„Lust auf ein krummes Ding?“ Das Buch der Design-Absolventin Frances Camen ist ein Plädoyer für alte Obst- und Gemüsesorten – und für mehr Nachhaltigkeit

Obst und Gemüse mit Macken ist lecker und sollte wertgeschätzt werden. Das Buch „Lust auf ein krummes Ding?“ von Frances Camen ist ein Plädoyer für Regionalität und Nachhaltigkeit. (Foto: FH Münster / Anne Holtkötter)
Obst und Gemüse mit Macken ist lecker und sollte wertgeschätzt werden. Das Buch „Lust auf ein krummes Ding?“ von Frances Camen ist ein Plädoyer für Regionalität und Nachhaltigkeit. (Foto: FH Münster / Anne Holtkötter)

Eine Delle im Apfel, eine Kartoffel mit schrumpeliger Schale, eine krumme Zucchini: Als Verkäuferin auf dem Wochenmarkt in Münster hat Frances Camen erlebt, dass die Kundschaft Obst und Gemüse verschmäht, das Macken hat. „Aber alles wäre noch genauso lecker gewesen“, sagt die Absolventin vom Fachbereich Design, der Münster School of Design (MSD), an der FH Münster.

Inspiriert von ihrem studentischen Nebenjob hat sie für ihre Bachelorarbeit das Kaufverhalten für Obst- und Gemüse hinterfragt. Entstanden ist daraus das Buch „Lust auf ein krummes Ding? Die Schönheit unschöner Gewächse“. Alle Texte und Illustrationen sind von ihr – ihre Abschlussarbeit ist ein Plädoyer für einen bewussteren Konsum, für Regionalität und Nachhaltigkeit.

In den Kapiteln geht es um alte und neue Sorten, um Heidelbeeren, Kartoffeln, Tomaten, Spargel, Pflaumen und Äpfel. „Unser Kaufverhalten“, so der Titel des letzten Kapitels, hatte die 23-Jährige mit einer kleinen Umfrage ermittelt.

Zwei von 96 Seiten mit insgesamt 44 Illustrationen: Diese Doppelseite zeigt die Schlehe. Früher wuchs sie in beinahe jedem Bauerngarten – heute findet man sie meist nur noch durch Zufall am Wegesrand. (Buchseite: Frances Camen)
Zwei von 96 Seiten mit insgesamt 44 Illustrationen: Diese Doppelseite zeigt die Schlehe. Früher wuchs sie in beinahe jedem Bauerngarten – heute findet man sie meist nur noch durch Zufall am Wegesrand. (Buchseite: Frances Camen)

Den Nebenjob auf dem Wochenmarkt hat sie mittlerweile aufgegeben: Zurzeit bewirbt sich die Designerin bei Agenturen und stellt ihr Buch Verlagen vor. Denn ihre Faszination für „alles, was wächst“ – die würde sie gern weitergeben. Und auch das Wissen darüber: Welche Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Obst- und Gemüsearten, kann man die Schale mitessen, warum lösen alte Apfelsorten keine Allergien aus? „Ich würde mich freuen, wenn sich ein Verlag finden würde. Vielleicht könnte ich Leserinnen und Leser davon überzeugen, ihr Kaufverhalten zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern. Indem wir das eine auswählen und das andere nicht, bestimmen wir das Angebot und sind mit verantwortlich dafür, dass alte Sorten vom Markt verschwinden und damit auch ihr Geschmack verloren geht.“

Sie selbst ernährt sich vegetarisch und achtet auf Nachhaltigkeit, kauft am liebsten bei einheimischen Landwirt*innen und fragt Erzeuger*innen, wie sie das Obst und Gemüse behandeln. Und zu guter Letzt versucht sie, keine Lebensmittel zu vernichten. Was wird mit dem Rest? Die Internetplattform „foodsharing“ und die App „Too Good To Go“ nutzen, so ihre Antwort. Auch hier sind „krumme Dinger“ willkommen.

Transparenzhinweis: Dieser Inhalt wurde uns von der FH Münster zur Verfügung gestellt.

Mehr über das Designstudium an der Münster School of Design (MSD) der FH Münster findet ihr unter https://www.fh-muenster.de/msd

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