„Man muss es einfach machen!“ Interviewreihe „Münster, deine Künstler:innen“ / Musikgröße Nikola Materne im Gespräch mit ALLES MÜNSTER Kolumnistin Iris Brandewiede

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Überraschung: Die gute Fee erfüllt Nikola Materne (re.) drei Wünsche! (Foto: Iris Brandewiede)
Überraschung: Die gute Fee erfüllt Nikola Materne (re.) drei Wünsche! (Foto: Iris Brandewiede)

Mit ihrem ersten Interview, frisch von der Kolumnistin zur Redaktions-Mitarbeiterin befördert, hat die Hausfrau im freien Journalismus eine neue Passion entdeckt und lädt erneut ein: Nikola Materne ist Sängerin, Songschreiberin, Hochschuldozentin, multimedialer Gesangscoach, Autorin und weit über ihren lokalen Ruhm hinaus aktiv. Lassen wir sie in unserer neuen Interviewreihe „Münster, deine Künstler:innen“ selbst zu Wort kommen.

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IB: Liebe Nikola, herzlich Willkommen in der guten Stube @Home bei der Hausfrau.

NM: Hallo liebe Iris, schön, dass du mich eingeladen hast!

IB: Du hast die unbezahlbare Weisheit geprägt: „Man muss es einfach machen!“. Könntest du diese für Nichteingeweihte einmal erläutern?

NM:  Ja klar, jeder kennt das, es gibt ja immer tausend Gründe, warum man einen Plan nicht wirklich anpackt oder ein Projekt nicht startet. Beim Herumeiern und Warten malt man sich dann alle möglichen Hindernisse und Schwierigkeiten aus. Meiner Erfahrung nach muss man tatsächlich einfach anfangen, der Weg rollt sich dann so langsam vor einem aus und Schritt für Schritt wird aus Wunsch Realität. Wie bei Dir!

IB: Wie jetzt, bei mir? 

NM: Achso, deine journalistische Neutralität! Ich plaudere ich jetzt einfach mal aus dem Nähkästchen: Du warst ja mal in einem meiner Gesangsworkshops, in dem es darum ging, die Phantasie spielen zu lassen. Ihr habt euch Geschichten zu den Songs ausgedacht, um den Gesang dadurch ausdrucksstärker zu machen. Deine Geschichten waren total klasse! Du hast mir daraufhin erzählt, dass eigentlich eine Schriftstellerin in dir schlummert. Mein simpler Satz „Man muss es einfach machen!“ (statt nur drüber zu quatschen) hat bei dir wohl voll eingeschlagen, denn ein paar Monate später hatte ich deinen ersten damals noch im Eigenverlag herausgegebenen Geschichtenband im Briefkasten. Ich war begeistert! Und jetzt bin ich ein bisschen stolz, quasi Geburtshelferin gewesen zu sein.

Nikola Materne, hier bei einem Auftritt mit den Zucchini Sistaz. (Foto: Stephan Günther)
Nikola Materne, hier bei einem Auftritt mit den Zucchini Sistaz. (Foto: Stephan Günther)

IB: Nikola, du bist tatsächlich für viele Kreative ermutigende Impulsgeberin und tatkräftige Wegbegleiterin. Du selbst lebst dein Konzept so vorbildlich, dass kein Zweifel an seiner Wirksamkeit aufkommen kann: Von Münsters erster Frauen-Band „Always Ultra“ und der A-Cappella-Gruppe „Scream & Shout“ über deine vielseitigen Projekte „Sphere“ mit Georg Türk, „Bossanoire“ mit Jazz-Größen aus Münster und dem Ruhrgebiet, diverse Filmmusiken und der Studioarbeit mit Bands, etwa den Zucchini Sistaz, über die Lehre an der Hochschule bis zum eigenen Ansatz „Live your Song“ kann ich längst nicht alles aufzählen. Gibt es etwas, das dir gerade besonders am Herzen liegt?

NM: Ich fahre ja eigentlich schon immer zweigleisig, das heißt ich mache selber Musik und ich unterrichte. Beides macht total Spaß und ist mir wichtig. Im letzten Jahr ist das Musikmachen aber extrem zu kurz gekommen, die wenigen Konzerte, die vielen Absagen und die unklare Perspektive haben etwas sehr Lähmendes. Ich habe mich auf die Studioarbeit mit anderen, auf meine Podcasts und Tutorials und meinen Unterricht, häufig online, konzentriert. Dieses Jahr soll unbedingt wieder mehr eigene Musik passieren, ein neues Bossanoire-Album wird gemacht, ich schreibe gerade viel eigene Songs und plane ein spannendes Theatermusikprojekt, von dem die Münsteraner dieses Jahr bestimmt noch was hören werden. Also gezielt raus aus der Schwere, ganz nach meinem Motto!

IB: Die unvermeidliche Frage in der aktuellen Situation darf auch hier nicht fehlen: Wie geht es dir?

NM: Die jetzige Situation erfordert höchste Flexibilität, ständig verändert sich meine Terminplanung, Projekte werden umgeworfen, andere treten in den Vordergrund, alles wechselt hin und her von online zu live und wieder zurück, das ist manchmal ganz schön anstrengend… Und wie gesagt, die Livesängerin in mir ist stillgelegt, mein Terminkalender ist normalerweise viele Monate im voraus mit Auftrittsterminen gespickt, jetzt ist da, genau wie im letzten Jahr, ein freies Feld, das tut weh. Grundsätzlich bin ich aber dankbar, dass mich vieles trägt und hält und dass meine Lieben und ich gesund sind.

"Wunderbar allein" von Nikola Materne und Bossanoire.
“Wunderbar allein” von Nikola Materne und Bossanoire.

IB: Das Beste kommt zum Schluss. Die gute Fee schenkt dir die Erfüllung dreier Wünsche! Hier ist der Ort, sie zu äußern, auf dass sie in Erfüllung gehen mögen!

NM: Damit die Fee nicht sofort streikt, versuche ich mal einigermaßen realistisch zu sein. Und ich könnte sofort sehr global und politisch werden, aber ich bleibe mal etwas mehr bei mir. Mein größter Wunsch betrifft einen geliebten Menschen, deshalb flüstere ich den der Fee ins Ohr, das ist privat. Dann wünsche ich mir natürlich sowohl als Kulturschaffende als auch als Kulturgeniessende ein schnelles Wiederaufblühen des Kulturbetriebs, der Clubs, Konzerthallen, Theater, Museen usw. Und dass mir weiterhin die Musen hold sind und mich mit kreativen Ideen versorgen.

IB: Wird gemacht! Liebe Nikola, danke für deine Zeit!

Nikola Materne lebt in Münster. Mehr Infos zu ihrem Wirken findet ihr unter nikolamaterne.de und liveyoursong.de sowie bei Facebook und Instagram.
Iris Brandewiede

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