“MünsterLeaks”: Wilsberg-Premiere im Kino

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(v.l.) Vittorio Alfieri, Regisseur Thomas Kronthaler, Janina Fautz und Leonard Lansink im Cineplex-Foyer. (Foto: tm)
(v.l.) Vittorio Alfieri, Regisseur Thomas Kronthaler, Janina Fautz und Leonard Lansink im Cineplex-Foyer. (Foto: tm)

Bei der Vorpremiere der neuen Wilsberg-Folge “MünsterLeaks” im Cineplex-Theater erfüllte Leonard Lansink alle Wünsche nach Autogrammen und Selfies, bevor er selbst im Kinosaal platznahm und sich den von Adam Riese anmoderierten Film zusammen mit dem zahlreich erschienenen Publikum ansah. Begleitet wurde er dabei von den Schauspielern Vittorio Alfieri (Grabowski) und Janina Fautz (Merle), dem Regisseur Thomas Kronthaler, den Drehbuchautoren Britta Burneleit und Markus B. Altmeyer, dem ZDF-Musikredakteur Thilo Töpfer und von dem Warner Brothers-Produzenten Anton Moho. Im ZDF wird der Film am 2. Dezember zu sehen sein.

Der neue Wilsberg hat wieder ein paar skurrile Momente: da ist die Nachbarin von Kommissar Overbeck, die in ihrer Hackfleischpackung einen Finger gesehen haben will, bevor ihr Hund ihn sich schnappte. Weil er sich nicht wirklich darum kümmern möchte, gibt Overbeck diesen Fall als offiziellen Auftrag an Georg Wilsberg weiter. Denn der sonnenbebrillte Kommissar hat gerade eine wichtigere Aufgabe für sich entdeckt: er leitet die neue Task Force “Shit Happens”, die nichts besseres zu tun hat, als in der Stadt Münster hunderte von Hundekothaufen einzusammeln und diese Ordnungswidrigkeiten mit den modernsten Mitteln der Genforschung zu verfolgen.

Leonard Lansink erfüllte alle Autogrammwünsche. (Foto: tm)
Leonard Lansink erfüllte alle Autogrammwünsche. (Foto: tm)

Die neue Wilsberg-Folge “MünsterLeaks” hat aber auch eine ziemlich ernste Krimi-Handlung, die direkt bei der eigentlichen Arbeit von Ekki Thalkötter anknüpft. Dem Finanzamt Münster-Mitte wurde nämlich eine Steuersünder-CD angeboten, die angeblich alles belastet, was in Münster Rang und Namen hat. Ekki bekommt von seinem Chef Grabowski den Auftrag, die Glaubwürdigkeit anhand einer Stichprobe zu überprüfen. Davon bekommt die Presse Wind, und schon trifft die erste Selbstanzeige ein. Doch bevor der Immobilienunternehmer bei Ekki auspacken kann, ist er tot. Die weiteren Ermittlungen führen zum Schlachtereibetrieb “Bestfleisch” und zu dem dubiosen Subunternehmer Maywald, der unterbezahlte rumänische Arbeiter in einer heruntergekommenen Waldgaststätte hausen lässt. Dadurch bekommt diese Folge einen Grundton, der düsterer ist, als sonst in dieser Reihe üblich.

Janina Fautz schlüpfte für "MünsterLeaks" zum zweiten Mal in die Rolle von Merle, der Nichte von Anna Springer. (Foto: tm)
Janina Fautz schlüpfte für “MünsterLeaks” zum zweiten Mal in die Rolle von Merle, der Nichte von Anna Springer. (Foto: tm)

