Music and Computing – Musik produzieren im Informatikstudium

Prof. Dr. Loren K. Rhodes vom Juniata College hielt zwei Wochen lang den Kompaktkurs „Music and Computing“ auf dem Steinfurter Campus der FH Münster. (Foto: FH Münster/Jana Bade)

Wenn aus dem Labor für Datenbanken an der FH Münster das Shanty „Drunken Sailor“ und das Wiegenlied „Twinkle, twinkle, litte star“ in leicht abgewandelter Form ertönen, kann das nur eins bedeuten: Prof. Dr. Loren K. Rhodes vom Juniata College ist wieder zu Gast. Der inzwischen emeritierte Professor für Informationstechnologie bietet seit mehreren Jahren regelmäßig den Kompaktkurs „Music and Computing“ für Informatikstudierende an.

Wegen Corona konnte er seine Reise von Huntingdon im US-Bundesstaat Pennsylvania zum Steinfurter Campus nicht wie üblich im Zwei-Jahres-Turnus antreten. Umso größer war nun daher die Freude bei ihm und seinem inzwischen guten Freund Prof. Dr. Thomas Weik vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik, dass sie ihre Hochschulkooperation endlich vor Ort mit einem persönlichen Wiedersehen fortsetzen konnten.

Sechs Steinfurter Studierende und drei amerikanische Gaststudierende experimentierten zwei Wochen lang, wie sie mit spezieller Software selbst Musik produzieren und transformieren. „Die Software wurde ursprünglich entwickelt, um die Programmiersprache Python zu unterrichten“, erläutert der amerikanische Hochschullehrer. „Jetzt nutzen wir die Software in erster Linie für die Erstellung von Musik durch Programmierung. Ein Beispiel für eine Technik ist die sogenannte Sonifikation, bei der Daten in Klänge umgewandelt werden.“ Rhodes, der selbst Keyboard und Orgel spielt, sieht viele Gemeinsamkeiten zwischen Informatik und Musik.

„Musiktheorie ist sehr mathematisch. Jede Note hat zum Beispiel einen Zahlenwert, der angibt, wie lange sie gespielt wird.“ Eine Umfrage zu Beginn des Kurses ergab, dass auch rund die Hälfte der Teilnehmer*innen ein Instrument spielt. „Musikalische Vorkenntnisse sind aber kein Muss. Hier können die Studierenden die kreative Seite der Informatik kennenlernen, indem sie zum Beispiel Bildpunkte in Klänge umwandeln oder bekannte Melodien nach dem Zufallsprinzip mit neuen Harmonien anreichern“, betont Rhodes.

Der Flug nach Deutschland war dieses Mal für den sonst reiseerfahrenen Emeritus ein aufregendes Unterfangen. „Es ist schön, wieder andere Länder besuchen zu können. Die vielen Corona-Regeln, die sich häufig verändern und überall unterscheiden, haben mich aber durchaus gestresst“, gesteht er. Auch das Risiko, während der Reise oder vor Ort an Corona zu erkranken, habe ihn beunruhigt. Das International Office des Juniata College ermutigte ihn und seine drei Studierenden jedoch, die Reise anzutreten und im Notfall alles zu regeln. „Von diesem internationalen Austausch profitieren wir alle“, sagt Weik. „Es ist schön, dass unsere Studierenden nach mehreren Online-Semestern wieder ein englischsprachiges Kursangebot vor Ort wahrnehmen und Kontakte zu unseren amerikanischen Gästen knüpfen konnten.“ Nächstes Jahr ist dann wieder Prof. Dr. Gerald Kruse zu Gast, Professor für Mathematik, IT und Computer Science am Juniata College, um „Math Modeling“ zu unterrichten.

Zum Thema: 
Die Kooperation zwischen dem Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der FH Münster und dem Juniata College in Huntingdon, Pennsylvania, besteht bereits seit 2005. Seitdem unterrichten die Hochschullehrer Prof. Dr. Gerald Kruse und Prof. Dr. Loren K. Rhodes jeden Sommer einen Kompaktkurs für Elektrotechnik- und Informatikstudierende auf dem Steinfurter Campus. Auch im Bereich der Studierendenmobilität ist der Austausch rege: Jedes Frühjahr besuchen zwei Studierende der FH Münster das Juniata College und umgekehrt.

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