Jochen Malmsheimer: Komposter in der Aula am Aasee

Im Januar präsentiert Jochen Malmsheimer in der Aula am Aasee sein neues Programm „Dogensuppe Herzogin, ein Austopf mit Einlage“. (Foto: sg)
Im Januar präsentiert Jochen Malmsheimer in der Aula am Aasee sein neues Programm „Dogensuppe Herzogin, ein Austopf mit Einlage“. (Foto: sg)

Am 27. Januar 2017 tritt der Kabarettist Jochen Malmsheimer mit seinem neuen Programm „Dogensuppe Herzogin, ein Austopf mit Einlage“ in der Aula am Aasee auf. Wir haben schon mal mit ihm telefoniert und erwischen ihn im Auto, zwischendurch werden wir stilecht aufgefordert, jetzt links abzubiegen.

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Jochen, Du bist auf der Bühne sprachgewaltig, irgendwo habe ich den Begriff „Kaskade“ gelesen, also Wasserfall in Form von Stufen. Das trifft es sehr gut, wie ich finde. Ist es Dir wichtig, dass Dein Publikum Dir folgen kann oder willst Du es irritieren?

Also, ich glaube es sollte der tiefsitzende Anspruch eines jeden sein, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, dass man ihm folgen kann – sonst ist sein Bemühen sinnfrei. Das hätte was von Onanie und soweit möchte ich es nicht kommen lassen. Also, mir ist es schon wichtig, dass man mir folgen kann.

Deine Recherche ist Leben, hast Du mal irgendwann gesagt. Das ist ein schöner Satz. Da Du so treffend über Alltagsdinge sprichst, lebst Du intensiv. Ist das anstrengend?

Es ist derartig anstrengend, dass es irgendwann zum Tode führen wird. Insofern ist Leben als solches eine Anstrengung – das ist richtig.

Wie kann man sich das vorstellen? Wenn Du zum Beispiel über Remoulade auf dem Brötchen sprichst, hast Du dann vorher am Frühstückstisch einen Block liegen, auf dem Du Dir Notizen machst? Stichwort – igitt?

Nein, ich habe ein gutes Gedächtnis. Ich nehme die Dinge um mich herum wahr, dann sickern die in mich ein. Ich sage gerne, dass ich mich wie ein Komposter verhalte, oben werden Küchenabfälle eingefüllt und unten kommt dann irgendwann Blumenerde heraus. So ungefähr ist das.

Hast Du einem Deiner Söhne mal eine Eisenbahn geschenkt? Und dabei auch einen Bahnhof gebastelt?

Natürlich. Das kannst Du Dir auch mal notieren: Man sollte grundsätzlich nur über Dinge schreiben, von denen man was versteht. Das hebt die Qualität der Texte erheblich.

Ich habe mal irgendwann gehört, dass der Comedian wegen dem Geld auftritt und der Kabarettist wegen des Geldes. Was sagst Du dazu?

Ich finde, wenn es überhaupt eine Unterscheidung gibt, dann ist das die schönste.

Du bist am 27.01.2017 mit Deinem neuen Programm in der Aula am Aasee. „Dogensuppe Herzogin, ein Austopf mit Einlage“ – das klingt, als ob das Programm satt macht. Und es klingt auch nach blauem Blut. Worum geht es?

Das werde ich Dir jetzt natürlich nicht verraten. Denn sonst braucht ja keiner mehr zu kommen. Es ist grundsätzlich so: Die Überschrift gibt immer ein Rätsel auf, wobei ich die Hoffnung hege, dass sich das im Laufe des Abends auflöst und so ist es hier genauso. Es geht wie immer bei mir um Leidenschaft, Liebe, Menschen und Sprache.

Vielen Dank, wir sehen uns am 27.Januar.

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