Nighthawks – “Rio Bravo” an der Hafenkante

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Die Nighthawks begeistern den ausverkauften Hot Jazz Club. (Foto: sg)
Die Nighthawks begeisterten den ausverkauften Hot Jazz Club. (Foto: sg)

Sie mischen Elemente aus Rock und Pop mit den Electro-Spielarten Ambient und Lounge, manchmal kommt Dub oder Latin hinzu – und irgendwie ist immer auch Jazz dabei. Oder ist das ganze Jazz? Für Puristen nicht – aber für die spielen die Nighthawks nicht, sondern für ihre treuen Fans.

Vor 17 Jahren als ein reines Studioprojekt von Reiner Winterschladen und Dal Martino gegründet, sind die Nighthawks inzwischen zu einem Quintett angewachsen, das offensichtlich Spaß daran hat, seine Musik live auf die Bühne zu bringen. Dass eine Filmmusik am Anfang ihrer Bandgeschichte stand, war auch beim Konzert im Hot Jazz Club immer wieder mal zu spüren. Den mussten sich die zahlreichen Zuhörer im eigenen Kopf vorstellen, was bei vielen Stücken der Kölner Formation sehr leicht geht.

Der großartige Reiner Winterschladen, hier am Flügelhorn. (Foto: sg)
Der großartige Reiner Winterschladen, hier am Flügelhorn. (Foto: sg)

Für den Wiedererkennungswert sorgte vor allem Reiner Winterschladen, meistens an der gestopften Trompete, aber auch mit wärmeren Klang am Flügelhorn. Für die Grooves war natürlich Dal Martino am Bass zuständig, der auf kölsche Art auch für einleitende Worte zu den einzelnen Titeln gesorgt hat. Großartige Mitstreiter hatten die beiden mit Jürgen Dahmen an den Keyboards, Thomas Alkier am Schlagzeug und den unglaublich vielseitigen Gitarristen Jörg Lenhardt. Aber wenn es denn mal so richtig flott abging und alle Zuschauer mittwippten zu Stücken wie “Still Happy” vom neuesten Album “Rio Bravo” oder “The Consul Is Driving” von ihrer vorletzten CD “Today”, ja dann kam Dal Martino wieder mit der Ansage: “Zum Runterkommen spielen wir jetzt ein langsames Stück”, die beim Hören zu Hause oder im Auto ziemlich gut funktionieren – im ausverkauften Hot Jazz Club seltsamerweise auch.

Kaum zu glauben, dass dies ihr erstes Konzert in Münster war. Ihr letztes war es mit Sicherheit nicht.

Ralf Clausen

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