Ökologisches Kleinod erhalten Schwimmbagger führt Entschlammung der Schlossgräfte durch

Ein sogenannter Schneidkopfschwimmbagger entschlammt derzeit in einem besonders schonenden Verfahren die Schlossgräfte. (Foto: BLB)
Ein sogenannter Schneidkopfschwimmbagger entschlammt derzeit in einem besonders schonenden Verfahren die Schlossgräfte. (Foto: BLB)

Sie ist ein ökologisches Kleinod mitten in der Stadt: die Schlossgräfte in Münster. Um all das langfristig zu erhalten, saniert der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) als Eigentümer von Schloss und Schlossgarten seit November das Gewässer und entschlammt die Gräfte. 

Sternförmig umfließt sie Schloss und Schlossgarten und bietet im Wasser und Uferbereich zahlreichen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Sogar Eisvogel, Kormoran und Waldkauz gehören dazu. Für die Menschen ist die Gräfte ein geschätzter Erholungsraum. Der BLB NRW entschlammt die Gräfte, um das ökologische Kleinod zu erhalten.

Ein kleiner Pontonbagger verrichtet seine Arbeit für die Umstehenden unsichtbar. Denn der Schneidkopf mit Sauger befindet sich rund zwei Meter tief auf dem Gräftenboden. In 30 Zentimeter-Schritten löst ein Spezialwerkzeug den Schlamm und saugt ihn ab. Über Schläuche im Gewässer gelangt das Material zu einer neben der Schlossbrücke aufgebauten Anlage, die an Ort und Stelle den Schlamm von Wasser und Sand trennt. Das Wasser wird direkt wieder in die Gräfte geleitet, der Sand später zum Bauen genutzt. Rund 1.600 Tonnen Schlamm und Sand hat das Unternehmen bereits aus der Gräfte entfernt. Bis zum Ende der Maßnahme rechnet der BLB NRW mit mehr als 15.000 Tonnen.

Ein schonendes Verfahren, für das sich der BLB NRW gemeinsam mit den Beteiligten nach sorgfältiger Planung entschieden hat. „Die Schlossgräfte ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern als Bodendenkmal auch von kultureller Bedeutung“, sagt Melanie Sauerbier, kaufmännische Leiterin der Niederlassung Münster des BLB NRW. „Deshalb stimmen wir alle Maßnahmen im Detail mit der städtischen Denkmal- und Wasserbehörde sowie der Denkmalpflege der Bezirksregierung und der Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe ab.“ Außerdem ist die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) als Nutzerin von Schloss und Schlossgarten mit von der Partie. Unter anderem begleiten Prof. Dr. Elisabeth Meyer und Prof. Dr. Bettina Zeis vom Fachbereich Biologie die Sanierung mit ihren Studierenden wissenschaftlich.

Die Entschlammung der Gräfte ist notwendig, weil sich im Laufe der Jahre immer mehr Ablagerungen auf ihrem Grund angesammelt haben. Diese entstehen vor allem durch das herabfallende Laub aus dem teilweise sehr alten Baumbestand. Bei der Zersetzung der Blätter wird Sauerstoff verbraucht, der dann im Gewässer fehlt. Schlimmstenfalls kann das Gewässer „umkippen“, was zum Absterben der meisten Organismen führen würde.

2 Kommentare

  1. Mit Interesse habe ich den Artikel über die Sanierung der Schlossgräfte gelesen. Als Anwohner nutzen wir den Park regelmäßig für unsere Spaziergänge.
    Ich frage mich allerdings, was wird mit den zahlreichen Tieren während der Arbeiten in der Gräfte gemacht? Wo sind die Fische und v.a. die Schildkröten?
    Darüber konnte ich bisher nichts erfahren.
    Ich wäre für eine kurze Information sehr dankbar.
    Mit besten Grüßen
    Heinz Block

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