Protest gegen Pandemie-Leugner Schwerpunkt ist die Situation in der Pflege / „Münster Cares“ beteiligt sich am Protest

Alle Beteiligten sollten wissen, dass es sich nicht um „harmlose Spaziergänger“ mit einer „anderen Meinung“ handele. (Foto: Carsten Pöhler)
Alle Beteiligten sollten wissen, dass es sich nicht um „harmlose Spaziergänger“ mit einer „anderen Meinung“ handele. (Foto: Carsten Pöhler)

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ will am kommenden Montag, den 10. Januar, ab 17.30 Uhr erneut mit einer Kundgebung vor dem Rathaus gegen die Versammlung von Pandemie-Leugnern protestieren. Die SPD Münster sowie DIE LINKE unterstützen die Kundgebung des Bündnisses und rufen ebenfalls zum Protest auf.

„Es ist jetzt wichtig, die Proteste gegen die Pandemie-Leugner fortzusetzen. Wir machen weiterhin deutlich: *Rechtsoffenheit, Verschwörungserzählungen, Egoismus, Antisemitismus und Wissenschaftsfeindlichkeit haben in Münster keinen Platz“, so Bündnissprecher Carsten Peters in einer Pressemitteilung. Am vergangenen Montag seien dem Aufruf des Bündnisses zu einer Mahnwache trotz Ferienzeit mehr als 300 Teilnehmende gefolgt.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Bündnis-Kundgebung am Montag thematisiere die zugespitzte Situation in der Pflege und den Krankenhäusern, in denen die Beschäftigten seit fast zwei Jahren unter erschwerten Pandemie-Bedingungen arbeiten. Die von Pflegekräften ins Leben gerufene Initiative „Münster Cares„, die bereits mehrere große Demonstrationen für die Verbesserung der Pflegebedingungen in Münster durchgeführt habe, wolle sich mit einem Redebeitrag beteiligen, heißt es weiter. Das Keinen Meter-Bündnis habe stets seine Solidarität mit den Beschäftigten des Care-Sektors bekundet.

Die Vorsitzenden der SPD Münster sowie die SPD-Landtagskandidatin, stellvertretende Parteivorsitzende und Leiterin einer Pflegeeinrichtung, Bibiane Benadio, rufen in einer Pressemeldung dazu auf, den Protest gegen die montäglichen Versammlungen der Pandemie-Leugner zu unterstützen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie belastend die Pandemie für Menschen ist, die in der Pflege oder im medizinischen Bereich arbeiten. Menschen, die Corona leugnen und gegen die Impfung mobilisieren, machen mich mittlerweile nur noch wütend.“, so Bibiane Benadio. Co-Vorsitzende der Münsteraner Sozialdemokratie, Lena-Rosa Beste, findet ebenso klare Worte: „Die Stimme der Vernunft sollte in Münster lauter werden, wenn Faktenleugner und Impfgegner auf die Straße gehen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Holocaustverharmloser und Rechtsextreme Teil der Versammlungen sind und diese für sich nutzen. Diese Aufmärsche im Herzen unsere Stadt sind unerträglich und verdienen einen entschiedenen Gegenprotest.“

DIE LINKE schließt sich an und ruft in einer Pressemeldung ebenfalls deutlich zur Unterstützung der Protestkundgebung auf: „Auf einer der Versammlungen hatten viele keine Masken auf und haben keine Abstände eingehalten. Es darf nicht der falsche Eindruck entstehen, diese Leute würden für einen relevanten Teil der Gesellschaft sprechen. Deshalb rufen wir LINKEN dazu auf, sich der Gegenkundgebung des Kein-Meter-Bündnisses anzuschließen: Mit Solidarität, Abstand und Maske!“, so Katharina Geuking, Ratsmitglied der LINKEN im Stadtrat von Münster.

Das Keinen Meter-Bündnis verkenne nicht, dass die Motivlagen der Corona-Leugner-Demo-Teilnehmer  unterschiedlich und heterogen sind. Alle Beteiligten sollten aber wissen, dass es sich nicht um „harmlose Spaziergänger“ mit einer „anderen Meinung“ handele. Die Organisatoren teilen und verbreiten in ihren Chatgruppen unter anderem demokratiefeindliche und antisemitische Inhalte und AfD-Posts. Zu den Teilnehmern zählten neben AfD-Funktionären auch Mitglieder der Neonazipartei „Neue Stärke“, einer von langjährigen militanten Nazikadern gegründeten Kleinstpartei. „Uns ist egal, unter welcher Flagge die äußerste Rechte auf die Straße geht – wir stellen uns ihr entgegen!“, so Peters. Zugleich macht er deutlich: „Desinformation, Lügen und Angstmache – das ist es, was die Pandemie-Leugner bei ihren Demos verbreiten. Sie sind es, die die Gesellschaft spalten. Das lassen wir nicht unwidersprochen.“

*Anmerkung: Rechtsoffenheit bedeute, dass Organisator und Versammlungsteilnehmer kein Problem mit der Anwesenheit und Beteiligung extrem rechter Organisationen und Personen haben.

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