Noch keine Notbremse ab Samstag Verwirrung bei Inzidenzzahlen / 100.000 Impfungen in Münster

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Noch greift die Notbremse des Bundes mit nächtlichen Ausgangssperren in Münster nicht. (Archivbild: Thomas M. Weber)
Noch greift die Notbremse des Bundes mit nächtlichen Ausgangssperren in Münster nicht. (Archivbild: Thomas M. Weber)

Das neue Infektionsschutzgesetz sieht ab einer Inzidenz von über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre vor. Den Freitag über war unklar, ob die Werte des Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) oder die des Robert Koch-Instituts (RKI) ausschlaggebend sind. Die LZG-Zahlen wurden vergangene Woche mehrfach nach oben korrigiert, die jeweils gemeldeten RKI-Werte blieben unverändert. Nun steht fest: Relevant sind die Daten des RKI, damit greift ab Samstag in Münster noch keine Notbremse.

Das könnte sich ab Montag aber ändern, sollten die RKI-Zahlen für Münster am Wochenende gleichbleibend über 100 liegen – am Freitag lag der Wert bei 107. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer zu den zwischenzeitlichen Irritationen: „Gut für Münster ist, dass unsere Werte im Vergleich günstig sind, auch die vorläufige Vermeidung von Verschärfungen kann als Bestätigung einer noch stabilen Situation verstanden werden. Ob das so bleibt, ist natürlich sehr unsicher. Aber das Hin und Her der Inzidenzzahlen ist den Bürgern nicht zu vermitteln. Hier ist eine einheitliche Systematik von Bundes- und Landesstellen zwingend geboten.“

100.000 Impfungen in Münster 

Bis zum heutigen Freitag sind mehr als 100.000 Menschen in Münster mindestens erstgeimpft worden, fast 29.000 sind bereits vollständig immunisiert, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer: „Wir verstehen die Impfkampagne nicht als bloßes Zahlenwerk, sondern sehen die Menschen dahinter. Für die Münsteranerinnen und Münsteraner bemühen wir uns im Krisenstab seit nunmehr 14 Monaten um einen guten und richtigen Weg im Umgang mit der Pandemie.“ Dass aufgrund vieler neuartiger Bedingungen nicht immer alles für alle nachvollziehbar sei, liege in der Natur der Sache. 55.600 Impfungen wurden im Impfzentrum gegeben, 17.600 in den Praxen, 13.800 in den Krankenhäusern und 13.700 durch mobile Teams.

Da Impfungen ein wichtiger Baustein für eine mögliche Rückkehr in den vor März 2020 bekannten Alltag sind, hat die Gesundheitsministerkonferenz jetzt auch die Gleichstellung von vollständig Geimpften mit Negativ-Getesteten beim Zugang zu Angeboten (Einzelhandel, Dienstleistungen etc.) beschlossen.

Schließungen 

Auch ohne die Notbremse bleibt der Botanische Garten ab Samstag, 24. April, bis auf Weiteres geschlossen. Das betrifft sowohl individuelle Besuche als auch alle öffentlichen Führungen. Auch das LWL-Museum für Kunst und Kultur und das LWL-Museum für Naturkunde werden morgen wieder schließen. „Die LWL-Museen haben so lange, wie es möglich und vertretbar war, die Häuser geöffnet“, so Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. „Aber die aktuelle, sich ständig verschärfende Situation lässt uns keinen Spielraum mehr. Wir bauen unsere digitalen Angebote permanent aus und hoffen, damit die Zeit der Schließung überbrücken zu können und den Menschen wenigstens auf diese Weise Kultur zu ermöglichen.“

Zoobesuch nur mit negativem Schnelltest

Besucher ab dem schulfähigen Alter müssen einen negativen Coronatest (nicht älter als 24 Stunden, kein Selbsttest) am Eingang vorweisen. Auch ist es zwingend erforderlich, vorher ein personalisiertes Ticket zu kaufen.

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