Aufgehellt wird das aber wie gewohnt durch die Marotten einiger Figuren. Da ist natürlich zuerst der fast immer cool auftretende Overbeck zu nennen, der mit seinen knarrigen Sprüchen regelmäßig für Lacher sorgt. Und auch Wilsberg sieht im Kontrast zu seiner jungen Praktikantin Merle oft ganz schön alt aus – nicht nur beim Gebrauch von Abhörtechnik aus den 80er Jahren, von der er erstmal den Staub abpusten muss. Merle, die trotz des Rollstuhls ziemlich bewegliche Nichte von Kommissarin Springer, interessiert sich viel mehr für das Detektivische und viel weniger für das Antiquariat. Janina Fautz hat zum zweiten Mal diese Rolle für die Wilsberg-Reihe übernommen. An der Figur reizt sie, dass sie schlagfertig und intelligent ist. Sie wäre gerne selbst auch so technisch begabt, wie uns die 22-jährige Schauspielerin im Gespräch vor der Aufführung im Cineplex verriet. Sie ist übrigens gewohnt, stets jüngere Rollen zu übernehmen, weil sie nun mal jünger aussieht. Erst vor wenigen Monaten trat sie noch mit blauen Haaren im Münster-Tatort auf, als vermeintliche Tochter von Frank Thiel. Eine Hauptrolle hat Janina Fautz übrigens in der deutschen Fantasy-Komödie “Meine teuflisch gute Freundin” übernommen, die nächstes Jahr in die Kinos kommen soll.

Bei der einmaligen Kino-Vorführung des neuen Wilsbergs war auch Vittorio Alfieri anwesend, und das auch zu Recht. Schließlich stehen bei “MünsterLeaks” die Ermittlungen des Finanzamts im Mittelpunkt. Also wird Ekki mal als “bester Mitarbeiter” von seinem Chef Grabowski gelobt und dann wieder wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen und vom Dienst suspendiert – je nachdem, wie es beim Erwerb der CD und der Verfolgung der Steuersünder so vorangeht . Weil er sich als Grabowski “unmöglich benehmen, anderen die Schuld geben und ungerecht sein kann”, ist Alfieri mit dieser eigentlich eher kleinen Rolle sehr zufrieden, wie er uns sagte. “Ich bin zwar der Chef,” fügte er hinzu, “aber ich muss leider gestehen, dass Ekki eigentlich klüger ist als ich.”

Janina Fautz im Gespräch mit ALLES MÜNSTER Redakteur Ralf Clausen. (Foto: tm)
Janina Fautz im Gespräch mit ALLES MÜNSTER Redakteur Ralf Clausen. (Foto: tm)

Sie wollten Ekki in eine bedrängte Situation bringen, die mit seinem Beruf zu tun hat, verrieten uns die Drehbuchautoren Britta Burneleit und Markus B. Altmeyer. Bei normalen Krimis sei das ja leicht, die Figuren ins Geschehen zu bringen, die Kommissare dürfen ja rein rechtlich immer alles. Wilsberg muss dagegen immer seine Kompetenzen überschreiten, aber das mache gerade den Reiz aus. Auf unsere Frage, ob es leicht sei, ein Drehbuch zu zweit zu schreiben, antworteten beide entschieden und ohne zu zögern mit “Nein!” – aber dann nannten sie fast nur Argumente, die für das Arbeiten zu zweit sprachen. Vergessen haben sie jedenfalls nichts: die Ente war irgendwann zu hören, Bielefeld wurde sehr schön ins Spiel gebracht. Und den Moderator des Abends, Adam Riese, haben sie als Komparse vortrefflich in Szene gesetzt – was allerdings nur die Münsteraner verstehen werden, und nicht die vielen ZDF-Zuschauer, die ihn gar nicht kennen.

"MünsterLeaks" wird am 2. Dezember im Fernsehen ausgestrahlt. Mehr zum Inhalt dieser Folge auf der Seite des ZDF.

Vormerken: Am 23. Dezember kommt mit "Alle Jahre wieder" endlich wieder eine neue weihnachtliche Wilsberg-Folge im ZDF. Auch die wird vorab im Cineplex gezeigt, und zwar am 11. Dezember.
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Ralf Clausen

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