Rezension: Das Wunder von Hiltrup

Lesezeit: 2 Minuten.
In “Das Wunder von Hiltrup” erzählt Christoph Güsken von allerelei wunderlichen Begebenheiten. (Foto: ka)

Wem es nicht reicht, nur in Münster zu leben, der kann mit jedem Gang in die Buchhandlung seit jeher sowohl wissenschaftliches als auch belletristisches über die Stadt lesen. Dabei erfreuen sich Münster-Krimis nicht erst seit dem Fernseh-Tatort großer Beliebtheit. Was vermutlich daran liegt, dass Westfalen schon immer eine Heimat für merkwürdige Charaktere war und unsere Stadt unterschiedlichste Schauplätze auf kleinem Raum bietet.

Der neueste Krimi in dieser Tradition stammt von dem bekannten münsterschen Autor Christoph Güsken. „Das Wunder von Hiltrup“ ist der erste Fall für seinen kauzigen Ex-Hauptkommissar Niklas De Jong, der auf einem Hausboot lebt und sich eigentlich auf ein ruhiges Leben am Kanal gefreut hatte. Doch dann übernimmt er aushilfsweise die Detektei eines Bekannten, und sein beschaulicher Alltag wird jäh gestört, als sein alter Schulfreund Mickie ermordet wird. Mickies Freundin Penny gesteht die Tat, aber der alten Schnüfflernase De Jong ist sofort klar, dass sie etwas zu verbergen hat.

Die Ermittlungen führen den Hobbydetektiv zu einer Reihe von skurrilen Charakteren und noch skurrileren Orten. Da gibt es, um nur einige zu nennen, eine undurchsichtige Gesellschaft für Selbstoptimierung und einen Freizeitpark namens Pope City, der erst jüngst von der katholischen Kirche im Stadtgebiet errichtet wurde. Was hatte sein alter Schulfreund mit all dem zu tun – und warum kostete es ihn sein Leben?

Bereits der Prolog mit der Beschreibung des titelgebenden Wunders ist flott geschrieben und lässt zum Kapitelende hin ungläubig auflachen – und genauso geht es im gesamten Buch weiter. Natürlich gibt es bei uns weder Hausboote auf dem Kanal, noch die mysteriöse Gesellschaft und schon gar keinen katholischen Freizeitpark. Wer sich also einmal ein ganz anderes, ein alternatives Münster vorstellen möchte, der wird an Christoph Güskens neuem Roman Freude haben. Der eigenwillige Schreibstil und ein trockener Humor machen das Taschenbuch überdies zu einer lohnenden Lektüre. Das gilt auch für Fernseh-Freunde, denn wer den Münsteraner Tatort liebt, wird sehr wahrscheinlich auch „Das Wunder von Hiltrup“ mögen.

Christoph Güsken
Das Wunder von Hiltrup
KVB 2017
ISBN 9783954413836
10,95 Euro
Katja Angenent

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