“Wir wollen nicht so klingen wie irgendwer” – Mr. Irish Bastard im Interview

Mr. Irish Bastard im ALLES MÜNSTER Interview. (Foto: th)
Mr. Irish Bastard im ALLES MÜNSTER Interview. (Foto: th)

Ralf Clausen im Interview mit  The Irish Bastard, Gran E. Smith und Boeuf Strongenuff von der Band Mr. Irish Bastard, die am Freitagabend auf der  AWM-Bühne spielen.

Eure neue Platte „The World, The Flesh & The Devil “, ist gerade erst vor ein paar Wochen rausgekommen…

…am 8. Mai.

…die letzte davor war 2011 oder so. Wie kam das zu den vier Jahren Lücke. Habt ihr so lange daran gearbeitet oder habt ihr soviel getourt, dass ihr keine Zeit mehr dafür hattet?  

Ich glaube, das ist beides. Wir spielen ja recht viel. Ich hab schon im Dezember 2012 angefangen, das Ding zu schreiben und dann war es irgendwann später fertig.

Das soll ja auch gut werden und uns selber gefallen. Und dann dauert’s eben so lange, wie’s dauert.

Was macht Ihr denn grundsätzlich lieber: Platte aufnehmen oder auf Tour gehen?

Ich find beides sehr schön. Platte aufnehmen macht totalen Spaß. Wir haben es diesmal in den Prinzipal-Studios gemacht, in Ottmarsbocholt. Da ist es auch total nett, so auf dem Land, schön ruhig, und da kann man schön entspannt arbeiten. Da haben wir uns auch gut Zeit gelassen, wie man hört. Wie ich finde, hat es sich auch gelohnt

Was ich am Platte aufnehmen spannend finde ist, dass du vorher nicht weiß, was daraus wird. Du nimmst was auf und denkst, das ist ganz okay. Und dann wird gemischt und was rausgeschnitten, zugemischt und hin und her, und dann kommt wieder was ganz anderes raus als du dachtest. Und das ist das Spannende an einem Aufnahmeprozess.

"Wir wollen nicht so klingen wie irgendwer", sagen Mr. Irish Bastard aus Münster. (Foto: th)
“Wir wollen nicht so klingen wie irgendwer”, sagen Mr. Irish Bastard aus Münster. (Foto: th)

Ihr nehmt also nicht live auf, sondern es wird gewerkelt?

Gerade diesmal haben wir viel gewerkelt. Wir wollten es mal anders machen als wir es vorher gemacht haben. Das ist uns auf jeden Fall gelungen. Hat nur halt ’nen Tag länger gedauert.

Es ist auch gelungen, finde ich Die Stücke gehen ja fließend von Folk in Punk über. Was ist euer Vorbild? Pogues sicherlich – aber ist es sonst eher Folk oder ist es Punk?

Ach, da sind wir gar nicht so festgelegt, ehrlich gesagt. Wir machen eben das, wo wir uns selber treu bleiben. Wir haben alle eine gewisse Folk-Historie, wir haben auch viel Punk gehört. Wir bringen es eben wie es uns halt gefällt zusammen.

Als Band haben wir nicht so sehr musikalische Vorbilder. Jeder ist natürlich Fan von irgendwas, aber wollen nicht so klingen wie irgendwer.

Ich hab kürzlich noch überlegt, wie unser Sound zustande kommt. Viele Bands in diesem Genre spielen Folk-Musik schnell. Wir spielen eben Punk und mischen die Folk-Instrumente dazu. Das ist wohl das, was uns ausmacht: dass wir die Punk-Historie haben und diese verrückten Instrumente dazu nehmen. Aber konkret nach Vorbildern orientieren wir uns nicht.

Irish Bastard, du hast eben so ein bisschen das Gesicht verzogen, als ich die Pogues erwähnt hab?

Im Gegenteil! Ich hab damals „Rum, Sodomy & The Lash“ gehört, und damit war meine musikalische Prägung schon irgendwie klar.

Ich hab mal meine Brille auf ’nem Pogues-Konzert verloren, die war nach 30 Sekunden zu Staub zermahlen. Bei eurem neuen Stück „I Hope They Sell Beer In Hell“ befürchte ich aber Schlimmeres: da droht ja glatt ein Herzinfarkt – Habt Ihr  bei der Hitze heute kein Mitleid mit den Zuschauern?

MIB: wir machen uns eher Sorgen uns selbst (Großes Gelächter)

Man kann das Lied ja auch mit verschränkten Armen genießen.

Weil es so ruhig anfängt hatte ich beim ersten Mal die Anlage noch laut aufgedreht. Und dann hat es mich aus der Kurve geschmissen…

Es empfiehlt sich natürlich so einen Song zuhause, nackt und stark angetrunken zu hören.

Ihr wollt es auch nicht langsamer spielen heute?

Ganz im Gegenteil, bisschen schneller vielleicht.

Das ist übrigens eins der Lieder, wo noch gar nicht klar war, wie es sich weiterentwickelt. Und dann ist es diese Nummer geworden, hat mich selber überrascht.

Wir haben damit kurz in die Charts reingeschnuppert.

Der Song kommt auch live gut an.

Die gesamte Mannschaft von Mr. Irish Bastard. (Foto: th)
Die gesamte Mannschaft von Mr. Irish Bastard. (Foto: th)

Wo habt Ihr denn dieses Jahr schon gespielt?

In Hamburg, in München, Niederlande, Stuttgart, Aachen und so weiter.

Wie ist im Vergleich dazu das Publikum in Münster? Unterscheidet es sich hier für euch oder ist es so wie woanders?

Wir sind eher etwas nervöser. Man guckt ins Publikum und erkennt ja die Leute…

Und wahrscheinlich werdet Ihr viel Bier trinken auf der Bühne.…

Wahrscheinlich ja….

Alles Münster wünscht euch Viel Spaß dabei!

 

Ralf Clausen

Ralf Clausen

(rc) - Redakteur & Chef vom Dienst bei ALLES MÜNSTER
Ralf kommt aus dem Norden, lebt aber schon seit 1992 in Münster. Er interessiert sich besonders für Musik und Kultur, aber auch für Geschichte und Stadtgeschichten. Im Bürgerfunk moderiert er auf Antenne Münster "Easy Listening - Musik am Feierabend". Einige seiner Schallplatten trägt Ralf schon mal zum Auflegen in eine von Münsters Kneipen, zu denen seine Lieblingsmusik aus den 50er, 60er und gelegentlich auch 70er Jahren passt.

rc@allesmuenster.de
Ralf Clausen

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