Jeder zweite Verunglückte ist ein Radfahrer Polizei stellt Unfallstatistik für 2019 vor / Verkehrsunfälle im Stadtgebiet leicht gestiegen

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Bei über der Hälfte aller Verkehrsunfälle in Münster sind Radfahrer beteiligt. (Symbolbild: CC0)
Bei über der Hälfte aller Verkehrsunfälle in Münster sind Radfahrer beteiligt. (Symbolbild: CC0)

Am Morgen stellte die Polizei Münster die Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr vor. Die gute Nachricht zuerst: 2019 gab es weniger Unfalltote und Schwerverletzte im Stadtgebiet, die Unfallzahlen sind allerdings angestiegen. Der Anteil der verletzten Radfahrer ist dabei weiter auf hohem Niveau.

11.515 Unfälle registrierten die Beamten im Jahr 2019 im Zuständigkeitsbereich, das ist ein Zuwachs von gut 7 % im Vergleich zum Vorjahr. In 1.365 Fällen kamen Personen zu Schaden: 1.583 Personen wurden schwer verletzt (+ 0,8 %). Eine Pedelec-Fahrerin kam ums Leben. Eine positive Entwicklung ist bei den Unfallfolgen zu sehen. Die Anzahl der Schwerverletzten (2019: 205) ging um fast 27 % zurück. Die Anzahl der Leichtverletzten stieg um 5,6 % auf 1.377 Personen an (Jahr 2018: 1304).

Bei 1.182 Unfällen mit Beteiligung von Radfahrern wurden 799 Radler und 74 Pedelec-Fahrer verletzt. Sie stellen mit 55 % mehr als die Hälfte aller Verunglückten dar. „Fehler beim Abbiegen sind mit über
50 % die häufigste Ursache bei Fahrradunfällen“, betonte Polizeipräsident Rainer Furth. „Es gibt seit 2019 an vier neuen Kreuzungen in der Stadt bereits getrennte Ampelschaltungen für Radfahrer und Kraftfahrzeuge. Dort haben sich die Abbiegeunfälle zum Nachteil von Radfahrern und Fußgängern auf Null reduziert.“ Das sei ein guter Einstieg, um die Unfallzahlen dauerhaft zu reduzieren. Eine positive Entwicklung ist bei den Unfallfolgen zu verzeichnen: So ging die Anzahl der Schwerverletzten (2019: 205) um fast 27 % zurück. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 5,6 % auf 1.377 Personen an (Jahr 2018: 1304).

Seit Juni 2019 nutzen viele Verkehrsteilnehmer auch E-Scooter. „Es gibt nicht übermäßig viele Unfälle mit Pedelecs oder E-Scootern“, erläuterte Rainer Furth, betonte aber gleichzeitig, dass die Unfallfolgen in diesen Fällen „oft gravierend seien“. „Wir verzeichnen einen Rückgang von 27 auf 16 schwer verletzte Pedelec-Fahrer im vergangenen Jahr“, so der Polizeipräsident. „Leider verstarb eine 77-jährige Frau im letzten Jahr im Krankenhaus, nachdem sie mit ihrem Pedelec in eine Baugrube gestürzt war.“ Zum zweiten Jahr in Folge sank die Zahl der Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren, auf nunmehr 86 (2017: 121, 2018: 94). Die Zahl der dabei verunglückten Kinder stieg um drei auf 95 an. Hier scheint sich die jahrelange intensive Verkehrssicherheitsarbeit auszuzahlen.

Auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich der Polizei Münster wurden im vergangenen Jahr 4.844
Verkehrsunfälle aufgenommen (5,4 % weniger als im Vorjahr), dabei wurden 764 Personen bei 467 Verkehrsunfällen verletzt, neun Menschen verstarben. „Die Unfallzahlen in diesen Bereichen zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind“, resümierte Polizeidirektor Martin Fischer, Leiter der Direktion Verkehr. Man müsse an den Schwerpunktaktionen festhalten und aufgrund des steigenden LKW-Anteils den Fokus auch weiter auf den gewerblichen Güterverkehr legen. Hier stünden zu hohe Geschwindigkeit, mangelnder Abstand und Fehler beim Überholen im Mittelpunkt. Die Aktionen sollen aber auch mit Informationsveranstaltungen und Verhaltenshinweisen kombiniert werden. „Denn nur wer um die Gefahren weiß, passt seine Fahrweise an“, so Fischer abschließend.

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