Schulen sind keine Testzentren! Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert Teststrategie in den Schulen

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Die GEW kritisiert die Möglichkeit, dass sich Schüler die Ergebnisse ihrer Selbsttests von den Lehrkräften attestieren lassen können. (Foto: Maximilian Scheffler)
Die GEW kritisiert die Möglichkeit, dass sich Schüler die Ergebnisse ihrer Selbsttests von den Lehrkräften attestieren lassen können. (Foto: Maximilian Scheffler)

So sehr Schüler und Lehrer sich über die Rückkehr in den Präsenzunterricht freuen und die pandemische Lage sich entspannt, so sehr ist der gestrige Schulstart mit Präsenz für alle Schüler in Augen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit gemischten Gefühlen zu sehen. Grund dafür ist die Erweiterung der Corona-Selbsttests.

Der Grenzwert des RKI von 50 für einen vollständigen Präsenzunterricht wird erneut durch die Anordnung des Ministeriums in vielen Kommunen nicht beachtet. Die erneut extrem kurzfristige Erweiterung der Selbsttests an den Schulen um die Möglichkeit der Attestierung des negativen Ergebnisses durch die Lehrkräfte kritisiert die GEW scharf. Viele Schulleitungen und Lehrkräfte fühlten sich in ihrer Verantwortung für die Einhaltung von Hygienekonzepten und Infektionsschutz und jetzt auch noch mit der Testattestierung alleine gelassen.

„Die zusätzliche Möglichkeit, sich das Testergebnis durch die Lehrkraft attestieren zu lassen, konterkariert das Testkonzept der Landesregierung. Zur Bekämpfung der Pandemie ist es wichtig, dass man sich auf die Testergebnisse verlassen kann. Schulen sind keine Testzentren“, so Ulrich Thoden, GEW-Stadtverbandsvorsitzender. Das Ministerium verlange von den Lehrkräften, dass sie einen Test bestätigten, den sie im Unterschied zu den offiziellen Testzentren ohne eigene Schulung beaufsichtigen. Das sei bei einer gleichzeitigen Beaufsichtigung von 30 Schüler*innen schlicht nicht möglich. „Bislang dienten Tests als Teil des Hygienekonzeptes der Ermöglichung von Unterricht. Nun sollen die Schulen Teil der Öffnungsstrategie der Landesregierung werden“, so Thoden weiter

Zudem wird es knapp fünf Wochen vor dem Schuljahresende dringend Zeit, dass die Landesregierung sich zum neuen Schuljahr äußert, die Pläne und Vorbereitungen beginnen jetzt. „Wie wird das bereitgestellte Geld der Bundesregierung in NRW genutzt werden?“, ist nur eine der Fragen, die dringend beantwortet werden müssen. GEW-Geschäftsführer Carsten Peters: „Die GEW fordert die Landesregierung auf, die Mittel in die Schulen zu investieren, in mehr Personal und mehr Unterstützung vor Ort. Es bleibt dringliche Aufgabe, die Schulen für das kommende Jahr vorzubereiten, indem beispielsweise Luftfiltergeräte angeschafft werden. Die Pandemie ist nicht vorbei.“

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