Nur ein gutes Drittel der Westfalenmetropole ist wirklich vermünstert Wer in der schönsten Stadt der Welt so alles in Deiner Nachbarschaft lebt

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(Foto: Marc Geschonke)
(Foto: Marc Geschonke)

Münster 4 Life? Also fürs Leben? Na klar! Wer einmal die weiche Luft des Prinzipalmarkts am ersten Frühlingstag des Jahres geatmet hat und das letzte herbstliche Sonnenlicht im Aasee hat spiegeln sehen, wird die Stadt sicher nicht mehr aus dem Herzen verlieren. Wen Münster aber aus dem  Herzen verliert – das sind alljährlich rund 20.000 Wegzügler –, ist nicht wirklich verloren…

Zahlen zur schönsten Stadt der Welt gibt‘s jede Menge. Eine wird man in den offiziellen statistischen Werken von Bund und Agenturen aber kaum finden – die 115.481. Um Euch den Spaß an der Rumraterei gleich zu nehmen: So viele derzeit hier lebende Münsteraner sind tatsächlich auch einst im heutigen Stadtgebiet geboren. „Inklusive Albachten, Hiltrup usw.“, wie es das Presseamt der Stadt für ALLES MÜNSTER in Erfahrung gebracht hat.

Bei aktuell 310.488 (Stand 31. Januar 2019) sind das immerhin rund 37 Prozent der Gesamtbevölkerung. Oder nur. Je nachdem. Doch auch wenn es hin und wieder vereinzelt Bürger hinaus in die weite Welt zieht oder jagt, wird Münster einfach nicht weniger. Im Gegenteil.  Vor 200 Jahren (1818) lebten hier gerade einmal durchgezählte 15.158 Bürger, vor 100 Jahren waren es knapp 105.000 Münsteraner.

Ja, zugegeben. Es gab da mal einige Jahre, in denen die Bevölkerungsstatistik negativ korrigiert werden musste. Da war beispielsweise jenes 1997, als man zum Vorjahr einen Verlust von 610 Bürgern auf damals 265.138 Bürger verzeichnete.

Oder 1987, herrje! Da war’s wirklich besonders schlimm. Hatte Münster 1985 noch 270.105 Einwohner vermeldet, waren es derer zwei Jahre später nur noch 246.339. Ein Minus von fast 24.000 Bürgern – quasi einmal Gievenbeck plus Sprakel. Einfach fort. Wie das passieren konnte? „Ab 1987 basieren die Ergebnisse auf der Volkszählung 1987“, heißt es aus der Verwaltung. So ist dann höchstwahrscheinlich auch der Sprung um satte 12.000 Einwohner auf 291.754 im Jahr 2011 zu erklären – da kam schließlich der „Zensus“ zum Zuge.

Die aktuelle Altersstruktur in der Stadt

Wer sich bis zu dieser Zeile durch Worte und Zahlen gequält hat, derer aber noch nicht müde sein mag: Chapeau! Ein paar ganz aktuelle haben wir hier noch für Euch. Also: Durchhalten!

80 Jahre und älter … sind 17.394 Münsteraner (5,6 Prozent)

Als „Senior“ und damit zwischen 60 und 79 Jahren alt … gelten 53.419 Bürger (17,2 Prozent)

„Zwischen den Jahren“ (40 bis 59 Jahre) … stecken 79.909  Personen (25,7 Prozent)

In den vermeintlich besten Jahren (20 bis 39 Jahre) … befinden sich 105.150 Menschen (33,9 Prozent)

Noch grün hinter den Ohren (0 bis 19 Jahre)… sollen 54.738 Münsteraner (17,6 Prozent) sein.

Wir altern und altern und altern … zumindest statistisch

Die jüngsten Zahlen des Amts für Stadtentwicklung wirken für sich recht nüchtern. Im Vergleich mit den Zahlen vor zwei Jahrzehnten aber zeigt sich eine spannende Entwicklung: Auch Münster bleibt nicht ewig jung, die Bevölkerung altert auch hier. Und das durchaus rasant.

Gerade die Altersstufe der 0- bis 39-Jährigen machte im Jahr 1998 noch 57,2 Prozent der münsterschen Bevölkerung aus. Heute sind es nur noch 51,5 Prozent.

Eine leichte Verschiebung hat es auch in einem anderen Segment gegeben: Münster ist mit 52,0 Prozent Bevölkerungsanteil nach wie vor weiblich. Vor zwanzig Jahren lag der Frauenanteil in der Stadt allerdings noch bei 52,9 Prozent.

Um rund 12.000 Menschen ist zwischen 1998 und 2018 die Anzahl Nichtdeutscher in Münster angewachsen – das klingt zunächst viel, macht aber lediglich einen Zuwachs von 3,1 Prozent (auf nun 33.110 Menschen) in der Gesamtbevölkerung Münsters aus.

Marc Geschonke

(mg) - Gastschreiber & Fotograf bei ALLES MÜNSTER
Geboren im wunderschönen Ruhrgebiet, zog es Marc einst für seinen monatlichen Eintagesurlaub in Ellens Buchhandlung (gibt’s nicht mehr), zum „Havanna“ (auch verschwunden) und an den Aasee (noch da, Gott sei Dank!). Mitte 2006 machte er seine gefühlte schließlich zur realen Heimat – um sie Anfang 2015 mit dem Ende der Münsterschen Zeitung auch gleich wieder zu verlassen. Ab und an stellt dieses Onlinemagazin dem nach Oldenburg abgewanderten Herz- und Seele-Journalisten hier nun ein paar frei gewordene Kilobyte zum Austoben zur Verfügung.

mg@allesmuenster.de
Marc Geschonke

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