Losjoggen und Handy aufladen

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Wie praktisch wäre es, beim Joggen oder Walken sein Handy aufzuladen – dachten sich ein paar Studierende der FH. (Foto: CC0)

Jetzt im Frühling macht Joggen wieder doppelt so viel Spaß – und wie praktisch wäre es, dabei sein Handy aufzuladen, wo es wegen des Musikhörens sowieso schon dabei ist. Das dachten sich auch 40 Masterstudierende am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der FH Münster. Sie erforschten, wie genau sie elektrische Energie zum direkten Verbrauch aus Bewegung gewinnen können.

„Letztendlich ging es uns darum, die Bewegungsenergie, die beim Joggen entsteht, in elektrische Energie umzuwandeln“, erzählt Mirko Demter, Masterstudent im dritten Semester. „So kann man auch unabhängig vom Stromnetz mobile Geräte direkt versorgen. ‚Energy Harvester‘ nennt sich das.“ Dafür haben die einzelnen Gruppen zunächst nach ähnlichen Produkten gesucht. „Wir haben zum Beispiel eine Schütteltaschenlampe auseinandergeschraubt und geschaut, wie sie konzipiert ist. Aber das war nur für die erste Ideengewinnung, in den Gruppen haben wir letztendlich ganz unterschiedliche Konzepte verfolgt.“

Strom fließt erst, wenn Apparat und Verbraucher – im Jogging-Fall der Energiespeicher Handyakku – einen geschlossenen Stromkreis bilden. (Foto: FH Münster)

Zum Beispiel mit drei Magneten in einem schmalen Zylinder aus Kunststoff: Zwei entgegengesetzt ausgerichtete Magnete haben die Studierenden jeweils an den Enden des Zylinders befestigt. Dazwischen befindet sich ein weiterer Magnet, der von den Endmagneten abgestoßen wird. Sobald Bewegung den inneren Magneten aus der Ruhelage bringt, schießt er zwischen den beiden Endmagneten hin und her. Das passiert zum Beispiel beim Joggen: Die erste Idee der Studierenden war es nämlich, sich den „Schüttelapparillo“ – wie sie das System nennen – ans Bein zu kletten. Statt der äußeren Magnete haben manche Teams auch Federn verwendet und dazwischen eine Gewindestange mit Magnet eingebaut.

Prof. Dr. Peter Glösekötter hat das Projekt betreut. Die Studierenden mussten Zylinder, Federn und Außenverkleidung komplett selbst am PC konstruieren und an einem der fünf 3D-Drucker am Fachbereich drucken.

Theoretisch fehlt nicht mehr viel, bis der „Energy Harvester“ beim Joggen eingesetzt werden kann. „Dann muss man nur noch sein Handy anschließen und loslaufen“, erzählt der Masterstudent.

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