Nebenan.de vernetzt Nachbarn: „In Münster ist richtig was los“

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Ziel der virtuellen Vernetzung bei nebenan.de ist der reale Kontakt. (Foto: sg)
Ziel der virtuellen Vernetzung bei nebenan.de ist der reale Kontakt. (Foto: sg)

„Liebe Deinen Nachbarn, aber lass den Zaun stehen“. So heißt es in einem deutschen Sprichwort. Den Zaun wollen sechs junge Start-Ups aus Berlin einreißen. Die Plattform nebenan.de, hinter dem das Unternehmen Good Hood steckt, möchte Menschen in ganz Deutschland vernetzen und es ihnen damit erleichtern, sich innerhalb ihrer direkten Nachbarschaft kennenzulernen, auszutauschen, auszuhelfen oder bei einem gemeinsamen Hobby zu treffen.

Eine Nachbarschaft in dem Netzwerk umfasst nur einige Straßen, nie ganze Städte. Menschen, die in demselben Haus, derselben Straße oder demselben Block wohnen, können sich kennenlernen, austauschen oder treffen. „Münster ist eine Stadt, die nebenan.de schon für sich entdeckt hat. Es sind über 20 Nachbarschaften mit je ein paar hundert Anmeldungen aktiv. In Münster ist richtig was los und es findet reger Austausch statt. Im Kreuzviertel gibt es die meisten Anmeldungen“, erzählt Ina Brunk, Mitgründerin von nebenan.de.

Auf der grünen Wiese

Und so funktioniert es: „Wenn sich ein Nachbar sozusagen auf der grünen Wiese anmeldet, wenn die Nachbarschaft also noch nicht existiert, kann er im Registrierungsprozess einen Vorschlag machen, wie er die Nachbarschaft nennen will und wie er sie begrenzen würde. Uns fehlt da einfach das lokale Knowhow von Münster oder anderen Städten,“ erklärt Ina Brunk, die vor allem für Marketing und Kommunikation verantwortlich ist.

Lange Liste mit Ideen

Zurzeit ist es noch nicht möglich, auf der Website nach bestehenden Nachbarschaften zu suchen. Aber wer sich mit seiner Adresse registriert, wird automatisch der passenden Nachbarschaft zugeordnet. „Wir haben eine lange Liste von Optimierungsideen und -wünschen und das gehört dazu“, räumt Brunk ein.

Datenschutz wird großgeschrieben

Zugang haben nur Menschen, die auch wirklich in der Nachbarschaft leben. Das, was innerhalb der Nachbarschaft geschrieben wird, kann von außen nicht gelesen werden. „Beim Datenschutz sind wir streng“, sagt Brunk. Deshalb muss sich jeder mit einem Code oder einem Briefkopf, auf dem die Adresse steht, verifizieren. Die Anmeldung erfolgt nur über echte Namen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sich tatsächlich nur Nachbarn und keine Außenstehenden mit falschen Angaben anmelden. „Vorname, Nachname und Straße sind Pflichtangaben. Die Hausnummer ist automatisch ausgeblendet und für niemanden sichtbar. Die E-Mail-Adresse zeigen wir auch nicht an. Jeder entscheidet selbst, welche persönlichen Informationen er mit den Nachbarn teilt.“

An fremden Haustüren klingeln

Christian Vollmann ist Gründer und Geschäftsführer von nebenan.de. „Er hatte diese Nachbarschaftsidee schon lange, weil er nach einem Umzug innerhalb Berlins die Erfahrung mit einer neuen Nachbarschaft gemacht hat, die ihm lange fremd blieb. Er hat sich dann tatsächlich auf den Weg gemacht. Er erzählt bis heute, wie aufgeregt er war, einfach an einer fremden Haustür zu klingeln“, erzählt die Marketingexpertin. Das kam an und die Nachbarn wollten sich vernetzen. „Das war der Startschuss der Idee. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat er für seine Straße ein Open-Source-Netzwerk gebastelt, bei dem sich 100 Nachbarn angemeldet haben.“ Die Reaktion hat gezeigt, dass der Bedarf da ist und ihn dazu bewegt ein Netzwerk zu errichten, das jeder deutschlandweit nutzen kann. Zurzeit sind in mehr als 70 Städten rund 1.500 Nachbarschaften mit meist einigen hundert Nachbarn aktiv. Ziel soll es sein, Menschen virtuell zu vernetzen und auch im realen Leben zusammen zu bringen.

Ein Kommentar

  1. Guten Tag, ich suche Frauen und Männer ab 55 Jahre zwecks gemeinsamer Radtouren während der Woche, aber auch gerne sonntags.
    Ferner suche ich einen handwerklich geschickten Mann in meiner Nähe.

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