„AllRad“: Forschung zur Fahrradnutzung Zweiwöchige Online-Umfrage richtet sich an Radfahrende in Münster, Mainz und München / Bundesweit anwendbarer Leitfaden geplant

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Die zweiwöchige Online-Umfrage in Münster, Mainz und München soll am Ende sogar dazu führen, dass bundesweit die Radwege verbessert werden und sich der Radverkehr steigert. (Archivbild: Michael Bührke)
Die zweiwöchige Online-Umfrage in Münster, Mainz und München soll am Ende sogar dazu führen, dass bundesweit die Radwege verbessert werden und sich der Radverkehr steigert. (Archivbild: Michael Bührke)

Radfahren ist attraktiver, wenn die Radwege in Ordnung sind. Verschmutzung, Bewuchs und schlechte Witterung sind neben Gefahrenstellen wegen baulicher Mängel im Radwegenetz ausschlaggebend dafür, dass das Fahrrad öfter stehen gelassen wird – so lautet die These der Hochschule Mainz. Eine gute betriebliche Unterhaltung von Radwegenetzen steht im Fokus des Forschungsprojekts „AllRad“ der Hochschule Mainz. Die Untersuchungsgebiete sind Münster, Mainz und München.

Münster ist wegen seiner sehr gut ausgebauten Radinfrastruktur als Pilotkommune ausgesucht worden. Die hohe Nutzung des Verkehrsmittels Fahrrad wie auch die Radkultur und -mentalität in Münster sind interessante Aspekte, die die Stadt als Untersuchungsgebiet auszeichnen.

Um die aktuelle Situation vor Ort zu ermitteln, startet ab sofort eine zweiwöchige Online-Umfrage. Unter t1p.de/Umfrage-Hochschule-Mainz können Münsters Radfahrende mitmachen und Fragen zur aktuellen Radwegeunterhaltung beantworten. Zusätzlich werden auch die für die Radwegeunterhaltung zuständigen Bauhöfe befragt. Im Anschluss wird ein Maßnahmenkonzept erarbeitet, das für zwölf Monate in den Pilotstädten angewandt wird.

Mit Münster, Mainz und München werden im Projekt „AllRad“ drei Städte untersucht, die sich aufgrund ihrer Topografie, der Witterungsverhältnisse, der Fahrradnutzung und ihrer Radfahrinfrastruktur unterscheiden. Durch Berücksichtigung der lokalen Unterschiede und saisonalen Schwankungen soll im Ergebnis ein deutschlandweit anwendbares Handlungskonzept entstehen. Damit soll zukünftig auch in anderen Städten für eine Verbesserung der Radwege und für eine Steigerung des Radverkehrs gesorgt werden.

„Sicherheit und Benutzbarkeit von Radwegen werden durch die regelmäßige betriebliche Unterhaltung, insbesondere Reinigung, Grünpflege und Winterdienst beeinflusst. Ziel des Projektes ist es, durch eine verbesserte Radwegeunterhaltung die Fahrradnutzung im Alltag zu steigern“, so Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Rainer Hess, der in der Fachrichtung Bauingenieurwesen der Hochschule Mainz die Professur für Straßen- und Verkehrswesen innehat.

Das Projekt „AllRad“ hat als eines von bundesweit zwölf bewilligten Projekten eine Förderung aus dem Nationalen Radverkehrsplan erhalten. Das Gesamtvolumen des Vorhabens liegt bei 109 810 Euro, davon fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur 80 Prozent (87.848 Euro), den Rest trägt die Hochschule Mainz aus eigenen Mitteln. Abgeschlossen wird das Projekt voraussichtlich im März 2023.

Auf der Internetseite allrad.hs-mainz.de/ können sich alle Interessierten über die Forschungsfortschritte informieren. Die Umfrage findet sich unter: t1p.de/Umfrage-Hochschule-Mainz.

Ein Kommentar

  1. Die Grundannahme dass Münster eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur für den Radverkehr habe ist schon grundfalsch. Es ist in Politik, Verwaltung und einschlägigen Verbänden Konsens dass die Infrastruktur defizitär ist und aktuellen Anforderungen nicht entspricht. Der ADFC-Fahrradklimatest 2020 wird das erneut belegen.

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