Neue Smartphone-App: NINA warnt bei Gefahr

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(v.l.) Wolfgang Heuer, Stadtrat und Leiter des Krisenstabes, Rolf Kenter, Fachstellenleiter der Leitstelle und des Katastrophenschutzes und Benno Fritzen, Leiter der Feuerwehr Münster, erklärten die Anwendung der Smartphone-App NINA in der Einsatzleitstelle.
(v.l.) Wolfgang Heuer, Stadtrat und Leiter des Krisenstabes, Rolf Kenter, Fachstellenleiter der Leitstelle und des Katastrophenschutzes und Benno Fritzen, Leiter der Feuerwehr Münster, erklärten die Anwendung der Smartphone-App NINA in der Einsatzleitstelle.

Die neue Smartphone-App NINA wurde gestern offiziell in Münster und NRW-weit in Betrieb genommen. Damit steht der Feuerwehr Münster ein neues Instrument zur Verfügung, um die Bevölkerung bei einer Gefahrenlage zu informieren. NINA wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelt und steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App”. Technischer Ausgangspunkt für NINA ist das modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS).

Wer hätte vor zwei Jahren nicht gerne gewusst, dass sich der Starkregen zu einem folgenschweren „Extremwetterereignis“ für Münster entwickelt. Über solche „Extremwetterereignisse“, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe es nennt, den Fund von Weltkriegsbomben oder über gefährliche Stoffe, die infolge von Unfällen oder Bränden in der Luft sind, will die Feuerwehr Münster mithilfe der Warn-App NINA schnell und sicher informieren. „Mit dem Warnsystem MoWaS und NINA gibt uns die Landesregierung moderne und funktionale Instrumente zur Warnung und Information der Bevölkerung bei Gefahrenlagen in die Hand“, so Wolfgang Heuer, Stadtrat und Leiter des Krisenstabes der Stadt Münster. MoWaS ist der technische Ausgangspunkt für NINA.  Aber auch die lokalen und überregionalen Radio- und Fernsehsender können über das MoWaS-Terminal direkt informiert werden. Der Radiosender WDR 2 ist bereits an das System angeschlossen. Bei Radio Antenne Münster kann die Leitstelle Münster im Notfall in das laufende Programm einsprechen.

Gerrit Kleinhans, zuständig für den Schutz kritischer Infrastrukturen bei der Feuerwehr Münster, zeigte die NINA-App in Aktion. (Foto: so)
Gerrit Kleinhans, zuständig für den Schutz kritischer Infrastrukturen bei der Feuerwehr Münster, zeigte die NINA-App in Aktion. (Foto: so)

Informationsbedarf

Die NINA-App wurde bereits 500.000 Mal heruntergeladen. Mit jedem Großschadensereignis erwarten die Verantwortlichen einen Anstieg der Zahl. „Bei dem Anschlag in München in diesem Jahr, haben 250.000 Versuche stattgefunden, eine Warn-App zu erreichen“, gab Stadtrat Heuer zu bedenken. Das zeige den Bedarf, den die Menschen bei solchen Ereignissen haben, informiert zu werden. „Wichtig zu wissen ist“, sagte Benno Fritzen, Leiter der Feuerwehr, „dass bei sehr intensiver Nutzung der Mobiltelefone, wie es gerade bei öffentlich wahrnehmbaren Schadensereignissen der Fall ist, die Netze auch überlastet sein können.“ Deshalb solle NINA schon vorsorglich auf dem Smartphone installiert werden.

„Wir sind dabei, eine Rolle rückwärts zu machen“

In der Nachkriegszeit wurde die Bevölkerung flächendeckend durch Sirenen gewarnt. Das hielt man irgendwann nicht mehr für zeitgemäß. In den 90er Jahren wurden die Sirenen als Warnsystem in Münster abgebaut. Bislang gibt es keinen Ersatz dafür. Aktuell können Münsters Bürger über Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr im betroffenen Stadtteil, über die Medien sowie die neue Smartphone-App gewarnt werden. „Das sind Instrumente, die gut funktionieren, aber vor allem nachts an ihre Grenzen stoßen“, erklärte Stadtrat Wolfgang Heuer. „Deshalb sind wir derzeit dabei eine Rolle rückwärts zu machen und die Sirenen wiederaufzubauen.“ Außerdem würde bei einem Stromausfall die Infrastruktur der Mobiltelefone ausfallen. „Daher kann eine Warn-App immer nur eine Ergänzung zur Warnung über Sirenen und das Radio sein“, erklärte der Leiter der Feuerwehr Münster. „Sollte es einen Stromausfall in Münster oder NRW geben, werden wir und die öffentlich-rechtlichen Sender durch Notstrom versorgt. Damit sind wir in der Lage, die Botschaft über unser Satellitensystem an alle Bürger weiterzugeben, die ein Radio haben, das ohne Strom funktioniert“, so Benno Fritzen weiter.

Bis zum Ende des nächsten Jahres sollen in Münster 80 Sirenen aufgestellt und in Betrieb genommen werden. Die Sirenen übernehmen dann die sogenannte „Weckfunktion“. Sie soll die Bürger auffordern, das Radio oder Handy anzustellen oder sich über andere Medien zu informieren.

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