Landwirte riefen zu Tisch Traktor-Konvoi mit 950 Teilnehmern in Münster / Teils erhebliche Verkehrsbehinderungen

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Der Konvoi der Landwirte führte auch durch den Ludgerikreisel. (Foto: Michael Bührke)
Der Konvoi der Landwirte führte auch durch den Ludgerikreisel. (Foto: Michael Bührke)

Aus den ursprünglich 400 erwarteten Teilnehmern der Proteste in Münster wurden am Ende mehr als doppelt so viele. Nach Schätzungen der Polizei zogen etwa 950 Landwirte und andere Akteure aus der Landwirtschaftsbranche am Mittag mit ihren Traktoren und Landmaschinen durch die Stadt.

Die Stimmung ist mehr als getrübt und das Image der Landwirte angeschlagen. Mit den bundesweiten Aktionen wehren sich die Bauern gegen eine in ihren Augen „permanente negative Stimmungsmache“ vonseiten der Politik und Umweltorganisationen. Ihre Proteste richten sich gegen das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Agrarpaket, eine Sammlung an Maßnahmen für Tierwohl, Insekten- und Naturschutz. So soll unter anderem das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ab 2023 verboten werden. Viele Bauern fürchten wegen ständig steigender Auflagen um ihre Existenz. Mit den Protesten unter dem Motto „Wir rufen zu Tisch!“ will die Bewegung „Land schafft Verbindung“, eine Gruppierung von über 30.000 Landwirten aus ganz Deutschland, Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundesagrarministerin Julia Klöckner zu Gesprächen auffordern.

Die Landwirte auf dem Weg in die Stadt. (Foto: Susanne Wonnay)
Die Landwirte auf dem Weg in die Stadt. (Foto: Susanne Wonnay)

Schon am Morgen kamen die Demonstranten aus dem Münsterland zusammen, sammelten sich an der Corrensstraße und brachten Banner und Transparente an ihre Fahrzeuge an. Vor dort aus setzte sich der über 9 Kilometer lange Konvoi unter lautem Hupen in Bewegung, der ab mittags über den Innenstadtring, Gartenstraße, Eisenbahnstraße, Ludgeriplatz, Weseler Straße, Steinfurter Straße zurück zum Startpunkt zog. Mit einer so großen Teilnahme hatte man in Münster wohl nicht gerechnet.

„Der Rundkurs konnte nicht alle Fahrzeuge aufnehmen“, erklärte Polizei-Einsatzleiter Klaus Laackman am frühen Nachmittag. So erreichten die ersten Traktoren den Startplatz an der Corrensstraße, noch bevor die letzten überhaupt gestartet waren. Obwohl es zu teils erheblichen Staus und Verkehrsbehinderungen kam, gab es laut Laakman „nur vereinzelte Beschwerden“. Der Konvoi wurde um 13:00 Uhr aufgelöst. Nach der Heimfahrt der angereisten Teilnehmer entspannte sich auch die Verkehrslage in der Stadt.

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