Kreativität im Doppelpack Die Zwillinge Daniela und Melanie Reichert aus Münster hatten beim letzten Tatort einen klaren Heimvorteil

Daniela und Melanie Reichert während des Pressetermins zu den Dreharbeiten des Tatort "Propheteus". (Foto: Michael Bührke)
Daniela und Melanie Reichert während des Pressetermins zu den Dreharbeiten des Tatort „Propheteus“. (Foto: Michael Bührke)

Sie gehörten beim letzten Tatort aus Münster sicher zu den markantesten Erscheinungen, die Charaktere Frau Mann und Herr Muster. Verkörpert wurden die Figuren, die ein wenig aussahen wie die Playmobil-Edition der „Men in Black“, von Daniela und Melanie Reichert. Die 34-jährigen hatten während der Dreharbeiten in Münster einen klaren Vorteil gegenüber Axel Prahl und Jan Josef Liefers, anders als diese stammen die schauspielenden Zwillinge tatsächlich aus Münster und hatten im wahrsten Sinn des Wortes ein Heimspiel.

Also eine gute Gelegenheit, mit den beiden Tatort-Kollegen die weniger bekannten Ecken der Stadt zu erkunden? Leider nein, „Die Drehtage waren relativ voll, es war also wenig Zeit für andere Dinge. Aber wir haben schon erzählt, wo wir in Münster gerne sind und so entstand ein ganz schöner Austausch zwischen uns“, erinnert sich Daniela Reichert an die Dreharbeiten im September letzten Jahres. Gebürtig kommen die Reichert-Schwestern aus Nordwalde, in Münster machten sie auf dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium ihr Abitur, „Das war eine sehr schöne Zeit, das Annette-Gymnasium bietet sehr viele kreative Möglichkeiten, der Unterricht ist sehr kunst- und theaterorientiert“, wie die beiden berichten. Besonders an den damaligen Schulleiter Dr. Arnold Hermans, der Anfang 2013 zusammen mit seiner Frau bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam, erinnern sie sich gerne.

Daniela und Melanie Reichert (Foto: Stefan Stalio)
Daniela und Melanie Reichert (Foto: Stefan Stalio)

„Tagsüber waren wir in der Schule und danach im Theaterjugendclub. Im Theater spielten wir zum Beispiel ‚Ödipus auf Kolonos‘ oder ‚Iphigenie auf Tauris‘.“ Kein Wunder also, dass die beiden Schwestern neben dem Hafen auch das Theater Münster als ihren Lieblingsort in der Stadt benennen, in die sie immer wieder gerne zurückkehren. Aktuell leben Daniela und Melanie Reichert in Berlin und bereiten sich auf ihre Rollen in dem Stück „Die Stärkere“ von August Strindberg vor. Bereits während ihrer Zeit im Theaterjugendclub dachten die beiden, dass es toll wäre, mal im Wilsberg mitzuspielen. Zu Beginn ihrer professionellen Schauspielkariere kam dann der Wunsch auf, beim Tatort dabei zu sein. „Als dann die Anfrage kam und es auch noch der Tatort Münster sein sollte, haben wir uns sehr gefreut!“ Die Idee hatte Jan Josef Liefers, der den beiden Schauspielerinnen bei Instagram folgt. Er sprach mit dem Regisseur Sven Halfar über die schauspielenden Zwillingsschwestern und nach Durchsicht der Showreels waren beide für die neueste Folge „Propheteus“ gebucht.

Das Interview mit den beiden Schauspielerinnen fand per Videoschalte statt. (Screenshot: ALLES MÜNSTER)
Das Interview mit den beiden Schauspielerinnen fand per Videoschalte statt. (Screenshot: ALLES MÜNSTER)

Die Schauspielerinnen waren neugierig auf das Drehbuch und auf die ungewöhnlichen Rollen. „Wenn ich anfange, ein Drehbuch zu lesen, lese ich erst ganz clean, unvoreingenommen. So sieht man Facetten, die man vielleicht gar nicht wahrnimmt, wenn man mit einer festen Bewertung drangehen würde“, betont Daniela Reichert, ihre Schwester Melanie fügt hinzu, „Ich fülle eine Rolle mit Leben. Durch die vielen Drehtage konnten wir der Rolle mehr Raum geben.“ Ihre Episodenhauptrollen als Frau Mann und Herr Muster im Tatort waren für die Beiden nicht die ersten großen Filmproduktionen, in dem Film „Die Hochzeit“ spielten sie an der Seite von Till Schweiger und auch in der sehr erfolgreichen Produktion „Babylon Berlin“ waren sie mit von der Partie.

In Zukunft möchten Daniela und Melanie Reichert ihre Schauspielkarriere stärker in Richtung Film orientieren, wie sie sagen, „Sehr spannend finden wir die Themen Diversität, Inklusion und Feminismus. Es gibt aktuell in diesem Bereich ganz viele tolle Regisseurinnen!“ Ob sie gerne eines Tages wieder nach Münster zurückkehren möchten? „Man weiß nie, was die Zukunft bringt“, sagen sie lachend, „Ich würde das nie ausschließen, andererseits auch nicht sofort sagen, dass das jetzt passieren muss. Wenn es so sein sollte, wäre es total schön und wenn es woanders hingehen sollte, wäre das auch schön“, wie Daniela Reichert hinzufügt. „Die Abwechslung ist es, was an dem Beruf so viel Spaß macht. Es ist immer wieder gleich und doch anders.“

2 Kommentare

  1. Leider bin ich erst jetzt dazu gekommen, den Tatort mir in der Mediathek anzusehen. Aufgrund der schlechten Kritiken war ich sehr gespannt.
    Aber ganz ehrlich, dass diese Folge so schlecht gemacht wurde, hat er nicht verdient!

  2. Weiß man inzwischen, was diese beiden Figuren im Tatort sollten?
    Die haben ihn halt total ins Lächerliche gezogen. Ohne die war es immerhin realistisch, aber die Optik, die Namen und das Verhalten als vorgebliche Verfassungsschützer??
    Hat Schwurbel-Liefers sich die auch ausgedacht?

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