Video-Serie über Orgel von Sankt Mauritz Der 23jährige Kirchenmusiker Niklas Piel aus Münster möchte die Begeisterung für die „Königin der Instrumente“ wecken

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Niklas Piel im Inneren der Orgel in der St.-Mauritz-Kirche: Der 23-Jährige erklärt in Kurzvideos, wie das Instrument funktioniert. (Foto: Bischöfliche Pressestelle, Ann-Christin Ladermann)
Niklas Piel im Inneren der Orgel in der St.-Mauritz-Kirche: Der 23-Jährige erklärt in Kurzvideos, wie das Instrument funktioniert. (Foto: Bischöfliche Pressestelle, Ann-Christin Ladermann)

Ein Fuß auf dem Brett, den anderen platziert er schräg darüber. Niklas Piel weiß genau, wie er sich in der Orgel zwischen den Pfeifen bewegen muss, bis er den perfekten Platz gefunden hat. Denn der Bildausschnitt auf dem Video muss stimmen – und ein bisschen abenteuerlich darf es auch aussehen. Der 23-jährige Kirchenmusiker der Pfarrei Sankt Mauritz in Münster produziert derzeit im Auftrag des Referats Kirchenmusik des Bistums Münster eine Video-Serie rund um die Orgel. Das Ziel: Werbung für die „Königin der Instrumente“ und das Orgelspielen.

„Wir möchten das traditionelle Orgelhandwerk mit der digitalen Welt verbinden“, erklärt Ulrich Grimpe, Leiter des Referats Kirchenmusik, die Idee hinter der Serie. Die Videos, die in einem ähnlichen Stil wie bei der bekannten Sendereihe „Löwenzahn“ aufgebaut sind, sollen in ein bis zwei Minuten unterschiedliche, zumeist technische Aspekte der Orgel erklären – wissenschaftlich, aber kindgerecht und in einfacher Sprache. „Wir möchten gerade bei technisch interessierten jungen Menschen Aufmerksamkeit für die Orgel wecken“, sagt Grimpe, denn für viele sei das Instrument durch die Größe und Lage im Kirchenraum unnahbar und die technischen Vorgänge von außen nur schwer nachvollziehbar.

Niklas Piel gibt den Videos ein Gesicht. Der gebürtige Bochumer, der an der Hochschule in Detmold Kirchenmusik studiert hat und dort nun seinen Master anschließt, ist seit Oktober Kirchenmusiker in Sankt Mauritz. Zwar macht er sich Stichpunkte zum Inhalt der einzelnen Videosequenzen, „aber eigentlich läuft das am besten durch ‚learning by doing‘“, wie er sagt. Wie entsteht der Ton? Was hat es mit der Tonhöhe auf sich? Und was sind eigentlich Zungenpfeifen? Diesen Fragen hat er sich schon gewidmet und anschaulich mitten in der Orgel anhand der verschiedenen Pfeifen erklärt. „Es ist eine Herausforderung, einen recht komplexen Vorgang in nur ein oder zwei Minuten zu erklären, aber länger darf es für die Social-Media-Kanäle nicht sein“, weiß der 23-Jährige, der hinter der Kamera von seinem Kollegen Adrian Greiner unterstützt wird. Künftig werden die Kurzvideos auch für die Kirchenmusikausbildung im Bistum Münster Verwendung finden und in eine E-Learning-Plattform eingebunden.

Seit kurzem unterrichtet Piel drei junge Orgelschüler. Auch in Münsters Schulen wird er nach den Sommerferien präsent sein und bei Orgelführungen seine eigene Begeisterung für die Kirchenmusik an die Jüngeren weitergeben. „Kinder merken sich am besten etwas, das sie anfassen und selbst ausprobieren können“, ist Piel überzeugt und räumt dafür auch gerne die Orgelbank an der mehr als 120 Jahre alten Fleiter-Orgel in der St.-Mauritz-Kirche. Die eignet sich dafür besonders gut, befindet sich der Motor der Orgel sowie das Gebläse außerhalb des Instruments in einem kleinen Vorraum.

Grimpe und Piel freuen sich, wenn die Erklärvideos bei den Zuschauerinnen und Zuschauern Interesse am Instrument und der Kirchenmusik wecken. „In den nächsten Wochen wird es immer wieder neue Videos geben“, kündigt Piel an. Schließlich gibt es bei der „Königin der Instrumente“ jede Menge zu entdecken.

Die Videos sind auf dem Youtube-Kanal des Bistums Münster zu finden: https://www.youtube.com/user/BistumMuenster/videos
Fragen und Anregungen nehmen die beiden Kirchenmusiker per Mail an piel@bistum-muenster.de entgegen.

Bisher hat das Bistum Münster neben einer Einleitung vier Folgen der Serie auf YouTube veröffentlicht, alle nur etwa zwei Minuten lang. Hier könnt ihr schon mal die erste davon sehen (“Wie entsteht der Ton?”):

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