Umzug ins Herz der Stadt und der Münsteraner Das Landesstudio des WDR verlässt Mauritz und zieht an den Servatiiplatz

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Robin Denstorff, Andrea Benstein, Markus Lewe, Dr. Carsten Wildemann, Leiter der Hauptabteilung Gebäudewirtschaft des WDR, Dr. Christian Jaeger, Geschäftsführer Wohn- und Stadtbau und Dr. Thomas Robbers von der Wirtschaftsförderung (v.l.) präsentieren die Pläne für den neuen Standort des WDR.
Robin Denstorff, Andrea Benstein, Markus Lewe, Dr. Carsten Wildemann, Leiter der Hauptabteilung Gebäudewirtschaft des WDR, Dr. Christian Jaeger, Geschäftsführer Wohn- und Stadtbau und Dr. Thomas Robbers von der Wirtschaftsförderung (v.l.) präsentieren die Pläne für den neuen Standort des WDR.

Wer aus dem mondänen Stadtteil Mauritz wegzieht, hat meist einen guten Grund, der WDR hat gleich mehrere: „Wir wollen für die Menschen sichtbarer und erlebbaren werden. Und wir wollen im normalen Alltag mit den Bürgern in Kontakt kommen und das geht nicht in einer Villengegend“, wie die Leiterin des Landestudios Münster, Andrea Benstein, erklärt. Darüber hinaus seien die Gebäude, die seit Anfang der 1970er Jahre an der Mondstraße stehen, deutlich in die Jahre gekommen.

Der zukünftige Standort liegt bereits fest. Dort, wo heute am Servatiiplatz in der Ecke zwischen Wolbecker Straße und Eisenbahnstraße Autos parken, soll ein Gebäude entstehen, in dem die oberen Etagen dem WDR gehören und in den unteren nach dem Prinzip des Coworking Space Räume variabel genutzt werden können. „Im Erdgeschoss wird eine Townhall entstehen, die für alle offen ist. Dort wird es auch Gastronomie und Veranstaltungsräume geben“, skizziert Oberbürgermeister Markus Lewe den aktuellen Stand der Planungen. Es werden außerdem Teile der Volkshochschule, ein kommunales Digitallabor und das Smart City Office in dem Gebäude eine Heimat finden. Mit flexiblen Möglichkeiten der Raumaufteilung und den Mitteln der Digitalisierung sollen Menschen zusammentreffen und zusammenarbeiten, die normalerweise kaum aufeinandertreffen würden.

Während der Pressekonferenz zum Umzug des WDR an den Servatiiplatz.
Während der Pressekonferenz zum Umzug des WDR an den Servatiiplatz.

Eine wichtige Motivation für den Umzug liegt in der Digitalisierung. Deutlich weniger Raum benötigt der WDR zum Beispiel für sein Archiv, was früher auf schier endlosen Regalen lagerte, passt heute auf die Festplatten von ein paar Serverschränken. Insgesamt wird der WDR für seine 130 Mitarbeiter deutlich weniger Platz haben als heute, dieser werde aber wesentlich besser zu den heutigen Anforderungen an einen Sender passen, wie die Verantwortlichen erklären. Der crossmediale Ansatz des WDR mit Fernsehen, Hörfunk und Internet wird sich ebenfalls in der Architektur widerspiegeln, Büros,  Studios und Besprechungsbereiche sollen räumlich ineinanderfließen.

„Aktuell pocht in einer analogen Hülle ein digitales Herz“, wie Benstein mit Blick auf das alte Gebäude an der Mondstraße erklärt, „Was in Silicon Valley angefangen hat, wird an der Wolbecker Straße fortgesetzt“, kommentiert auch Lewe humorvoll die technische Tragweite des ambitionierten Bauprojekts. Das neue Gebäude neben der Erlöserkirche, auf deren baulichen Charakter ausdrücklich Rücksicht genommen werden soll, wie Stadtbaurat Robin Denstorff bekräftigt, soll weitestgehend begrünt werden, und so auch das Innenstadtklima zu verbessern.

Auf der attraktiven Fläche in Münster Mauritz entstehen durch die Wohnungsbaugesellschaft Wohn und Stadtbau auf rund 13.000 Quadratmetern unter anderem bezahlbarer Wohnraum, eine Kita und weitere Einrichtungen. Fertiggestellt sein soll das neue Gebäude am Servatiiplatz 2025.

Michael Bührke

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