerade noch will man sich fertig machen – schwupps – ruft die Mutter just in dem Moment an, in dem es am wenigsten passt. Und dann oft mit so unangenehmen Fragen. Und behandelt einen, als ob man nicht selbst am besten wüsste, wie es geht. Also meistens. Aber: Man bleibt das ewige Kind. Und die Bevormundung funktioniert ja auch andersherum, wenn die Tochter die Mutter fragt, ob sie denn ihre Brille auch eingepackt habe – draußen sei es ja wieder so dunkel. Und so zieht sich die Tochter-Mutter-Beziehung wie ein roter Faden durch einen Abend mit viel Musik und Humor. Mit einem Augenzwinkern präsentiert Anne-Katrin Böhm eine junge Frau auf dem Weg in die Selbständigkeit, der es zu Anfang noch nicht mal gelingen will, die Waschmaschine richtig zu programmieren. Oder ihren neuen Freund der Mutter vorzustellen. Die desillusioniert den Unterschied zwischen Maklersprache und Realität erkennen muss.

Die nervtötenden Widrigkeiten des Alltags in Form von Nachbarn, Geliebten oder auch Steuererklärungen – all das stellt Anne-Katrin Böhm lebendig dar. Dazu bedient sie sich bekannter Stücke namhafter Liedermacher und schlägt einen Bogen von den 30ern des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Sei es verzweifelt-komisch in Benjamin (Anna Depenbusch), sei es genervt (Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars – Reinhard Mey) oder auch als Femme Fatale, die ihren Liebsten auffordert, seine Ehefrau doch mal eben zu meucheln: Bitte erschieß Deine Gattin (Georg Kreisler).

Dabei ist sie immer in Interaktion mit dem Publikum, das freudig mitklatscht oder verständnisvoll nickt, bisweilen auch überrascht auf die vermeintlichen Avancen reagiert, wenn aus dem Zuschauer von eben plötzlich der verflossene Liebhaber „Egon“ wird und Anne-Katrin Böhm schmachtend singt „Ich bin ja nur aus Liebe zu dir so tief gesunken.“

Der Abend ist eine Reise ins komische und bisweilen nostalgische Metier unterschiedlichster Lieder und Chansons, verknüpft mit allzu Bekanntem, von Anne-Katrin Böhm mit Elan und Witz charmant präsentiert und von den Zuschauern auch im anschließendem Gespräch mit der Darstellerin entsprechend gewürdigt.

 

 

 

 

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