Umgang mit Großschadensereignissen FH Münster veranstaltet öffentliche Praxisübung "Humanitäre Hilfe"

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Bei dem Großschadensereignis am Kiepenkerl wurden Rettungskräfte auf dem Domplatz zusammengezogen. (Foto: Kay Domhardt)
Bei dem Großschadensereignis am Kiepenkerl wurden Rettungskräfte auf dem Domplatz zusammengezogen. (Foto: Kay Domhardt)

Den 7. April werden wir hier in Münster so schnell nicht vergessen. Ein 48-Jähriger fuhr mit seinem Campingbus in eine Menschenmenge am Kiepenkerl-Platz, tötete dabei drei Menschen und verletzte 20 Menschen teils schwer. Schnell waren Rettungskräfte vor Ort, die Krankenhäuser holten ihr Personal aus dem Wochenende.

„Im Rettungswesen spricht man bei Situationen in einem solchen Ausmaß von einem Großschadensereignis“, erklärt Prof. Dr. Joachim Gardemann von der Fachhochschule (FH) Münster. Aber wie gehen Profil mit solchen komplexen Situationen um? In der nächsten Praxisübung Humanitäre Hilfe wird der Mediziner am Beispiel des Kiepenkerl-Attentats das Management solcher Ereignisse thematisieren.

Gardemann ist seit 25 Jahren wiederholt für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) weltweit als Nothelfer im Einsatz. Er kennt die Herausforderungen, vor denen Rettungs- und Gesundheitswesen in solchen Fällen stehen. „Das Chaos am Krisenort darf sich nicht in die Krankenhäuser übertragen. Das gilt für jedes Ereignis, egal wo auf der Welt es passiert“, weiß Gardemann. „Wir wissen aus Münster, dass die Rettungskette von der Ersthilfe bis in die Krankenhäuser vorbildlich organisiert war.“, sagt Gardemann.

Im Rahmen der Veranstaltung wird auch Dr. René Hartensuer, leitender Oberarzt in der Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Münster (UKM) über seine Erfahrungen und die besonderen Herausforderungen vom 7. April berichten. Außerdem simulieren die Teilnehmer einen internationalen Rettungseinsatz und lernen dabei die Grundlagen der Nothilfe kennen. Dazu gehört auch der Aufbau eines mobilen Zeltkrankenhauses. An der Übung sind der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, der DRK-Kreisverband Münster, die Medizinische Fakultät der Universität Münster, das UKM einschließlich Werkfeuerwehr und das Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der FH Münster beteiligt.

Die Praxisübung Humanitäre Hilfe ist öffentlich und findet bei jedem Wetter statt.

Samstag, 9. Juni | 10:00 - 16:00 Uhr | Außengelände der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKM, Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude A 9 |  kostenlose Anmeldung bis zum 7. Juni online.

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